Donnerstag, 31. März 2016

'Gedanke des Tages' Nummer 1: im Sprachgebrauch

Ich fahre mit der Tram durch Pankow. 
Pankow ist einer von Berlins "guten" Bezirken. So die landläufige Meinung. 
Drei Jungen steigen ein. Sie reden laut. Sind vielleicht zwischen 12 und 14 Jahren. Sport ist ihr Thema. 

Laut und deutlich höre ich drei Reihen weit weg: "Ey, Alter. Bist du behindert, oder was?". Ich vernehme: "Mann, Alter, bist du ein bisschen behindert?", "Du Spast, Alter, ey." und "Das stinkt doch". 

Ich setze mich mit den Themen "Behinderung, Inklusion, Normalität" auseinander. Mag sein, dass ich deswegen sensibel bin. Mag sein, dass es mich früher nicht gestört hätte. Mag sein, dass es sonst drei wohlerzogene Jungen sind. 

Heute genau in dem Moment frage ich mich: Was soll werden, wenn so miteinander gesprochen wird? Was soll werden, wenn Behinderung ein Schimpfwort ist? Was soll werden, wenn scheinbar menschliche Schwäche - ob das Unwissen beim Sportthema der Jungen oder eine Beeinträchtigung eines Menschen,der wirklich behindert ist - denunziert werden muss? 

Ich spreche sie nicht an. Ich sage nichts. denke nur. Ich fahre mit der Tram durch Pankow. 

Montag, 28. März 2016

Lebensbilder statt Krankheitsbild # 37

Ostern 2016 mit Wochenende in (wenigen) Bildern 

Begleitet von Frühlingshoffnung und dem Wunsch nach wärmenden Sonnenstrahlen machten wir uns an die Ostervorbereitungen. Wir schmückten, bastelten und backten wie schon im letzten Jahr. Nur wollte in diesem Jahr ein Händepaar mehr mitmischen. Während Krümelie an einem Tag Eier bunt anmalte, kleckste ihr Bruder munter auf unseren Osterkarten. 


Natürlich schmückten wir auch einen Osterstrauß. Voller Inbrunst sang meine Tochter dabei ein Weihnachtslied. Sie dichtete es irgendwann als Reaktion auf den Osterverweis um in "Fröhliche Ostern überall...". 
Der Herzmann machte an einem Tag veganen Keksteig. Krümlie stach munter aus.  
In/Als Hasen verpackt, machten sich die Kekse gut als Geschenk. So brachten wir zum Beispiel an Karfreitag der Patentante und ihrer Lieben welche mit. 
Ansonsten ließen wir es insgesamt ruhig angehen. Die Kinder hatte es erneut erwischt. Der Endgegner verklebte die Augen und brachte den Magen in Bewegung. Trotz Sieg wartete schon der nächste Gegener, sodass unser Taschentücherverbrauch wiedermal enorm ist. Ich habe keine Lust mehr. Meinen Halsschmerz ignoriere ich seit längerem gekonnt. Wir sind alle irgendwie platt. 
Am Samstagabend gingen Krümelie und ich zum Osterfeuer. Wir konnten es vom Fenster aus sehen und mussten uns das näher anschauen. 

Am Sonntag machten wir uns gemeinsam mit Oma auf in den Tierpark. Dort suchten die Kinder Ostereier. 

Wir mussten auch unbedingt den Elefanten Edgar besuchen. 
Am Nachmittag gab es von Oma gebackenen Möhrenkuchen. 

Der Ostermontag startete mit Ei. Krümelie deckte stolz den Tisch. Krümel räumte wieder ab und Papa machte Croissants. 

Dann ging es nach Draußen. Die Sonne lockte. Die Kinder fühlten sich im Sand bzw. auf dem Spielplatz pudelwohl. 


Zur Stärkung ging's ins benachbarte Eltern-Kind-Cafe. 
Daheim spielen die Kinder mit-, neben- und gegeneinander. Exemplarisch für den Zustand unserer Wohnung ist folgendes Bild. Ich entschuldige das mit: "Wir haben Kinder.". 
Mit dem Ende des zweiten Ostertages endet auch die freie Zeit. Ein bisschen traurig bin ich. 

Ich hoffe, ihr hattet alle schöne, sonnige, erholsame, entspannte, lustige und frühlingshafte Tage. Hattet ihr Erfolg bei der Eiersuche? Und was habt ihr überhaupt so gemacht? 
Bei Susanne (die ihr erstes Wochenende mit drei Kindern verbrachte - herzlichen Glückwunsch!) von Geborgen Wachsen gibt es noch mehr Wochenend- und auch Ostereindrücke - klick hier

Auf meiner Facebook-Seite hatte ich es gepostet und möchte es an dieser Stelle nochmal ausdrücken: Schön, dass ihr hier lest! Danke dafür.  

Samstag, 26. März 2016

Bahnfahrten mit weinendem Kind...

Die Kinder und ich nutzten den gestrigen freien Tag, um Herzensmenschen zu besuchen. Gespräche. Spiel. Lachen. Gequatsche. Ein kleiner Snack. Aufregung. Ein später Aufbruch. 
Alle müde, ein bisschen traurig beim Gehen, jedoch erfüllt von der gemeinsamen Zeit. Mein Sohn schlief binnen weniger Minuten ein. 

Soweit so gut. 

Dann der Ist-Zustand: Es ist Karfreitag. Viele Menschen haben deswegen frei und sind unterwegs. Der Tag war trüb und es regnete. Die Ringbahn hatte Verspätung und wir fuhren am frühen Nachmittag. 
Die allgemeine Stimmung am Bahnsteig war eher gedrückt bisweilen genervt. 

Da stehen wir Drei also. Ich schwitzend. Krümelie guckend bis träumend. Und Krümel schreiend. Er ist in der ersten Bahn nach 20 Minuten Nickerchen erwacht. Wand sich im Wagen. Und musste sitzen bleiben, weil die Gefahr am Bahnsteig beim Umsteigen mit beiden Kindern zu groß war. Dank Regen entschied ich mich die Bahn zu nehmen. 

Wir waren auf dem Weg nach Hause. Wir wollten Heim. Was wäre die Alternative gewesen? 

Krümel brüllte. An Beruhigung nicht zu denken. Er musste den Stress abbauen. Er war müde. Er schrie. Das wir auf einem vollen Bahnsteig standen, war ihm egal. Verständlich. Nach einer gefühlten Ewigkeit fuhren wir eine Station. Den Rest liefen wir. Trotz Regen. 

Bahnfahrten mit einem schreienden Kind sind furchtbar. 

Klar ist laut. Ist nervig. Muss hingeguckt werden. Die Verspätung der Bahn machte die Situation nicht besser - die Blicke nicht angenehmer. 

Was ich jedoch hasse, ist, dass ich dabei angesprochen werden muss. Nicht unwirsch. Nicht unfreundlich. Vielmehr besserwisserisch. Ich verstehe es nicht. 

Wenn ich versuche die Nerven zu behalten, weil mir die öffentliche Situation unangenehm ist, wenn ich versuche ein schreiendes Kind zu beruhigen, was sich herein gesteigert hat und alles blöd findet, weil es einfach seine Ruhe und vielleicht ein Schluck Muttermilch möchte, wenn ich versuche meine Tochter im Blick zu behalten, weil Erwachsene sie unachtsam schubsen auf einem Bahnsteig oder sie in der Bahn fällt, wenn sie sich nicht festhält, wenn ich versuche alles in den Griff zu bekommen... (hier tiefes Einatmen vorstellen)

DANN WILL ICH NiCHT MIT FREMDEN REDEN. 

Wer bitte braucht dann Sätze oder Fragen wie "Er hat bestimmt Ohrenschmerzen.", "Ist er müde?, "Vielleicht hat er Hunger, Durst oder Schmerzen?"??? Der Oberhammer: "Was hat er den?"... Hätte nur noch gefehlt, dass jemand um Ruhe bittet. Das hätte ich wahrscheinlich aber überhaupt nicht gehört. Immerhin hatte ich ein Schreien im Ohr. 

Liebe Mitmenschen, 
ich steige nicht in die volle Bahn mit einem aufgebrachten Kleinkind auf dem Arm, einer Hand am Kinderwagen, der wiederum Platz braucht, und einem Kind an der Hand, um euch zu ärgern. Und es tut mir Leid. In diesem Moment will ich mich nicht über die möglichen Gründe unterhalten. Schon gar nicht mit zwei Fremden. 

Nö, ich bin nicht unfreundlich, gesellschaftsunfähig und ich bin auch keine schlechte Mutter. Ich liebe meine Kinder, bin bemüht, kümmere mich, bin achtsam und an ihrem Wohlergehen interessiert. Manchmal gibt es jedoch einfach Situation, in denen ich nichts tun kann. Und auch ich will so schnell wie möglich Heim. Und bei Regen zu Fuß zu gehen, ist nicht der beste Weg. 

Es gab Situationen, wo helfend Krümel abgelenkt wurde. Ein Mann fragte mal freundlich "Na, na, was ist den los Jungchen?" und es herrschte Ruhe. Die tiefe Stimme durchbrach das Hereinsteigern. Mir wurden Plätze angeboten. Krümelie wurde beim Ein- und Aussteigen geholfen.

Nur nicht an Karfreitag... 

Nochmal: Liebe Mitmenschen, lächelt mich aufmunternd an, schaut weg, aber quatscht mich nicht an. Ich bin nämlich damit beschäftigt (gewesen) die Situation für alle Beteiligten angenehmer zu gestalten. 

Mann, ey!



Dienstag, 22. März 2016

von Mutterliebe und einer Buchempfehlung dazu

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Zweifaches Muttersein - Familieleben eben! 


Wenn ein Baby das Licht der Welt erblickt, dann ist das ein Wunder. Abertausende Male schon geschehen und trotzdem immer wieder weltbewegend.

Und ich konnte es schon einen Tag nach der Entbindung nicht mehr fassen, dass dieses Menschlein in meinem Bauch Platz hatte. Mal ehrlich: so winzig und gleichzeitig so riesig. Vollständig. Wunderschön. Perfekt. Ein Wunder eben.

Vom ersten positiven Schwangerschaftstest bis heute ist bei uns schon einige Zeit vergangen. Wir konnten ein zweites Mal auf zwei Streifen schauen und sind als Familie zu Viert zusammengewachsen.  

Unsere Wunder sind agil geworden, stellen Fragen und wecken uns auch am Wochenende früh. Obwohl ein wenig mehr Schlaf wünschenswert wäre, ist das Schönste an den zwei freien Tagen die morgendliche Familienbettzeit. Krümelie kommt meist aus ihrem Zimmer zu uns ins Schlafzimmer. Krümel scheint sie immer zu hören. Sie hat kaum das Zimmer betreten, schon schnellt sein Oberkörper hoch. Papa schläft fast immer seelenruhig weiter. Ihn stört nicht, wenn die Kinder über ihn klettern und immer ausgelassener im Bett tollen. Wenn es ihm zu laut wird, dreht er sich maximal um. Und ich werde bekuschelt, lausche ihrem Lachen, höre Krümelies Gedanken zu und gebe es auf weiterzudösen. 

"Warum haben wir alle einen Bauchnabel, Mama?", erkundigt sich Krümelie eines morgens. "Da waren wir verbunden über die Nabelschnur", antworte ich. 


Und liege da, schweife mit den Gedanken ab und muss mir ein Tränchen verkneifen. Eben noch waren sie in meinem Bauch. Eben noch winzige Wesen in meinem Arm. Und nun läuft mein Tochterkind im Wechselschritt (wie sie selbst betont) die Treppe empor. Mein Sohnemann kommt um die Ecke gesaust (noch etwas breitbeinig, aber schon sehr sicher laufend) und lautiert "ohne Punkt und Komma". 

Ich verbringe nicht mehr jede einzelne Sekunde mit meinen Kindern. Sie sind keine hilflosen Wesen mehr. Sie entwickeln sich.  

Ich bin nicht mehr der Nabel ihrer Welt. Das ist schaurig-schön. "Der Bauchnabel", denke ich, "er ist das Symbol für Entstehung und Wachstum. Ein Zeichen für (körperliche = ) Verbindung. Der Anfang von zwei großartigen Wundern. Unseren." 

Vom Festhalten, Erinnern und Anschauen


Wirklich. Ich möchte ständig, jeden Tag unzählige Male, die Zeit anhalten. Ich möchte manche Situationen einfrieren, weil sie nicht vergehen sollen. Weil ich festhalten möchte...
Eben habe ich doch noch mein Baby gestillt und nun verputzt es die dritte Portion Gulasch. Eben noch habe ich es auf dem Arm getragen und nun kann ich es kaum heben. Eben noch... Die Zeit rennt. So viel passiert. Ein Meilenstein folgt auf den nächsten. Meine Zwei sind keine Babys mehr. Und werden es doch immer für mich bleiben. 

Diesem Zauber des Anfangs, der Erinnerung an das Wunder der Geburt, dem "Im-Arm-Halten" des Babys, der Mutterliebe selbst haben Melanie Bertram und Susanne Babies ein Buch gewidmet. 

Ich pass auf Dich auf // I will take care of you

ist ein wunderschön bebildertes Werk. Es hat mein Herz berührt. Ich schaue die Illustrationen an und jedes Mal wird eine andere Erinnerung geweckt. Das Buch lebt vom Anschauen. Von der Betrachtung. Von erinnerter (Mutter)Liebe. Und schuff neue Erinnerungen. So saß ich mit meinem Tochterkind in ihrem Zimmer, schaute mir das Werk an und sie fragte mich, ob ich sie als Baby auch so gefüttert hätte. Wir rückten zusammen. Ich dachte zurück und erzählte. 


Ich weiß, wie es ist, wenn aus einer Idee ein Flow entsteht; wenn man gepackt wurde und trotz aller Widrigkeiten an seiner Idee festhält; wenn mit Herzblut das eigene Anliegen verfolgt wird... und man am Ende ein Buch - sein Buch - in den Händen hält. Unbeschreiblich. 
Manchmal wird daraus mehr ... zum Beispiel bei "Chocolate Flowers" - einem Berliner Kinderbuchverlag.
"Faszinierende Geschichten, zauberhafte Illustrationen, hochwertige Verarbeitung, lokal gedruckt – das sind die Bücher von Chocolate Flowers, dem neuen bilingualen Kinderbuchverlag aus Berlin Friedrichshain."
Aus dem Hause erreichte mich nun das erwähnte "Ich pass auf Dich auf // I will take care of you" - Buch von Melanie Bertram und Susanne Babies. 


Bildquelle © Chocolate Flowers 2016
Als es ankam, konnte ich lediglich den Umschlag öffnen. Meine Tochter nahm sich des Inhaltes an. Mir blieben Postkarten, welche meine Neugier entfachten, und Worte an mich auf einer Karte. An dieser Stelle möchte ich ein herzliches Dankeschön aussprechen; auch an Janet von kinderbuchlesen.de, auf deren Empfehlung hin das wunderschöne Werk zu mir gelangte. 

Neben den berührenden Illustrationen ist die Zweisprachigkeit das Besondere an diesem Werk. Jeweils bis zur Mitte sind die Worte in deutsch oder englisch. Obwohl ich persönlich die "Wechsel"-Funktion nicht bräuchte, gefällt mir die Idee dahinter. Der Leser/ die Leserin wird darin unterstützt zwei Sprachen in den Alltag zu integrieren. Meiner Tochter sagt die Möglichkeit im Übrigen zu. Für sie ist es der Anlass von Vorn zu beginnen. 

Die meisten Kinder interessieren sich für ihre Anfänge, ihre Babyzeit und wir Mütter/Eltern denken gefühlvoll daran zurück.
Die Details in den Bildern - zum Beispiel die Wolken als Schäfchen - ebenso wie die vordergründige Handlung erlauben es uns in Erinnerungen zu versinken und gemeinsam ins Gespräch zu kommen. Ich schätze das sehr. Als Geschenk zur Schwangerschaft, besonders auch bei Geschwisterkindern, als Gabe zur Geburt oder zum ersten Geburtstag ist es daher perfekt. Ich warte darauf, dass ich es einer Freundin schenken kann, wenn sie ihr Wunder unter dem Herzen trägt. Ich hoffe. 

Die Autorin Melanie Bertram und die Illustratorin Susanne Babies haben ein großartiges Buch hervorgebracht. Ich kann es sehr empfehlen. Wer mehr über das "Ich pass auf Dich auf // I will take care of you" - Buch und den Verlag "Chocolate Flowers" erfahren möchte, schaut hier


Bildquelle © Chocolate Flowers 2016

Ich betrachte diese Seite und denke dabei: 

Mein Baby

Gleichmäßig atmend liegst du an meiner Schulter. Ruhst. Entspannst. Ich küsse dich auf den Kopf. Streife mit meiner Nase durch dein weiches Haar. Dein Duft - unverwechselbar du. Mit meinem Finger zeichne ich sanft deine Augenbraue nach. Ein Bogen wie gemalt. Deine Augen schauen sonst aufmerksam in die Welt. Jetzt sind sie geschlossen und ich kann (nur) deine wunderschönen Wimpern betrachten. Immer schwerer wirst du. Dein Mund  - ein Spalt geöffnet. Dein Atem wird langsamer. Ich fahre mit dem Finger über deinen Nasenrücken, spiele mit deinen Löckchen im Nacken. 

"Du bist perfekt.", denke ich. Bezaubernd. Vollkommen.   

Ich liebe dich. Schließe dich - mein Baby, egal ob grade geboren oder fast vier Jahre - in meine Arme. Unsere Herzen finden zu einem gemeinsamen Rhythmus.

Fortan möchte ich meine Arme immer schützend um dich schließen. Eine Decke aus Geborgenheit um dich ausbreiten. Obwohl der Verstand weiß, dass auch Hinfallen und der Umgang mit Kummer zugelassen und gelernt werden muss, möchte ich doch jegliches Leid und jeden Schmerz von dir - meinem Baby - abschirmen. 

In diesem Moment verspreche ich dir, dass ich für dich da bin, egal ob von Tränen oder Lachen begleitet. Ich werde auf dich aufpassen. 

Auf dich - Mein Baby. 

Mutterliebe und eine klare Buchempfehlung dazu. 
Eure Anne

Sonntag, 20. März 2016

Lebensbilder statt Krankheitsbild #36 mit Wochenende in Bildern

Das Wochenende liegt hinter uns. 
Samstag, der 19. März, beginnt unaufgeregt. Die Kinder sind um 7:00 Uhr endgültig aus den Betten. Krümelie und ich machen uns auf den Weg zum Bäcker. Nur wir zwei. Exklusiv Zeit. Das verlangt meine volle Aufmerksamkeit. Das Tochterkind überschlägt sich beim Erzählen. Trotz laufradeln.  
Wir gönnen uns ein "übertriebenes" Frühstück. 
Nachdem alle fertig sind, die Haare sitzen und Sachen gepackt sind, machen wir uns auf nach Kreuzberg. 
Wir treffen uns zum Austausch mit Mädchen und Frauen mit UTS. Zum Mittag lernen wir neue Menschen kennen und treffen eine liebe Freundin endlich wieder. 
Bei Kaffee wird viel geredet. Die Frage, ob wir dem Größenwachstum von Krümelie nachhelfen, nagt derzeit arg an mir. Formulierungen (UTS als Krankheit) und Hormone allgemein sind ein Thema. 
Schön zu erleben, ist jedoch immer die Feststellung, dass es Besonderheiten gibt, diese aber Freundschaften, Partnerschaften, Berufsleben und Zufriedenheit nicht ausschließen. 
Anschließend geht es noch auf einen Spielplatz und Krümelie ist glücklich, dass sie sich in ihr "Sandwerk" vertiefen kann. 
Auf dem Heimweg hat wenigstens sie einen Plan, wo wir sind. 
Wir finden den richtigen Weg und starten ins abendliche Programm. 
Besonders erwähnenswert dabei ist, dass Krümelie mir mittlerweile "vorliest". Sie kennt die Kapitel und dichtet sonst einfach dazu. 

Am Sonntag, den 20. März, wird nach dem Frühstück gebadet. 
Wir starten dann, laufen bei den "Schloßenten" vorbei und treffen Kindergartenfreunde auf einem Sportplatz. 

Mittag bekommen die Kinder bei Oma&Opa und sie bleiben gleich da. Der Herzmann hatte Geburtstag in der Woche und zu diesem Anlass machen wir uns auf in das trübe Berlin. Ohne Kinder. 
Wir genießen unsere Zweisamkeit. Nach 10 Jahren und zwei Kindern an der Hand fragen wir uns , wie Händchenhalten funktioniert... 
... schlendern und schlemmen dennoch entspannt über "den veganen Markt". 

Zuhause ist es ein bisschen komischen ganz ohne Kinder. Krümel schläft zum ersten Mal auswerts. Ich schreibe, schaffe sogar ein bisschen, mache Wäsche und spiele Heinzelmännchen. Nebenbei finde ich die Ruhe ganz angenehm. Wir hören Espressobar-Musik und machen es uns gemütlich. 
Jetzt hoffe ich auf eine Nacht, in der ich durchschlafe. 

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche. Mehr Wochenenderlebnisse gibt es hier bei Susanne von "Geborgen Wachsen". Wie war euer Frühlingsanfang? 


Anne 

Montag, 14. März 2016

Leben mit Kindern

Unter' m Strich beinhaltete dieser Morgen: ausgeschüttete Haferflocken, umgekippte Teetassen, nasse Ärmel und volle Windeln. Aus zwei Kindern wurden gefühlt zwanzig und ich hätte mindestens genauso viele Arme gebraucht, damit ich hätte etwas auffegen, fangen oder wischen können.

Es muss dabei auch ein Sprung in der Zeit gegeben haben. Wir sind nämlich zeitig aufgestanden und waren zügig angezogen, haben Zähne geputzt und Zöpfe geflochten. Plötzlich waren wir jedoch spät dran. Das Zeitfenster für die Verabschiedung im Kindergarten wurde immer kleiner. Die Abfahrtzeit meines Zuges kam immer näher.  Meine Kinder wurden derweil immer langsamer, vertieft übte sich der Sohn am Öffnen der Schuhe. Sie gelangten nur nicht an seine Füße. Die Tochter erhielt Besuch von sechs Freunden. Sie musste ihnen unbedingt zur Hand gehen. Leider vergaß sie dabei ihre Jacke.

Das ich die Hälfte der Sachen vergessen habe, also den Schlafanzug für das Tochterkind zum Beispiel, unser Müll im Flur verharrt und geduldig auf mich wartet, brauche ich nicht gesondert erwähnen. Oder?

Mein Mann kommt vor mir nach Hause zurück. Ich fürchte, er wird die Tür wieder von außen schließen.

Ein wenig geordneter, gesitteter und gemütlicher kann es gerne sein. Aber mal ehrlich: Sonderlich außergewöhnlich finde ich unseren morgendlichen Alltag nicht... trotz Kind mit Diagnose.

Wenn ich nur mal kurz unter die Dusche husche, sieht das in der Regel übrigens so aus:
Warum wir Schranksicherungen haben, weiß ich auch nicht...

Leben mit UTS ist in unserem Fall eben auch "nur" Leben mit Kindern. 
Ganz normal. 

Samstag, 12. März 2016

Lebensbilder statt Krankheitsbild #35 trifft 12von12


Bei dieser Aktion werden am 12ten eines Monats 12 Bilder (vom Tag) gemacht. Das passt prima in meine Reihe "Lebensbilder statt Krankheitsbild", dachte ich mir. Daher gibt es jetzt 12 Lebensbilder von meinem/unserem Tag und hier bei "Draußen nur Kännchen" gibt´s noch mehr...

Guten Morgen
zwölfter März 2016!


Die Zwei wecken mich.
Zum Frühstück so:
Seht ihr auch das Sockodil?
unterwegs 
vom Herzmann gemacht
Dauereinsatz
unser Nachtisch 
Badehase
Zum Nachmittag so:
Lesezeit (am Nachmittag, weil es so gemütlich war)
neue Dekoration 
Gute Nacht!

Wie war euer Tag? 
Anne