Donnerstag, 16. März 2017

'Gedanke des Tages' Nummer 11: Fantasie

Der Herzmann hatte gestern Geburtstag. Zu seinen Ehren waren wir gemeinsam mit seinen Eltern essen. Obwohl wir uns bereits 17 Uhr getroffen haben, dauert so ein Essen mit sechs Leuten, Nachtisch und Allem ein bisschen, sodass wir kurz nach 19 Uhr auf dem Heimweg waren. 

Voller Bauch, Erschöpfung, die der Uhrzeit und dem aufregenden Tag geschuldet ist, und nun der Weg nach Hause ließen den Zweijährigen unruhig sein. Weder die passende Sitzposition noch der passende Sitzpartner ließen sich finden. 20 Minuten mit den Öffis können sich da schnell wie 2 Stunden anfühlen. 

Doch - ich gebe es zu - ich musste einmal durchatmen und schnappte mir dann den Sohnemann. Als er auf meinem Schoß saß, kramte ich in seinen Taschen und kitzelte seinen Bauch. Ich tat so als würde ich Seifenblasen aus seiner Tasche holen, ließ sie fliegen, platzen und pustete neu. Mein Finger zeigte hier und dort hin und ich machte "Oh" und "Ah". 

Mein Sohn verstummte. Innerhalb von 2 Minuten änderte sich die Stimmung. 

Mensch mit Luftballon 
Ich kramte nochmal in seiner Tasche und holte einen imaginären Luftballon hervor. Ich pustete ihn auf und wir ließen ihn hin und her fliegen. 

Krümel lachte und quitschte, pustete und staunte. Mit dem Kopf im Nacken zeigte er auf "Seifenblasen" und "Luftballons" und meinte "Da!", "Da!". Wenn ich in die Hände klatschte und "Oh" sagte, war "etwas" zerplatzt. Eine Aufforderung für Neubeginn. 

Meine Tochter wurde aufmerksam. Sie wechselte von Oma als Sitznachbarin zu uns. In ihren Taschen fand ich Konfetti und sie selbst dann noch Schnee. Beides rieselte in die Bahn mit lustigen Geräuschen. 

Während unserer Straßenbahnparty verging die Zeit im Flug. Herzliches Lachen. Von Müdigkeit keine Spur. 

Wir brauchen mehr Fantasie in unserem Leben. 

Es war so einfach. Ich hatte "nichts" bei und wir hatten Spaß.

Anne

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Kommentare:

  1. Liebe Anne, das ist so eine wunderschöne Idee. Und vor allem schön zu lesen das es auch ohne Handy geht die Kinder ruhig zu bekommen. Es ist egal wo ich bin ob Kinderarzt, beim Kindersport wo man vielleicht noch 10 min warten muss, ob Bahn oder Bus. Überall geben Eltern ihren Kindern ein Handy oder Tablet in die Hand um Ruhe zu haben es ist so traurig mit an zu sehen. Ja meine Kinder sind auch oft beim warten sehr unruhig und vor allem wenn sie den ganzen Tag im Kindergarten waren und wir uns in eine volle Tram schleppen und nur Heim wollen genau da fangen beide an zu weinen, nennen wir es eher schreien. Ja ich weiß es ist für alle anstrengend und störend, trotzdem probiere ich mit aus dem Fesnter schauen,singen, such Spiele oder etwas anderes sie abzulenken. Einmal hat sogar jemand zu mir gesagt ich solle ihnen das Handy doch in die Hand drücken. Es ist schön hier soviel Fantasie noch zu lesen und ich bin ganz auf deiner Seite. Liebe Grüße Annika

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    1. Liebe Annika,
      vielen Dank für deine Worte.
      Ich bin kein Feind von Handy und Fernsehen. Es ist wie mit Süßigkeiten. Alles bewusst und gezügelt.
      Doch grade das Warten lädt uns ein, dass wir uns mit uns beschäftigen. Aus Langerweile werden die besten Ideen geboren. Mit einem Handy schiebe ich dem einen Riegel vor.
      Viele Grüße Anne

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  2. Was für eine wundervolle Idee! Das muss ich selbst mal machen - eine öde Gelegenheit kommt bestimmt!

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    1. Liebe Julia,
      erzähl mir doch, wie es geklappt hat.

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