Dienstag, 26. Juli 2016

Größe ist nicht alles. Oder doch?

Vor DEM Termin

Nun steht er kurz bevor - DER Termin. Seit wir vom UTS wissen, wusste ich, dass dieser Tag kommen wird. Das Thema Größe begleitet uns. Es ist ein Top-Thema. Ein Dauerbrenner. Ein Phantom. 

Noch bevor meine Tochter überhaupt geboren wurde, klang die Frage nach den Körpermassen unheilbringend. Manches Mal begegnete mir Erstaunen, weil Krümelie mit "normalen" 50 cm geboren wurde. Wir warteten dann wie bei Dornröschen darauf, dass sich die Prophezeiung erfüllen würde. Irgendwann würde unsere Tochter zu klein sein. Sie würde die Kurve und damit den Normbereich verlassen. Ob ein hundertjähriger Schlaf nicht wünschenswerter wäre, weiß ich nicht. Leidensdruck und Hänselein würden meine Tochter erwarten. Und dann würde DER erlösende Termin kommen. Wie ein strahlender Prinz würde uns der Endokrinologe erwarten, wie ein Schwert, welches Dornenhecken durchtrennt, würde er seine Spritzen erheben und uns erlösen. 

Nach zu erwartendem anfänglich Unmut würde sich Krümelie mit der Zeit locker alleine spritzen können und fröhlich lachend mit anderen Mädchen ihre Injektionsgeräte vergleichen. Ein Aufhohlwachstum würde einsetzen und die Norm wäre greif- bzw. erreichbar. 

Happy End.


Versteht mich nicht falsch. Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Wirklich, Seit der Diagnosestellung geistert diese Frage - Spritzen ja oder nein? - um uns herum. Und es gibt keine allgemeingültige Antwort. 
Es gibt so viel abzuwägen. 

Krümelie ist 4 Jahre alt. Sie wird bei dem Termin in der Endokrinologie gemessen und eingeschätzt. Wir werden bestimmt nochmals aufgeklärt und können uns dann entscheiden, ob wir dem Wachstum auf die Sprünge helfen.

Ich kenne Pro und Contra. Schon wenige Zentimeter können einen Unterschied machen. Die Körperproportionen können sich verlagern, die Selbstwahrnehmung und die Selbstwirksamkeit (zum Beispiel durch die Möglichkeit des Autofahrens) kann gestärkt werden. Trotzdem ist es ein Eingriff in natürliche Vorgänge und es können Nebenwirkungen auftreten.

Die Tendenz geht zum Nein. Entschieden haben wir noch nichts. 
Bisher haben wir auch noch nicht mit Krümelie gesprochen. Sie soll möglichst unbefangen zum Termin gehen. Anschließend werden wir uns unterhalten. 

Erste Gedanken (vom letzten Jahr) könnt ihr HIERHIER und HIER lesen. 

Ich bin gespannt, was wird, und werde berichten. 

Anne

Sonntag, 24. Juli 2016

Lebensbilder statt Krankheitsbild #54 mit Wochenende in Bildern

Hoch die Hände 
Wochenende!

Der Samstag startete pünktlich um 6:00 Uhr. Die Kinder kamen nach einander zu uns ins Schlafzimmer. Sie kicherten und kuschelten, zangten ein bisschen und turnten durchs Bett. Als ich vorsichtig die Augen öffnete, sah es dann jedoch so aus: 
Kurz vor 7:00 Uhr hörten wir meine Mama, die bei uns auf dem Sofa geschlafen hat.
In dem Moment dachte ich: Es ist so schön, dass sie alle da sind. 
Wir spielten ein bisschen, frühstückten irgendwann, quatschten und spielten weiter. 
Am späten Vormittag ging es dann nach draußen. Wir spazierten und genossen die Zeit und die Sonne. 
Doch dann mussten wir uns verabschieden. Meine Mama trat die Heimreise an. Schnief. 
Der Herzmann, die Kinder und ich mussten noch Besorgungen machen, aßen Mittag und bevölkerten dann den Balkon. 


Der Tag endete für die Kinder mit einem ausgiebigen Bad und Lesezeit. 
Hier seht ihr einen Tipp und ihr könnt erraten, was wir wohl gelesen haben. 
Der Herzmann und ich kuschelten uns später zusammen und schauten fern.

Der Sonntag begann, wie der Samstag endete- mit Büchern. 
Als es mir zu viele Werke in meinem Bett wurden, machten wir uns ans Frühstück. Anschließend schnitt ich Obst und Gemüse. Wir packten Sachen ein für einen Ausflug und bald darauf machten wir uns auf den Weg.
Die Kinder und ich freuten uns sehr eine befreundete Familien zu treffen. Gemeinsam fuhren wir in die "Gärten der Welt". Dort fanden "HighlandGames" statt und drum herum gab es viel zu bestaunen. 



Wir sahen, wie Männer Steine warfen, die Kinder spielten Wikinger und auf dem Spielplatz. wir picknickten und sahen ein Theaterstück. 
In netter Gesellschaft verbrachten wir dort also eine angenehme Zeit. 




Zuhause badeten die Kinder und es gab Abendbrot. 
Der Sonntag klang aus mit dem Sandmann und Pippi Langstrumpf. 

Mehr Wochenendeindrücke gibt es hier bei Susanne. 

Habt ihr Urlaub? Was treibt ihr so? Wie verbringt ihr den Sommer?

Startet gut in die neue Woche!

Anne 

Donnerstag, 21. Juli 2016

"Gedanke des Tages" Nummer 2: Der perfekte Kindergarten?!

Über Perfektion lässt sich bekanntlich streiten. Die Maßstäbe dafür setzt jeder für sich; seinen Erwartungen, Erfahrungen und Lebensweisen entsprechend. 

Doch wenn es um die Fremdbetreuung des Kindes/der Kinder geht, soll die Einrichtung und das Personal schon sehr nah dran sein an den eigenen Vorstellungen. An Perfektion. 

Wie finde ich den perfekten Kindergarten? 

Die Antwort ist simpel. 

Gar nicht.

Es ist wie in einer Liebesbeziehung. Den perfekten Partner gibt es nämlich auch nicht. Und trotzdem heiraten Menschen, weil sie jemanden gefunden haben mit dem sie sich die Ewigkeit und das Zusammensein bis in eben diese vorstellen können. 

Das Gefühl muss stimmen. Vertrauen muss da sein. Es muss sich jedoch zuerst entwickeln. Wenn das Bauchgefühl aber postiv ist, kann das Vertrauen wachsen. 

Wir als Eltern wollen in die Einrichtung kommen und Willkommen sein. Wir wollen wissen, dass dort ein Ort des Lernens, Lebens und Lachens ist. Wir wollen, dass dort unsere Vorstellung von Erziehung zu großen Teilen gelebt wird. Die Bedürfnisse der Kinder sollen Ernst genommen werden. 
Unstimmigkeiten kann es geben. "Offene Ohren" dagegen müssen immer da sein. 

Eigentlich ist es egal, was für ein Schwerpunkt (Musik, Natur oder Bewegung), was für ein Konzept (Waldorf, Reggio oder Montessori) oder welcher Name (Kita Mietzekatze oder "Die wilden Entdecker) an der Tür steht, die Hauptsache ist, dass sich alle Menschen wohlfühlen und miteinander auskommen in diesem Kosmos "Kindergarten". 

Ganz ohne Betreuungskonzept - nur mit der Familie - bis zur Einschulung finde ich im Übrigen nicht von Vorteil. Ich denke, dass Kinder trotzdem Zuhause viel lernen und sich entwickeln können, jedoch die Gemeinschaft brauchen. Über 9 Stunden in der Kita ist mir auch zu viel. Geht manchmal nicht anders, schneidet jedoch die Familienzeit enorm ein. 

Im besten Fall ergänzt der Kindergartenbesuch das Familienleben. Er soll es nicht ersetzen und schon gar nicht in Frage stellen, außer das Wohl des Kindes ist gefährdet. 

In einer Gruppe von Kindern herrschen Strukturen, gibt es Regeln, aber auch Möglichkeiten, welche es Zuhause nicht gibt. Die Fremdbetreuung in einer Einrichtung sollte keine Verwahrmöglichkeit sein, die aus der Not heraus genutzt wird. Vielmehr sollte sie Vereinbarkeit unterstützen und Chancen bieten. 
Dabei zählen die Menschen. Einer sympathischen Erzieherin, die mir vom Grundgefühl gefällt, kann Vertrauen schenken und da ist eben das Konzept fast egal. 

Mögen die Kinder wachsen, wie die Pflanzen. 
Wie seht ihr das mit der Betreuung im Kindergarten? Wie findet man die perfekte Einrichtung? Gibt es sie doch? 
Oder sollten Kinder lieber anders versorgt und unterstützt werden ohne die starren Linien eines Kindergartens? 

Anne



Montag, 18. Juli 2016

achtsames Wohlfühlen - Aufgabe 3

Als ich am Wochenende mit den Kindern auf dem Spielplatz war, gesellte sich ein sechsjähriger Junge zu uns. Er redet viel. Ausführlich berichtete er, was für ein Videospiel er hatte, wieviel Geld er besäße und wie er sich die Schule vorstelle. Er wollte sich darstellen und erklärte Krümelie, dsss sie ja ein kleines Baby sei.

Ich war bereits genervt, übte mich im Sinne der letzten Wochenaufgabe vom Projekt "Achtsame Elternschaft" in Zurückhaltung. Das war gar nicht so leicht. Ein ums andere Mal hätte ich gerne geantwortet. 

Doch meine Tochter unterhielt sich einfach. Am Besten gefiel mir ihre Antwort zum Videospiel. Dieses sei eben ab 6 Jahren und es ginge um Gespenster, welche eingesaugt werden müssen. Krümelie könne das nicht spielen. Das störte sie nur wenig. Sie sagte: "Ich hab nämlich Fantasie und kann auch so Gespenster jagen.". Sie lief dann auch gleich demonstrativ knurrend und kreischend durch die Gegend. 

Natürlich weiß ich vom Kopf her, dass es besser ist sich herauszuhalten, aber das Bedürfnis mein Kind zu schützen, war da.  

Habt ihr euch auch in Situationen mit euren Kindern zurückgehalten? Konflikte selbst lösen lassen? Bei Streit eingriffen oder nicht? Trotz Frust zum erneuten Versuch ermuntern oder einfach machen lassen? Manchmal muss man ganz schön was aushalten, wenn Kinder sich ausprobieren.

Darüber konntet ihr euch ja bei meiner Aufgabe Gedanken machen.
 ;-) 


Habt ihr bewusst aus dem Fenster gesehen? Wie war der Blick in die Welt? Erzählt es mir. 

Ich schaue übrigens super gerne beim Bahnfahren raus - die Kinder auch. Das ist ein bisschen wie bei einem Wimmelbuch. Es gibt viel zu entdecken.


Aufgabe der Woche

Und die neuen Eindrücke müssen verarbeitet werden. 
Wenn wir viel im Kopf haben, muss das irgendwo hin. Das Gewirr kann so strukturiert werden und Verarbeitungsprozesse beginnen. Es hilft uns. Schreiben wir zum Beispiel eine Einkaufsliste vergessen wir weniger. Ziehen wir Striche auf Papier, können wir unsere Selbstwirksamkeit erleben. Das gibt Vertrauen. Malen wir ein Bild, drücken wir uns aus. Kinder machen das. Erwachsene können das auch. 
Die Aufgabe lautete: Bringt etwas zu Papier. 

Den Impuls für diese Aufgabe erhielt ich, weil ich meinen Blick unter das Fenster in der Bahn gerichtet habe...

Anne

Sonntag, 17. Juli 2016

So geht es nicht weiter

Damit wäre schon alles gesagt. Aber: Nein, ich meine nicht die Geschehnisse in der Welt. Veränderungen stehen hier an und es tut sich einiges.


Worum geht es?

Mit viel Herzblut ist das "X-MAL ANDERS Ullrich-Turner-Syndrom! Ja, und?!- Buch entstanden. Es war eine Idee, die einfach umgesetzt werden musste. Und es war nötig. 
Kürzlich konnte ich wieder mitverfolgen, wie eine Schwangerschaft endete, weil das kleine Herz aufhörte zu schlagen, (was schon unglaublich traurig ist) und sicher der ein oder andere Arzt dachte "Besser ist es". 

Ich habe aufgehört zu zählen, aber schon verdammt oft sagte ich: "Das macht nichts. Ich kannte das Uts/ das Syndrom auch nicht bis zur Chromosomenanalyse meiner Tochter." Der Bekanntheitsgrad - besonders in Zeiten der Gentests via mütterlichem Blut zu einem frühen Zeitpunkt einer Schwangerschaft - muss gesteigert werden. 

Doch bereits im Juni machte ich mich mit meinen Lieben und einem Gedankengewirr, einem Knäuel an Ideen und einer Menge an offenen Fragen auf nach "Opawesel". Ich hoffte beim Jahrestreffen der Turner-Syndrom Vereinigung Antworten zu finden. 

Welche Perspektiven hat das Buch? Soll es überarbeitet werden? Sollen neue Beiträge und Bilder entstehen? Wer will das(lesen)? Für das Ziel "Bekanntheitsgradsteigerung" gäbe es andere Wege. Sind diese effektiver? 


Wie soll die Zukunft des X-MAL ANDERS- Werks aussehen? 

Die Entscheidung 

Der Vertrag für den Buchdruck endet zum Dezember hin. Ich möchte die Druckdatei erhalten. Das Werk kann dann nicht mehr bestellt werden. 
Der aktuelle Stand zeigt, dass über den Handel 199 Exemplare verkauft wurden. 
Dazu kommen nochmal 100 Exemplare, die über verschiedene Wege ihren Weg in die Welt fanden. Das ist schon eine Menge für ein "Nischenbuch". 
Mein Dank gilt an dieser Stelle Marlis, 
die unglaublich motiviert die Werbetrommel rührt.

Die Produktion wird sozusagen eingestellt. Bähm! Das war jetzt die große Bombe, die geplatzt ist. 
Wer also noch kein Buch hat und eines möchte, sollte es sich überlegen.

Die letzte Aktion

Im letzten Jahr lief nicht alles nach Plan. Daher habe ich mich entschieden, es in diesem Jahr erneut zu versuchen. Ich nominierte das X-MAL ANDERS- Buch für den Award, welcher im Rahmen der Frankfurter Buchmesse vergeben wird. 
Ich bin natürlich davon überzeugt, dass meine Tochter, die nun mal auf dem Cover strahlt, wunderschön ist. Dies wird von meiner Seite aus die letzte Aktion für und mit dem Buch sein.  
Es wäre richtig super, wenn ihr mich dabei unterstützt. Es wird das schönste Buch gesucht. Votet HIER für uns! Und sagt es weiter. 
Dankeschön.

Was wird aus dem Blog? 

Ich läute mit diesem Post den Wandel ein. Lange Zeit reifte diese Überlegung in mir. Will ich weiter machen? Trenne ich die Einheit aus Buch&Blog? Das Hier ist entstanden, um das Buch zu begleiten und zu unterstützenWie will ich ohne Buch weiter machen? Doch die Idee des Buches, die Idee von "X-MAL ANDERS", die Notwendigkeit und mein Denken bleibt auch ohne kaufbares Buch. 
GEBOREN WERDEN
DA SEIN
INDIVIDUALITÄT VERKÖRPERN
VIELFALT UND NORMALITÄT ZEIGEN
BANALITÄT BESTÄRKEN
ÄNGSTE ÄUßERN
MUT MACHEN
SCHÖN SEIN
SICH NICHT VERSTECKEN
LEBEN UND LACHEN
JEDER MENSCH IST X-MAL ANDERS VON SEINEM CHROMOSOMENSATZ HER!
ICH WILL X-MAL ANDERS SEIN!
ICH BIN X-MAL ANDERS!

ICH WERDE ALSO DEN BLOG UND SEINE DAZUGEHÖRIGEN KANÄLE UMBENENNEN IN: X-MAL ANDERS SEIN!

Ihr findet mich jetzt übrigens auch bei Instagram. HIER
Ich freue mich über Follower. In der Computer-Version seht ihr an der Seite auch die Möglichkeit "Folge via Mail". Wenn ihr eure Mail-Adressen dort eintragt, bekommt ihr eine Nachricht, wenn ein neuer Post online ist. Auch darüber freue ich mich. 

Wie sich alles entwickelt, wird die Zeit zeigen. Erstmal wird es weiterhin das Wochenende in Bildern und die 12von12 geben. Ich werde über das Ullrich-Turner-Syndrom schreiben, über unser Familienleben, über Krümelie und Krümel, über das was ich denke, was mich bewegt. Ich möchte mich mehr dem Thema Inklusion widmen. Ansonsten lass ich mich einfach treiben.

Feedback

Ich freue mich, dass ihr hier lest. Ohne Leser wäre das Ganze doch sinnlos. Also: IHR SEID WUNDERBAR! Fühlt euch WILLKOMMEN! 
Das Anliegen, das UTS bekannter und menschlicher zu machen, bleibt und ihr tragt meine Gedanken mit mir weiter. Dankeschön.

Wie immer interessiert mich, was ihr denkt. Gefällt der Name? Was sagt ihr zur Veränderung? Lest ihr weiter hier? Habt ihr Anregungen und (Lese)Wünsche? 


Schlussendlich wünsche ich euch einen guten Start in die neue Woche und einen angenehmen Abend!

Anne

Dienstag, 12. Juli 2016

Lebensbilder statt Krankheitsbild #53 mit 12von12


Bei dieser Aktion werden am 12ten eines Monats 12 Bilder (vom Tag) gemacht. Das passt prima in meine Reihe "Lebensbilder statt Krankheitsbild", dachte ich mir. Daher gibt es jetzt 12 Lebensbilder von meinem/unserem Tag und HIER bei "Draußen nur Kännchen" gibt´s noch mehr...

Hallo, 

heute ist der 12. Juli 2016!

Ich arbeite hinter dem Regenbogen.
im Gruppenraum
Kaffeepause
Nach der Arbeit schnell noch welche geholt.
Bald ist die Saison vorbei. 
abgeholtes Tochterkind vorneweg
im Sand 
Oma bringt die Augen des Enkels zum Strahlen.
Das neue Kitajahr naht. 
Geschwister miteinander
Man lese die Botschaft.
Oder bestaune die Blumen.
Fundstücke des Tages
Vor dem Abendbrot
Nach dem Abendbrot

Wie war euer Tag? 
Habt einen angenehmen Abend!
Anne

Montag, 11. Juli 2016

achtsames Wohlfühlen - Aufgabe 2

Am letzten Montag war ich gespannt auf den Input zum Projekt "achtsame Elternschaft". 10 Minuten pro Tag bewusst beobachten - ohne Kameralinse, dafür mit Notizblock -, was mein Kinder tun. Puh. Das Schwerste daran war wohl, dass das Hinschauen und Aufschreiben ohne Wertung erfolgen sollte. 
Also ich muss sagen, meine Aufgabe war wesentlich leichter und hat mehr Spaß gemacht. Eine gute Kombination Konzentration und lautes Singen & wildes Tanzen (mit den Kindern). 

Wertfrei bzw. Neutral-sein, wenn es um meine Kinder geht, ist eine Herausforderung. Auf der einen Seite liebe ich sie, bin stolz auf ihr Sein und ihr Wesen, auf ihr Können und ihren Willen. Auf der anderen Seite sprechen sie mit ihrem Handeln viel mehr meiner Gefühle an, erleben gleichzeitig viel mehr Stimmungen (Müdigkeit, Anspannung) und Art&Weisen, die daraus resultieren, als "Antwort" auf unser Miteinander. 

Mein Erwachsenesgehirn ist so verausschauend, dass manche Handlungen unterbunden werden, weil ich "Folgen" erahne, die Stress (für mich) bedeuten. 

Ich werde mich in Geduld üben. Und versuchen mehr im Jetzt zu sein. Dann ist das Tun viel besser auszuhalten und beobachtbarer. 
Susanne und ihr angeregtes Projekt gehen mit dem neuen Wochenimpuls in die gleiche Richtung. 

In schwierigen Situationen sollen wir uns selbst erst einmal zurück nehmen. Natürlich sollen die Kinder nicht in Gefahr gebracht werden, aber kurz inne halten...


Meine Erkenntnis zur letzten Woche und dem achtsamen Beobachten

Eine Situation, der ich vorher nicht viel Bedeutung beigemessen habe, wiederholte sich täglich. 
Meine Kinder steigen gerne eine Halbeetage hoch und schauen aus dem Fenster. Sie drücken sich die Nasen platt, sehen Kräne, Häuser, Bäume. Autos fahren vorbei. Die Tram auch. 

In der Zwischenzeit kann ich aufschließen. Mich kurz im Eingangsbereich organisieren. Wertvolle Zeit, die ich für mich nutzen kann oder ich geselle mich zu den Kindern, hebe sie hoch und nutze die Möglichkeit. 


Am letzten Montag mit dem frischen Input schaute ich meiner Tochter zu. Sie trug ihre rosa-blauen Sandalen und stieg die Treppe hinauf und hinunter. Beim Weg nach unten hielt sie die Arme leicht nach oben. Sie spührte jeden Schritt nach, schaute hoch, schaute genau auf die Füße. 

Es war gar nicht so einfach den Moment aufzuschreiben. Was hatte ich gesehen? Welche Worte beschreiben das am Besten? Ein Satz oder gar eine Notiz und in der Zwischenzeit sind soooo viele kleine Details passiert, die ich gar nicht richtig fassen konnte. 

Üben lohnt sich. 


Meine Aufgabe 

Naheliegenderweise lautet sie: 
aus dem Fenster schauen

Ja, tut man öfters. Aber was seht ihr? Immer das gleiche? Wetteränderungen? Schaut aus verschiedenen Fenster. 

Wer mit der Bahn fährt, schaut bewusst aus dem Fenster. Seht ihr die Bewegung, den Fortschritt? 

Bereits am Samstag sagte Krümel zu mir: "Mama, schau hin. Was siehst du?". Wir kamen darüber ins Gespräch. Ich berichtete. Sie korrigierte. Genoss die Aufmerksamkeit. Sprecht über das, was ihr seht.

Krümel hat Freude daran seinen Blick in die Welt zu richten. Ihr auch? 

Berichtet mir, wie ist es euch ergangen. Was seht ihr so? Sehen eure Kinder/Partner das gleiche? Habt ihr auch beobachtet? Welche Gedanken habt ihr dazu? Und wer hat laut gesungen? 

Ich bin gespannt...

Anne 

Sonntag, 10. Juli 2016

Lebensbilder statt Krankheitsbild #52 mit Wochenendein Bildern

Ich habe mich riesig auf das Wochenende gefreut. Noch jemand? 
2 Tage zum Erholen, zum Spielen und Kuschen, zum Sonne genießen. Wochenenden sind toll. 

Der Samstag startete bei uns richtig gemütlich. Wir lagen lange im Bett und haben gelesen.
Nach dem Frühstück dann schnappte ich mir die Kinder und wir machten uns auf zum Wochenmarkt. 
Krümel liebt es die Züge und den Verkehr zu beobachten. 
In der Tram musste Bara gestillt werden.
Seit einer Woche ist sie das Baby von Krümelie. Sie regredierte. Vor einiger Zeit war Bara nämlich schon ein Schulkind. Jetzt ist sie eben wieder Krümelies Baby. 
Wir schlenderten über den Markt und kauften ein. 
Zuhause wartete dann der Herzmann mit dem Mittagessen. Anschließend durfte ich mich mit Krümel ins Bett kuscheln. In der Woche fehlt mir die gemeinsame Zeit. Ihm scheinbar auch. Er schlief an meiner Schulter. 
Hach. So schön. 
Irgendwie und irgendwann musste ich mich loseisen. Das Mitarbeitersommerfest wartete auf mich. Als neue Mitarbeiterin sind solche Feste besonders zu empfehlen. Aufgeregt war ich vorher. Doch es war informativ, lecker und angenehm. Der Samstag endet recht spät für meine Verhältnisse. Ich mag das "neue Leben" und den anderen Rhythmus mit zunehmendem Alter der Kinder. 

Der Sonntag startete ähnlich gemütlich. So lagen wir wieder lange im Bett und lassen Bücher. Nach dem Frühstück zerrupften und bespielten die Kinder dasPapier, was sie gestern bemalt hatten. Ich nutzte die Gunst der Stunde und bat Krümelie eine Gewinnerin zu ermitteln. 
Herzlichen Glückwunsch Annika, du hast gewonnen. Bitte melde dich bei mir, damit du dein Päckchen erhälst. 
Das Tochterkind war unglaublich glücklich über unseren Partnerlook und so gingen wir mit Krümel Außerhaus.
Das Bilderbuchfest war unser Ziel. Wir lauschten einer Märchenerzählerin. Sie war super mitreißend. Wir hörten alle drei gespannt zu. 
Dann besahen wir uns die Stände und kauften Bücher. Anschließend waren die Kinder fasziniert von einem Klavier. 
Nach zwei Stunden traten wir den Heimweg an.
Dort angekommen, wurde ausgiebig gelesen. 
Nach dem Mittagessen planschten die Kinder noch auf dem Balkon. 
Recht spät aßen wir noch ein Sonntagssüß. Wir hatten vom Helmholzplatz veganen Kuchen mitgenommen. Sehr lecker. Aber echt teuer. 
Dann planschten die Kinder in der Badewanne, aßen einen Apfel, bekamen vorgelesen und gingen ins Bett. Der Herzmann und ich bereiteten uns auf den Wochenbeginn vor und kümmerten uns um den Haushalt. Und das Wochenende endete... 

Mehr Eindrück gibt es HIER bei Susanne. 

Und für alle die Kaffee trinken und leckeren Kuchen essen mögen, habe ich noch einen Geheimtipp. 
Das Café im blu:boks Zentrum in Berlin Lichtenberg... 

Was habt ihr am Wochenende getrieben? Habt ihr Pläne für die kommenden Tage? 

Ich wünsche euch einen schönen Abend und eine erfolgreiche Woche. 
Anne