Samstag, 12. August 2017

Lebensbilder statt Krankheitsbild #112 trifft 12von12

Bei dieser Aktion werden am 12ten eines Monats 12 Bilder (vom Tag) gemacht bzw. gezeigt. Mehr gibt es bei Draußen nur Kännchen

Hallo, 
an diesem zwölften August...


Kalenderblatt
Frühstück bei "Zeit für Brot"
die Kinder haben fasziniert in die Backstube geschaut
Regentag
So ist das...
geheimnisvolle Treppe mit schönem Geländer
Kinderfreude
lösungsorientierte Berliner Hauswand 
"Mama, wofür sind die Schlüssel?"
Das Kind stellt so gute Fragen.
Hast du eine Idee?
Ich sortiere aus.
1x gelesen.
Jemand Interesse zum Beispiel an diesen drei Büchern?
Nudeln mit Tomatensoße und Würstchen -
2 von 4 Personen in diesem Haushalt  haben etwas anderes gegessen.
Komisch
Letztes Jahr zum ersten Mal beim Coffeefestival getrunken.
Vorfreude lässt grüßen.

Wie war dein Tag? 
Was hast du gemacht?


Und weil ich gestern gefragt wurde... Ja, ich mache schon eine Weile mit bei "12von12". Für den Einblick von 2015 HIER KLICKEN und für 2016 HIER KLICKEN

Ich wünsche dir einen schönen Abend!

Anne

Dienstag, 8. August 2017

überraschend


Neugier liegt in der Natur des Menschen. Sie bringt uns voran. Lässt uns an die Zukunft denken. Lässt uns träumen, wenn ein Wunder unter dem Herzen wächst. Wir stellen uns vor, wie unser Kind wohl aussehen wird. Fantasieren vom zukünftigen Familienleben. Fragen uns, welche unserer Leidenschaften es wohl teilen wird und hoffen, dass es nicht auf die schiefe Bahn gerät. 

Doch über allem prangt: Hauptsache gesund. Alles andere erscheint zweitrangig. Das ist der Zeitgeist. Gesund * Vital * Optimal - Nur dann steht einem die Welt offen. Oder? 

Was passiert, wenn wir uns von unseren Traumvorstellungen verabschieden müssen? Frühzeitig und nicht erst, wenn das Kind kein Abitur macht. Was passiert, wenn wir Kontrolle abgeben müssen, weil wir keine Mediziner sind, weil wir es nicht besser wissen? 

Seit der Schwangerschaft mit Krümelie ist es so, dass Kontrollen angesetzt werden, weil etwas sein könnte, und weil wir nicht leichtsinnig sein wollen, lassen wir kritisch schauen... beim Zahnarzt, beim SPZ, bei den U-Untersuchungen, beim Endokrinologen, beim Augenarzt, beim HNO-Arzt und schlussendlich habe ich den Kardiologen auch noch im Hinterkopf. 

Es nennt sich Vorsicht und Früherkennung und wir wollen nur das Beste und machen Termine. Manche davon sind Teil einer gängigen Praxis für alle Kinder. Ich weiß das. Doch die Summe nervt mich.
Es füttert meine natürliche Angst. Wie könnte ich mir keine Sorgen machen bei all der Kontrollwut?! Es ist ein ganzes Stück Arbeit den Glauben an "das kompetente Kind" nicht zu verlieren.

Momentan bringt mich zwar die Tatsache, dass der Sohnemann ein Linkshänder ist, mehr zum Grübeln als der fehlerhafte Chromosomensatz seiner Schwester. 
Linkshändler - heute doch kein Problem (mehr). Genau. Genauso wenig wie das Ullrich-Turner-Syndrom. Oder? 

Wie beeinflusst das UTS die kindliche Entwicklung? Eine Frage, die unter den Nägeln brennt. Viel geklickt hier und immer wieder bei den Suchanfragen. Sind wir doch auf Optimierung und Prozessverbesserung ausgerichtet? Na und? Mich wundert es nicht. Und ich kann die Neugier verstehen. 

Ich sag euch, was passieren kann... 

Je weniger Kontrolltermine wir hatten, desto entspannter und vertrauensvoller war ich. Bin ich. Ich möchte meinen Kindern Werte, die mir am Herzen liegen, vermitteln, möchte Vorbild sein und habe die Vorstellung, dass sie vorurteilsbewusste und denkende Erwachsene werden. Doch vor allem möchte ich Vertrauen haben in sie. 

Wenn ich Inne halte, kann ich mir bewusst machen, wie megamäßig toll, wunderbar und großartig meine Kinder sind. Meine Tochter kann eine Rolle einnehmen und hartnäckig darin verharren, ihren Bruder animieren und die wildesten Geschichten erzählen. Mein Sohn springt furchtlos bei jeglichen Gelegenheiten, aus Höhen, die mich den Atem anhalten lassen. Die Kinder können auf dem Bett hüpfen. Es bei einem "Nein" trotzdem tun und dann mit "Aber" antworten. Sie können miteinander spielen, zeigen uns Geschwisterplüsch deluxe und streiten wie die Kesselflicker. 

Und plötzlich kann ich gestärkt der Entwicklungskontrolle gegenüber sein. Ich weiß nämlich, dass meine Kinder perfekt und Könner sind. Überraschend? 

Ich hätte mir in meinen wildesten Träumen nicht vorstellen können, wie es heute ist, wie sehr ich meine Zwei liebe. 

Anne 

Sonntag, 6. August 2017

Lebensbilder statt Krankheitsbild #111 mit Wochenende in Bildern

Da wären wir also schon im August. Ich schwafel jetzt nicht von der Zeit, aber Weihnachten rückt näher. Is so. Die ersten Schokimänner und Lebkuchen warten sicher schon auf Paletten. 

Doch jetzt erstmal Bilder vom Sommerwochenende. 



Ich sah am Samstagmorgen bewusst aus dem Fenster und machte ein Foto zum Thema #VorMeinemFenster für die Instachallenge, die von der Bloggerin hinter Jolinas Welt ausgerufen wurde. Dabei freute mich über das Sonnenblumenherz. Seht ihr auch, oder? 
Nach dem Frühstück wurden die Kinder von Oma&Opa abgeholt und es ging zum Wochenmarkt. 
Die Kinder und ich konnten dem herrlichen Duft von Pfirsich Crumbel nicht widerstehen und genossen auf dem Spielplatz. 
Dann wurde dem Bohnennotstand entgegen gewirkt. 
Wegen des Regens entschieden wir uns für Unterschlupf und Essen. 
Zuhause plätscherte dir Zeit dahin. Es war entspannt. 
Am späten Nachmittag bzw. frühen Abend ging es noch eine Runde mit den Rädern raus. 

Der Samstagabend klang ruhig aus. Der Sonntag begann früh. Das Tochterkind steckte voller Energie. Am Vormittag wurde ausgiebig gemalt. 
Danach mussten die Kinder in die Badewanne. 
Bei einem Film kümmerte ich mich um die Haare der Kinder. 30 Minuten habe ich gebraucht um wirklich durch Krümelies Wuschelkopf zu kommen. So lange habe ich noch nie gebraucht. Und sie will partout nicht zum Friseur. Mag da jemand seine Erfahrungswerte mit mir teilen? 
Ausgeruht und gestärkt fuhren wir dann ans andere Ende der Stadt. 
Krümelie hatte zum Geburtstag eine Karte für das Familientheater geschenkt bekommen. Wir machten einen Familienausflug daraus.  

Krümelie war gut vorbereitet und die Aufregung war fast greifbar. 
Das Zuschauen hat viel Spaß gemacht. Beide Kinder waren total begeistert. Besonders die Gesänge haben uns gut gefallen. 
Vor dem Heimweg schleckten wir noch Eis und stoppten beim Spielplatz. Ein tolles Ferienende. 

Der Tag endete mit einer kuscheligen Lesezeit und das Wochenende klang aus. 

Mehr Wochenenden in Bildern gibt es hierbei Susanne von Geborgen Wachsen. 

Wie ist es dir ergangen? Was hast du erlebt? 

Ich wünsche dir einen angenehmen Abend und einen guten Start in die neue Woche. 

Anne 

Sonntag, 30. Juli 2017

Tag der Freundschaft

Liebe Herzdame, 

ich möchte den internationalen Tag der Freundschaft nutzen, um dir zu schreiben. 

Wir beide - das passt perfekt.  

Als wir mit unseren Söhnen schwanger waren, spielten unsere Töchter zusammen. Wie schön war es euch nach der Geburt zu sehen. Was habe ich dich dann bewundert im Umgang mit deinen drei Kindern. Ich berichtete meiner Hebamme davon. Sie sagte, dass eine Frau, die ihr erstes Kind gebärt, Hilfe braucht. Eine Frau mit dem dritten Kind, die würde noch Hilfe anbieten. Stark. Kompetent. Gelassener eben. Und ich war so aufgeregt bei der Umstellung von einem zu zwei Kindern. Und du hattest trotz Schlafmangel und Dauerstillen noch ein offenes Ohr für mich. 

Irgendwann konnten wir gemeinsam unsere Kinderwägen schieben, Kaffee trinken oder Ausflüge machen und uns dabei über Babyzeugs auslassen. Doch wir können auch über alles andere reden. Wir können lachen und uns über Gott und die Welt wundern. 

Nach der Elternzeit freute ich mich oft über dein Strahlen, wenn wir uns kurz im Kindergarten trafen. Unsere Dynamik zusammen ist großartig und ich verabschiede mich immer mit einem guten Gefühl von dir. 

Wie schön, dass uns das Universum zur richtigen Zeit an den richtigen Ort gebracht hat und wir uns kennen gelernt haben. 

Ich freue mich mit dir über die Erfolge deiner ältesten Tochter, schätze den Freigeist deiner zweiten Tochter und den Eigensinn deines Sohnes. Deine Kinder sind genauso wundervolle Persönlichkeiten wie du. 

Ich weiß, dass du mir mit Liebe, Rat und Tat zur Seite stehst und dafür danke ich dir. 

Fühl dich geherzt. Der nächste Kaffee (oder Sekt) geht auf mich. 
Du bist toll! 

Deine Anne 


Voller Freude und Dankbarkeit stelle ich fest, dass es noch andere Damen und Herren gibt, die mein Leben bereichern, mit denen ich Erlebnisse teilen kann, denen ich vertraue. Auch ihr sollt euch geherzt fühlen. 

Welche Rolle spielt Freundschaft in deinem Leben? 

Sonntag, 23. Juli 2017

Mama geht tanzen. Was sonst? Oder?

An dieser Stelle ist für gewöhnlich das Wochenende in Bildern zu sehen. Heute nicht. Warum nicht? Weil ich gestern getanzt habe.


Achtsamkeit sich selbst gegenüber, Me-Time, Mamaauszeit - das beschäftigt mich. Wie kann ich gut auf mich achten? Wie Kraft tanken? 

Ich liebe es, dass meine Tochter zwar auch im Umgang mit nicht so vertrauten bzw. fremden Menschen anfänglich zurückhaltend, dann aber, wenn "keine Gefahr droht", unbefangen ist. Sie singt laut. Tanzt wild. Berichtet ausführlich. Fühlt sich in ihrem Sein in keinster Weise kritisierbar. Ist sie auch nicht. Kinder sind ausgelassen. Ich möchte das auch. Eine Freundin sagte: Du setzt deine Grenzen selbst. Und deine sind nicht meine. 

Und am Samstagabend setzte ich meine Grenzen und tanzte. Und ich habe sogar Komplimente bekommen. Und konnte sie annehmen und genießen. Das ist für mich auch nicht selbstverständlich.  
Ein Abend aus dem ich viel Positivität ziehe und eine Erinnerung von der ich im Alltag zerren kann. Ich sollte viel mehr tanzen. Mir mehr Zeit nehmen für mich. Meine Kinder sind in einem Alter, wo sie gut eine Nacht ohne mich auskommen. 

Und mit einem Lächeln kann ich mir dann ihre Abendteuer anhören. Sie in den Arm nehmen und herzen. Manche Dinge im Alltag leichter nehmen. 

Was tut ihr Gutes für euch? Woher bezieht ihr eure Kraft für den Alltag mit oder ohne Kind(ern)? 

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche.
Anne

Freitag, 21. Juli 2017

Wohnraumsuche mit Kindern in Berlin ist zum Kotzen.

Ich bin in Berlin geboren. Meine Heimatstation ist hier. Meine Wurzeln. Meine Kinder sind hier geboren. Ich sehe es zwar wie Peter Fox und finde, dass Berlin ganz schön hässlich sein kann. Dreckig. Deprimierend und trüb. Doch die Hauptstadt ist der Ort, wo ich mich Zuhause fühle. Ich will hier nicht weg. 
Nur in eine schönere Ecke. Doch Pustekuchen. Wohnraum ist begehrt. Teuer. Es ist zum Verzweifeln. 
Und die Anzahl der Familienmitglieder macht es nicht leichter. 

Ich suche einfach nur ne Wohnung mit Platz. 

Klar, ein Häuschen mit Garten ist schön. Hausbau kommt für mich aber nicht in Frage. Ich bewundere ja jene, die das angehen wie Alu und Konsti aka Grosseköpfe
Ich hege da keine Ambitionen. Für´s Kaufen fehlt mir das Geld. 
An sich fände ich es toll ein Haus zu mieten. Der Hacken: Der Vermieter könnte Eigenbedarf anmelden und man müsste raus. Jenny von Kinderchaos berichtete neulich erst von ihrer Situation, wo der Vermieter das Haus verkaufen will. Und dann muss eine Entscheidung her. Hauskauf oder Auszug?

Eine Wohnung reicht mir. Gerne mit Hinterhof. Platz will ich. 5 Zimmer. Hohe Decken wären mein Traum. Aber vorallem Platz. Ich will doch einfach nur bezahlbaren Lebensraum mit ein bisschen Grün. Ich habe keine 1.600€ im Monat für 4 Zimmer. 


Viel muss bedacht werden. 

Die Verkehrsanbindung, Schule und Kindergarten und ein Park in der Nähe sind Punkte, die bedacht werden müssen. Der Weg zur Arbeit muss berücksichtigt werden. 
Ich habe kein Auto und damit fällt für mich Brandenburger Umland auch raus. Das Kiezleben würde mir sehr fehlen. 
Vielleicht sind da auch irgendwann mehr als 2 Kinder. Und dann? Lieber jetzt umziehen bevor wir als Großfamilie gar keine Chancen mehr haben. Bei meiner Freundin mit ihren 3 Kindern hieß es, dass eine 4-Raum Wohnung für 4 und nicht für 5 Personen gedacht sei. 



gutes Karma

Ich hoffe. Ich suche. Ich kotze ab. Ich hätte also gerne eine große und bezahlbare Wohnung in Pankow, liebes Karma. Scheinbar möchte ich aber in einem Schloss wohnen. Doch ich würde meine Ansprüche auch runterschrauben. Wer also jemanden kennt, der seinen Berliner Wohnraum verlässt, sagt mir Bescheid. Wirklich. Wer jemanden kennt, was weiß, Ratschläge oder Geheimtipps hat, immer raus damit. Wir sind freundliche Nachbarn, grüßen, nehmen Pakete entgegen, die Kinder schlafen irgendwann und geraucht wird auch nicht. Früher mussten wir immer unser Stück Treppe putzen. Das kann ich also auch noch. 
Miete würde ich übrigens auch bezahlen. 

Wisst ihr Bescheid... ich stöbere dann nochmal durchs Netz. 

Schönes Wochenende 
Anne 

Montag, 17. Juli 2017

Lebensbilder statt Krankheitsbild #110 mit Wochenende in Bildern

Vom vergangenen Wochenende möchte ich euch noch berichten. Meine Oma feierte ihren Geburtstag. Ein Anlass zu dem viele Familienmitglieder anreisten. Die Kinder und ich auch. Und trotz aller Aufregung und Anstrengung erlebten wir wundervolle Momente, herzten meine Mama und Oma und streiften durch die Kleinstadt nebst Umgebung. 



Kleine Gassen und verwunschene Häuser - die Fantasie des Tochterkindes sprühte und der Sohnemann sammelte Steine und Stöcke ohne Ende. Es gab lecker Essen und wenig Schlaf. 
Meine mutige Tochter ist glückselig geritten und wollte gar nicht mehr absteigen. Das war das Highlight am Samstag. 
Am Sonntag machten wir dank Modellpark eine Landkreisrundreise und besahen uns Allerlei Kirchen.

Gelernt haben wir in der Burg neben dem Miniaturenpark auch noch was über Pilze, Tiere und Bäume. Abends bowlten wir zum ersten Mal. Für die Kinder gab es ein Gestell. Ich setzte die Kugel oben auf, hielt die Vorrichtung fest und die Kinder gaben ihr ordentlich Schwung. Tolle Sache. Und jede Menge Spaß. 
Am Montag fuhren wir zurück. Doch vorher streiften wir noch herum, fanden Schätze, sammelten Steine und ließen sie hinter uns wie Hänsel und Gretel. Auf jeder Brücke wurde der Flusslauf kontrolliert und dann ließen wir auf einer Seite Blumen, Blätter oder Stöcke von der Brücke fallen, rannten zur anderen Seite und jubelten, wenn etwas auftauchte. Auch kleine Rennen fanden statt. In nettester Gesellschaft verging die Zeit viel zu schnell. 

Es war ein bisschen Bullerbü für meine Großstadtkinder an diesem Wochenende. Unglaublich schön... 

Mehr Wochenenden in Bildern gibt es hier bei Susanne von Geborgen Wachsen. 

Von welchen Erinnerungen zerrst du? 

Anne 

Freitag, 14. Juli 2017

gelebte Inklusion am Beispiel einer Eltern-Kind-Gruppe

Schöne Theorie, aber in der Praxis hapert es. Ein gängiges Problem. Bei Inklusion auch?! 

Ich möchte Erfahrungen sammeln, möchte weniger Theorie, mehr Praxisbeispiele. Also sprach ich beim letzten "Salon für inklusiven DialogAndrea an und erzählte ihr von meinem Wunsch nach wirklichem Erleben. Im Flyer vom Verein "Eltern beraten Eltern" hatte ich bei der ersten Veranstaltung von der Eltern-Kind-Gruppe gelesen. Und bei dieser wollte ich gerne dabei sein. 
Mit meinen beiden Kindern war ich beim Pekip und diversen offenen Angeboten, die soziale Kontakte und Spiel- sowie Bewegungsanregungen für das Kind ermöglichten. Ich habe das immer als Bereicherung erlebt. Muss man aber auch mögen. 


Begegnung und spielende Kinder 

Donnerstags in Berlin-Steglitz können sich Eltern und Kinder mit und ohne Behinderung oder Entwicklungsverzögerungen treffen. Von 11:30 Uhr an können Kinder ab dem ersten Geburtstag den Sportraum im Familienzentrum JeverNeuen einnehmen. Anschließend ab 12:45 Uhr wird es ruhiger. Jüngere Kinder kommen. 


Gerahmt wird das offene Angebot von einer Begrüßungs- und einer Abschiedsrunde, dabei sind das Besondere die wiederkehrenden Lieder, die von Gebärden begleitet werden. Dazwischen gibt es Raum für Gespräche, für Fragen und Austausch. Ich sah stillende Mütter, sabbernde Kinder, Kontaktaufnahmen, bei denen Finger in anderen Mündern landeten, an Haaren gezogen wurde und einfach offenes aufeinander zugehen. Es gab Spielzeug und Bewegungsbaustellen. Ein Mädchen fand die Steckdose spannend. Ein Junge brachte seiner Mama einen Schuhe. Nicht seinen. Ich sah Kinder, die mutig waren, und dann weinten, weil sie sich soweit weg von Mama getraut hatten. Ich registrierte süße Grübchen, Normabweichungen, geschickte Kinder, die Verrenkungen machten, von denen ich nur träumen kann. Ich unterhielt mich über Wohnungssuche und über das Leben mit Kindern. Ein Junge interessierte sich für meine Tasche. Eine Nachziehauto wurde auf seine Fähigkeiten untersucht. Es krachte, wenn es eine Matratze, die über einer Bank an eine Rutsche erinnerte, herunter purzelte. Ich stellte fest: Ein Mann und viele Frauen - auch das ein gängiger Spiegel unserer Gesellschaft.  


Andrea hatte mir im Vorfeld erklärt, dass dieses Eltern-Kind-Angebot total unspektakulär wäre. Und sie hatte Recht, aber auf die beste Art, die es gibt. Unspektakulär erlebbare Inklusion mit Selbstverständlichkeit.  

Anregungen (z.B. das Gesprächspartnerwechseln in der offenen Runde) und Informationen (z.B.Während der kalten Jahreszeit, wenn es draußen ungemütlich ist, ist das Angebot höher frequentiert.) habe ich mitgenommen für meine Praxis und dieses Gefühl, dass ich willkommen war. Ich habe eine offene Gruppe mit Herzlichkeit erlebt. Neben Andrea vom Verein "Eltern beraten Eltern" gestaltet auch Gaby (Physiotherapeutin) das Miteinander dort und beide können bei Bedarf beratend aktiv werden oder andere Unterstützung wie Sprachmittler ermöglichen. Im Familienzentrum kann das Elterncafé genutzt werden und auch dieses Haus ist offen für Ideen. 

Theorie und Praxis geht doch zusammen und die Erkenntnis schlechthin: Alles steht und fällt mit den Menschen. 

Ich bin dankbar, dass ich da sein durfte. 

Anne