Mittwoch, 25. Mai 2016

Multiple Sklerose - Welttag

Veröffentlichen? 
Ja oder Nein?
Dem Unmut Ausdruck verleihen, an einem Tag, der positives Bewusstsein schaffen will?

Jedes Ding hat zwei Seiten.
Aktion - Reaktion. Großes wirft seine Schatten voraus. 
Ein Medikament ohne Nebenwirkung, sei sie noch so gering, kann keinen Effekt haben.

Kryptisch.

Was ist los?


Welt- Multiple Sklerose- Tag!

Aufbauende Worte, "Hey, steck den Kopf nicht in den Sand."-Ausrufe und "Schau, das und jenes wird getan, kann getan werden"- Aufschreie werden um diesen Tag laut.
Applaus. Richtig so!

Hilft ja doch nüscht. Vor allem nicht, wenn Kinder da sind.

Jeder kennt jemanden, der jemanden kennt ... 
Tragische Schicksale einerseits.
Abwinken andererseits. Hypochonder.


"Mama/Papa kann nicht, weil", "eine Krankheit", "Das Pflaster trage ich, weil ich mein Medikament bekommen habe." und "Nein, ein Arzt kann nicht helfen" - Antworten auf kindliche Fragen.

Hadern!

Schwäche, wo Stärke sein sollte.

Wut.

Jeden Tag leben als wäre es der letzte. Nee, jeden Tag nutzen, weil es Bergab gehen wird.

Die Angst runter schlucken.

Auf ein Lächeln, ein lautes Lachen, Unbeschwertheit hoffen.
An den schönen Momenten festhalten.

Die Tränen kullern stumm.

Die Verantwortung wiegt schwer. Die Zukunft ist ungewiss.

Scheiß MS!


Die Forschung läuft. 
Vitamin D hilft. 
Salz schadet. 
Krankheitsförderode Faktoren, Substanzen mit "Zumab" am Ende, MRT, Arztgespräche, neurologische Tests... eine gesunde Lebensweise würde helfen.

Wovon reden wir? Von durchgekauten Leitungen, die keine Signale mehr weitergeben. Einfach so. Der Empfänger wartet vergeblich. 
Ausgleich? Besserung?

Hoffnung.

Die Wissenschaft wird´s richten. Wirklich?

Halt!

Die düstere Zukunft abschotten. Das Stöhnen einstellen. Aufraffen. Weitermachen. Tun, was getan werden kann.

Lieben. Leben. Lachen. 

Sonntag, 22. Mai 2016

Lebensbilder statt Krankheitsbild # mit Wochenende in Bildern

Hallo, wie war euer Wochenende? In Berlin war ganz schön was los. Mögt ihr mit uns in eine Ausstellung und in den Sommer genießen? 

Samstag Eure Wochenend-Teilnahme bei uns beginnt am Samstag Mittag. Krümelie und ich saßen zu diesem Zeitpunkt im Bus. Ich reichte Apfelstücken und beantwortete fleißig Fragen. 
Ich folgte dem Rat von Janet (vom Blog Kinderbuchlesen.de) und nahm den 200er Bus bis zu den Nordischen Botschaften. 
Wir wollten in schwedische Kinderbuchwelten eintauchen. Möglichst ohne viel Gedränge. Der Plan ging auf. Es waren vielleicht eine Handvoll anderer Kinder da. 




Krümelie konnte wirklich alles ohne Konkurrenz anschauen und ausprobieren. Der Wagen und die Häuser sind in Kindergröße, was mir sehr gefiel. Da habe ich mich allerdings nicht reingezwängt. Hätten wir zwar beide gut gefunden, aber nunja... ich wollte nix zerstören. 

Die Leselandschaft ist gemütlich und praktisch eingerichtet und so haben wir einige neue Bücher kennen gelernt. Natürlich mussten wir auch etwas von Pippi lesen. Pflicht.
Kreativ war Krümelie auch. Sie hat die Staffelei als Tafel genutzt. 

Nach drei Stunden mussten wir dann gehen, da die Öffnungszeit vorbei war. Schade. Es war angenehm und interessant und Krümelie grade in ihr Tun vertieft.

Bis 30. Juni 2016 könnt ihr euch die kostenfreie Ausstellung in Berlin Tiergarten noch anschauen. Samstag Nachmittag kann ich als Zeit nur empfehlen. 

Sonntag
Drei Sonnenstrahlen und die Berliner zieht es nach draußen. Genau! 



Klebrig, sandig und glücklich sind wir Zuhause direkt in die Badewanne gegangen. Ich liebe es, wenn sich der Sand langsam seinen Weg in sämtliche Bereiche unseres Lebens bahnt. Wenn du Kinder hast, weißt du, dass Sommer wird, wenn der Sand deine Bettlaken erreicht hat. Wenn er bei der Zahnbürste angekommen ist, ist Sommer!

Miniverlosung
Da wir am Samstag mit Blogfamilia-bzw. Druckrausch-Beutel unterwegs waren, fielen mir Dinge in die Hand, die wir nicht brauchen. 
Wer die abgebildeten Sachen (Lätzchen, Dvd, Stillmerker und Memo) haben mag, schreibt hier unter dem Post ein Kommentar. Dazu habt ihr Zeit bis zum nächsten Wochenend-Post. Wenn mehr als eine/einer kommentiert, wird ausgelost. Mitmachen dürfen alle über 18 Jahren und Postanschrift in Deutschland. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 

Ich hoffe ihr konntet die Sonne genießen und hattet ein angenehmes Wochenende!!!
Mehr Impressionen gibt es wie immer bei Susanne von Geborgen Wachsen.

Startet gut in die neue Woche!
Anne 

Freitag, 20. Mai 2016

Geburtstag

Ich habe Geburtstag. Vielleicht ändert sich das in 2 Jahren, wenn die 3 lacht, jetzt aber sind meine Gefühle diesem Tag gegenüber wohlwollend. Es ist nicht mehr die überschwängliche Euphorie wie in Kindertagen, aber auch nicht so, dass ich kommentarlos meinen Tag der Geburt verstreichen lassen muss. Ich mag es das Geburtstagskind zu sein.

Im Wesentlichen ist das Schöne daran, wenn sich jemand, besonders aber meine Mama, freut, dass ich auf dieser Welt bin. Mit Geburtstagen feiern wir das Leben. Ich muss schmunzeln, wenn meine Mama nach 28 Jahren erzählt und weiß, dass sie aufgeregt war an diesem Tag. Die Pfingstfeiertage standen vor der Tür und sie war Einkaufen. Die Schwestern hätten meinen Vater wieder nach Hause geschickt, weil es dauern würde. Hat es aber nicht. Ich war ein Mittagskind und meine Mama hungrig, weil sie die Mittagsmahlzeit verpasste. 

Zu meiner Freude sprüht Krümelie vor kindlicher Geburtstagsbegeisterung, was mich gleich sentimental werden lässt. Unweigerlich muss ich auch an die Geburten meiner Kinder und den nahenden vierten Feiertag von Krümelie denken. 

Wie sich wohl meine Mama nach all der Zeit fühlt mit ihrem "Baby"? Was sie wohl dachte, was aus mir wird? Welche Vorstellungen sie wohl in sich trug? 

Ich kann mich noch an den Jahreswechsel 1999/2000 erinnern, An die Zukunftsideen. Fantastereien. Technischer Wahnsinn bis hin zu fliegenden Autos. So manche Errungenschaften hätte man sich doch nicht träumen lassen. Ein Wandel der Zeit stand bevor. Obwohl viele Dinge am nächsten Morgen genauso waren, wie am Abend, hat sich doch alles geändert. Wie bei einer Geburt. 

Wie werden wohl meine Kinder in 20 Jahren sein? Wie werden sie sich entwickeln? Was wird aus ihnen? 

Ich wünsche mir (zu meinem Geburtstag), dass ich die Erinnerungen an ihre Geburten an ihren Ehrentagen mit ihnen teilen kann. Dass ich sie auf ihren Lebenswegen begleiten kann und, dass wir gemeinsam ihr und das Leben feiern können. 
Sie können ihre Mutter dann ruhig für sentimental halt. Das bin ich 
Mein Geburtstagskuchen vom Herzmann
so lecker
Und weil ich weiß, dass du das liest:
Mama, ich hab dich lieb! 

Anne 

Donnerstag, 19. Mai 2016

Suchanfragen - Der Wunsch nach was?

- turner syndrom hände-
- turner syndrom aussehen-
-turner syndrom äußerliche merkmale-
-flügelfell am Hals-
-ullrich turner syndrom bilder-
-bilder von festgestelltem turner syndrom-
- ungeborenes soll breiten oberkörper...-

Dies sind Suchanfragen, die zu meinem Blog führen und mich bewegen. Stets und Ständig tauchen sie auf. Von Beginn an. Schau ich mir sporadisch die Statistik an, entdecke ich ab und zu Verwunderliches ("traurige bilder in hd sbahn 13"), Schönes ("glück ist das zusammentreffen von..."), Kreatives ("basteln mit alten puzzle", "krümel knete bilder gestalten") oder Skurriles ("oma angelika zieht mir die ohren lang"- z.B.). Doch all diese Anfragen sind gering. Die Zahlen dahinter bewegen sich oft maximal in einem Zahlenraum bis Zwanzig. Führen nun nicht außergewöhnliche Suchen Leser her, ist es der Name des Syndroms selbst oder, was mich auch freut, "X-Mal Anders". Doch hartnäckig stehen da die eingangs erwähnten Worte.
Nach was suchen Menschen, wenn sie dies tippen?

Nachvollziehbar ist der Wunsch nach Kenntnis. Bevor bei meiner Tochter das UTS festgestellt wurde, hatte ich noch nie davon gehört. Und wenn, hatte ich es vergessen. An die zig Tausend Fragen zu dem Unbekannten kann ich mich noch lebhaft erinnern. 

Genährt durch die Schwangerschaft, fragte ich mich, wie mein Baby aussehen wird? Was wird kommen? Soviel statistische Möglichkeiten... Wenn wir ein Baby erwarten, machen wir uns über sein Aussehen, sein Wesen, seine Zukunft und das Familienleben Gedanken. Veränderungen warten auf uns, wenn wir guter Hoffnung sind. Es ist egal, ob wir das erste oder das fünfte Kind erwarten. Wir werden einem neuen Erdenbürger begegnen. Wir haben Bilder im Kopf und Vorstellungen und beste Wünsche im Herzen. 

Der Technik sei Dank können werdende Eltern dem Mysterium eine wage Vorstellung abringen. Wie (3D-)Ultraschal kann erahnt werden, was uns erwartet. Aber warum wollen wir das? 

Wonach suchen wir, wenn wir uns über Äußerlichkeiten sorgen? Geben sie uns Aufschluss darüber, was sein wird? Bejubelte Schönheit oder verletzende Schmach? 

Was wollen wir erfahren?  
Bin ich Sensationslüstern? Will ich mich auf Schreckliches einstellen? Aufatmen, weil es nicht so schlimm ist? Will ich praktische Beweggründe vorbringen, weil ich Babykleidung kaufen mag? 

Wenn ich ohne persönlichen Bezug suche, was bringt mir das Wissen über Merkmale des Syndroms? 
Ist es eine (schulische) Recherche? 

Was ist es, was uns nach Antworten suchen lässt? Wovor haben wir eigentlich Angst? 

An dieser Stelle wollte ich Fotos einfügen, welche die obigen Suchen "zum Erfolg bringen". Ich lasse es und halte es wie "der kleine Prinz": Man sieht nur mit dem Herzen gut! 

Um brennende Fragen aufzugreifen, habe ich die Unterseite "Ullrich-Turner-Syndrom" angelegt, schaut doch Dort, vielleicht lassen sich Antworten finden

Montag, 16. Mai 2016

Lebensbilder statt Krankheitsbild #44 - Wochenende und andere Katastrophen

Eigentlich sollte dies ein Wochenende in Bildern werden. Das verlängert Pfingst-Wochenende liegt schließlich hinter uns. 

Ich wollte von unserer Liebe zu Erdbeeren schwärmen. Der Samstag begann nämlich verheißungsvoll. Krümelie und ich machten uns früh auf zu einem roten Häuschen und ergatterten die fruchtigen Köstlichkeiten. 
Das ungemütliche und windige Wetter konnte meine guten Laune nicht trüben. Es hätten entspannte Tage werden können. Naja.  

Ab und zu gehen die Bedürfnisse der einzelnen Familienmitglieder auseinander. Die Kinder kränkelten ein wenig und waren nicht fröhlich und ausgelassen. Die Erwachsenen im Übrigen auch nicht. Wir strichen den geplanten Besuch des Kinderkarnevals der Kulturen und machten Besorgungen im gewohnten Kiez. Ohne Hektik. Wir gingen zu Fuß. Ein Spielplatzbesuch hob die Stimmung geringfügig
Der Samstag verging. Wir konnten kleine Erfolge - Wäsche im Schrank, liebe Freundin gedrückt, Schuhe gekauft und Termin für eine Hochzeitstagsaktivität vereinbart - verzeichnen und waren doch froh, dass der Tag vorbei war. 

Von heiterer Stimmung kaum eine Spur. Der Sonntag begann mit einem ähnlichen Stimmungstief. Damit wir Erwachsenen etwas schaffen, verbrachten die Kinder den Vormittag bei Oma&Opa. Wir schauten unter anderem schon mal nach möglichen Schulen. Wir werden uns wohl gegen das Spritzen entscheiden. Dadurch bekommt das Thema "Schule" eine zusätzliche Variable, die beachtet werden muss. Das Thema brennt mir ein bisschen unter den Nägeln. Ich bin offen für Erfahrungen und Ratschläge.  

Ich machte mich dann irgendwann auf, um meine Kinder wieder abzuholen. Wir verweilten kurz auf Oma&Opa's Spielplatz, dabei hatte ich eine Begegnung, die mich sprachlos machte. Immer noch hängt mir dieses Gefühl von Ärger nach. 

Ein eingezäunter Bereich umfasst einen in zwei Teile getrennten Spielplatz. In der Mitte führt ein Weg entlang. Weg und Sandkasten berühren sich. Auf der anderen Seite des Weges beginnt eine Wiese, die eine Schaukel und ein Klettergerüst beherbergt. Mein Sohn saß nun also mit dem Po auf dem Weg und seine Füße berührten den Sand. 
Ein älterer Herr mit seinem Hund kam des Wegs. Die Schilder mit dem abgebildeten und durchgestrichenen Hund nahm wohl nur ich wahr. 
Besagter Mann rief mir, etwa 20 Schritte entfernt, zu: "Mein Hund ist böse. Kinder haben ihn geärgert. Er kann sie nicht leiden.". Seine Warnung, die ich daraus scheinbar schließen sollte, verstand ich nicht. Mein Sohn saß immer noch. Ich dachte, wenn er das weiß, nimmt er sicher einen anderen Weg. Wenn er es getan hätte, würde ich dies nicht schreiben. Das Geschehen nahm seinen Lauf. Etwa bei einer "10 Schritte Entfernung " begann der kleine Hund zu bellen und der Mann ranzte mich an, dass ich auf mein Kind achten solle. Krümel war mittlerweile aufgestanden und hielt sich an meinem Bein fest. Das Hundeverbot wischte er weg mit der Begründung, dass er ja nicht auf dem Spielplatz sei, sondern auf dem Weg. Und ich hätte halt aufzupassen. Gemurmeltes Getotter auf beiden Seiten... 

Ich habe nichts gegen Hunde. Aber ich habe etwas gegen diese Art der Denkweise. Ich kann doch nicht meine Verantwortung auf andere schieben. Wenn ich weiß, dass mein Tier keine Kinder mag, dann geh ich doch nicht mitten durch den Spielplatz. Und wenn der Hund mein Kind verletzt, ist die Mutter selbst Schuld, schließlich wurde sie gewarnt. Ich erziehe meine Kinder. Ich will nicht, dass sie böswillig ein Tier ärgern. Aber sollte ich sie nun in dem einzigen offiziellen Spielbereich anbinden? 

Ich gebe meinen Ärger hiermit an die Weiten des Netzes weiter. Und bin auf nächste Begegnungen gespannt. 


Um nochmals der Verehrung der Erdbeere Ausdruck zu verleihen und die Gefühlswelt zu neutralisieren, gab es als Sonntagssüß vegane Erdbeer-Streuselschnecken. Sehr lecker.

Der Rest des Sonntags plätscherte dahin. Ich räumte auf und die Kinder aus.... Never Ending Story. Wie die Wäsche.
Was vom Wochenende blieb, war ein fades Gefühl und Sehnsucht nach der Sonne... 

Montag. Ein zusätzlicher freier Tag. Das müsste doch jetzt ein gutes Ende nehmen dieses lange Wochenende. Nö.

Der Herzmann verletzte sich beim Frühstück und blutete ganz fürchterlich. Er musste dann auch in die Rettungsstelle und seine Hand wurde genäht. Blöd. 

Da wir nicht wollten, dass die Kinder in der Notaufnahme tollen, sagte ich unsere Verabredung nicht ab. Nach anfänglichem Durcheinander war es ein schöner Spielplatzbesuch. Die zwei Mädchen und die zwei Jungen ließen uns Mama's ausgiebig quatschen. Der Herzmann wurde versorgt und freute sich anschließend Zuhause über die Ruhe. 

Tja und dann trifft es mich wie ein Schlag. Mit geballter Wucht. Ich möchte jeglichen Schmerz von den Kindern fernhalten. Ich leide mit ihnen. Mir stockt der Atem. Kennt das jemand, wenn Horrorszenarien vor dem inneren Auge ablaufen? Sich Panik breit macht? Was wäre, wenn...? Alles zieht sicht zusammen. Was würde ich ohne sie tun? Mein Herz überschlägt sich fast und hält kurz an.

Und dann lachen die Kinder...  

Der Nachmittag vergeht. Der Abend auch. 

Sonntag, 15. Mai 2016

Spielplatz ist überall - mein Beitrag zur Blogparade von Wheelymum

Ju vom Blog "Wheelymum" interessiert sich für unseren Umgang mit dem heimischen Spiel(zeug). Wo betätigen sich unsere Kinder? Drinnen oder Draußen? Spielen sie in ihren eigenen Zimmern oder doch lieber im Wohnzimmer? Welche Regeln und Erfahrungen gibt es? Wie (und wo) finden und händeln wir das Spielzeug? Und überhaupt: Wie sieht es/das bei uns aus... Ju fordert uns also auf: #Zeigteuch und meint #Spielplatzistüberall.
Meine Gedanken dazu fielen wie Dominosteine. Eine Überlegung zog die Nächste nach sich. So dann...


SPIELEN - Was ist das überhaupt? 

Worüber reden wir hier eigentlich? Ein Spielplatz ist der Ort, an dem gespielt wird. Aber was ist Spielen? 

Als Erklärung begegnet mir oft die Aussage, dass Spielen die Arbeit der Kinder ist. Damit soll wahrscheinlich die Ernsthaftigkeit des kindlichen Tuns verdeutlicht werden. Ich jedoch mag diesen Ansatz nicht. 

Spielen ist das Gegenteil von Arbeit. Es ist vielmehr die Möglichkeit des Flow. Mit Spaß ausprobieren, experimentieren, Quatsch machen, So-Tun-Als-Ob-Handlungen ausführen und dabei schlussendlich lernen. Kein Leistungsdruck. Kein Produktionsgedanke. 

Kinder verfolgen ihre Spielideen aus sich heraus, folgen jedoch auch gerne einem anderen Vorbild, zum Beispiel werden in Rollenspielen wir Eltern nachgeahmt, und zudem sind sie offen für Anregungen, besonders von anderen Kindern. Ob Kinder Gegenständliches dazu brauchen, sei dahin gestellt. In den meisten deutschen Wohnung gibt es wohl extra Material aka Spielzeug für die jüngsten Mitbewohner. 


Spielplatz ist überall 

Und wo spielen unsere Kinder am Liebsten? Genau. Da wo wir Eltern sind. Das gilt für alle Orte - in einer fremden Umgebung bei Bekannten oder im Zug und ebenso bei uns Zuhause. 

Steht beim Sohn noch das "Erkunden" im Vordergrund, (Er schleppt dann halt alles von einem Raum zum Nächsten), sind es bei meiner Tochter die Rollenspiele, die wir tagtäglich mitverfolgen können. Und weil auch sie in der Nähe spielt, ahmt sie gerne nach. Und sie ist erfinderisch dabei.
Meine Tochter macht die Wäsche.
So hat sie sich ihre eigene Wäscheleine gespannt und Kleidung aufgehängt. 

Was mich momentan ganz schön ins Schwitzen bringt, ist das unermüdliche Interesse des Sohnes für all jene Dinge, die nicht zum kindlichen Untersuchen und Ausprobieren gedacht sind. 

Da wären elektronische Geräte - Herd, Geschirrspüler und allen voran das Smartphone -, deren Knöpfe und Oberflächen mit Fingerspitzen "bedient" werden (wollen). Da wären Handlungen, die von "Ihhh"-Gedanken und wahlweise Ausrufebegleitet werden . Dazu zählen Sachen, die in der Toilette landen und raus geholt werden oder, die im Müll lagen und trotzdem untersucht werden müssen und das gerne auch an öffentlichen Orten. 
Besonders Stöhnen lässt mich dann die Kategorie "Schmiererei", gerne auch in Kombination mit "Ausräumerei". Ausgeräumte Küchenschränke und Mehlschmiererein, entleerte Blumentöpfe oder Cremespuren sind Paradebeispiele dafür. Vom Wasserpanschen und Essensgemischen fange ich gar nicht erst an. 



Diese experimentellen und lehrreichen Erfahrungen möchte das Kind/ die Kinder (zu Zweit entwickeln sie auch ein ausartende Dynamik) aber vornehmlich dann machen, wenn ich "nur mal kurz" unter der Dusche war, Essen auf dem Herd steht, wir die Wohnung eigentlich verlassen wollen oder es später am Abend ist. 
Kinder sind schlau und spüren intuitiv, wann der richtige Zeitpunkt ist.


Zimmer von Krümelie 
Zimmer von Krümel
(kurz nach dem Aufräumen)
Ja, bei uns hat jedes Kind ein eigenes Zimmer. Im Wesentlichen ist es trotzdem unsere Wohnung. Wir leben zusammen dort. Also dürfen sich die Kinder genauso wie wir frei bewegen und sich ausbreiten. Machen wir Erwachsenen nicht anders. An manchen Tagen nervt mich das Durcheinander. Da geht es mir ähnlich wie Ju. Aber meistens stört es mich nicht weiter. Deswegen sieht es bei uns oft so aus, dass wir unbedingt erst aufräumen müssen, bevor wir Besucher empfangen. 

Je älter Krümelie wird, je mehr schätzt sie ihr Zimmer. Bis jetzt gibt es keine großartigen Streitereien, obwohl Krümel oft in den schwesterlichen Raum geht, oft bei Spielsituationen mitmischen will. Ich werde jetzt nicht zu viel darüber schreiben, sonst kippt die Stimmung und es gibt nur noch Streit. 
Wichtig ist mir, dass jedes Kind seine Schätze hat. Das sind Dinge, die nur ihm gehören. Dazu zählen die Schlaftiere, Bettzeug, einzelne Geburtstagsgeschenke oder Basteleien wie das Babyalbum. Krümelie sucht sie sich oft allein ihre Schätze aus. Das sind dann zum Beispiel Murmeln oder Haarklammern. An diese Habseligkeiten darf keiner ungefragt ran.  

Klar, auch bei uns gibt es Regeln, die der Sicherheit dienen (sollen), sowie den bewohnbaren Zustand der Wohnung erhalten (sollen). Die Kinder sollen nicht an technischen Geräten, scharfen, spitzen oder allgemein gefährlichen Gegenständen spielen. Wichtige Dokumente, Papiere und Geld gehört nicht in Kinderhände. 
Die Wohnungstür ist abgeschlossen (sie gehen sonst beide spazieren) und Dinge, die mir lieb und teuer sind, sind außer Reichweite der Kinder. Sie dürfen nicht im Arbeitsbereich und nicht in der Küche spielen. Wobei der Übergang "Essensbereich, Küche und Wohnzimmer" fließend ist. Und allzu ausartende Spielzeugwanderungen untersage ich auch. 

Unser Miteinander braucht ein bisschen Ordnung, sonst können wir nicht mehr treten. Suchen tun wir trotzdem bzw. sowieso ständig irgendwas...

Wir haben unter`m Strich keine genau ausgewiesenen Spielbereiche in unserer Wohnung. Spielplatz ist fast überall. Manchmal richte ich auch "Spielplätze" her. Ich arrangiere dann Spielzeug oder breite Malsachen aus. Da kommt die Erzieherin auch Zuhause durch. :-) Kleine Anreize sollen die Energie der Kinder, besonders bei schlechtem Wetter, ein bisschen lenken. 


Spielplatz ist überall? Wirklich? 

Wir leben in einer Großstadt. Gibt es in unseren 4-Wänden kleine Bereich, die von den Kindern nicht zum Spielen genutzt werden dürfen. Gestaltet sich die Lange außerhalb doch ganz anders. 
Die Grenzen des Platzes, wo Kinder spielen dürfen/sollen/können, sind festgelegt. Ungestörte und wilde Flecken müssen gesucht werden bzw. sind mit Wegstrecken verbunden. Und oft wird unachtsam mit dem Spielplatz umgegangen. Müll liegt herum, Flaschen und Zigaretten und Hundehaufen finden sich.  
Das nervt mich. Die Kinder könnten sich überall ausleben, wenn sie sich sicher und wohl fühlten. Doch im Dreck ist das nicht schön. Außerdem ist Spielen zum Beispiel in Kaufhäusern, öffentliche Verkehrsmitteln oder auf den Straßen verboten, unmöglich oder schlicht gefährlich. 

Wir müssen uns also Spielräume suchen. 

Es fühlt sich vielerorts so an als wären Kinder unerwünscht. Sie könnten etwas zerstören. Sie könnten lärmen. Sie könnten, was weiß ich auch immer. 
Das ist nochmal ein anderes (gesellschaftliches) Thema. Und würde wohl eine eigene Blogparade verdienen. Schade. 

Die Möglichkeit zum Flow

Wenn ich so darüber nachdenke, wird mir bewusst, dass (meine) Kinder am Liebsten mit Dingen spielen, die ihre Lebenswirklichkeit darstellen, abbilden oder aus ihr stammen. 

Alte Geräte werden ausgiebig untersucht (neue Ausgaben leider auch), mit Schlüsseln wird geklappert, mit Puppen gespielt, mit der Suppenkelle gebuddelt. Wir haben nachempfundene Autos und Lebensmittel. Wir haben Stifte und Papier. 

Da frage ich mich doch, warum es so manches Spielzeug gibt. Brauchen die Kinder das wirklich alles? Sachen zum Spielen finden sich immer.

Und was sie wirklich brauchen, ist die Chancen in ihrem Tun zu versinken. Sie brauchen Zeit. Und sie brauchen wirklich nicht viel dazu. Bei Regen sind es die Pfützen, die für Spaß sorgen. Ein Stift und Papier reicht. Eine Schüssel und ein Löffel. Eine Dose. Ein Stein. ...
Zeug zum Spielen findet sich überall. Vor allem draußen... 

Warum nutzen wir dieses Wissen nicht? 
Es gibt sogar Konzepte für "Spielzeugfreiheit", aber das klingt so nach "Arbeit". Vielleicht reicht Bewusstsein und weniger kaufen. Ein bisschen aussortieren. 

Wir lieben unsere Kinder. Sie sind ein Teil, ein sehr wichtiger Teil, unserer Lebenswirklichkeit. Sie sind keine Puppen, die wir in unserem Leben drapieren oder arrangieren, damit sie ansehnlich sind. Sie sollen sich ausleben und sich entwickeln. Sie sollen spielen. Fast überall. 



Wie seht ihr das? 
Wie, wo und womit spielen (eure) Kinder? 

Bei Ju könnt ihr HIER noch mehr lesen. 

Und jetzt geh ich aufräumen...

Anne

Donnerstag, 12. Mai 2016

Lebensbilder statt Krankheitsbild #43 trifft 12von12


Bei dieser Aktion werden am 12ten eines Monats 12 Bilder (vom Tag) gemacht. Das passt prima in meine Reihe "Lebensbilder statt Krankheitsbild", dachte ich mir. Daher gibt es jetzt 12 Lebensbilder von meinem/unserem Tag und hier bei "Draußen nur Kännchen" gibt´s noch mehr...

Zwölfter Mai 2016

Kirsch(kleid)liebe
Frühstück 
Schattenspiele mit dem Sohnemann
Ich liebe diesen Duft.
Arbeitsweg
mit angenehmer Begleitung 
auf dem Rückweg
Krümelie's neue Schätze
Sonnenhutliebe
mit Wiedersehensfreude -
Hut wurde bei Oma vergessen 
Abendessen
Zeit für ein Buch -
oder zwei
Schlafenszeit
Was habt ihr heute gemacht?

Im letzten Jahr habe ich das erste Mal mitgemacht bei dieser Aktion. Die 12von12 vom 12. Mai 2015 seht ihr HIER

Das Wochenende naht und ich wünsche euch einen schönen Abend und gute Nacht!
Anne

Sonntag, 8. Mai 2016

Lebensbilder statt Krankheitsbild #42 mit Wochenende in Bildern und dem Besuch der Blogfamilia

Ein langes Wochenende mit 4 super sonnigen Tagen liegt hinter uns. Das war schon nicht mehr Frühling pur. Das war ein Vorgeschmack auf den Sommer. Toll, oder? 
Da eine Menge Gedanken in meinem Kopf tanzen und vier Tage in Bildern eine Fotoflut ergäben, folgt ein: 

4 Tage - 4 Highlights 


#Blogfamilia

Am Donnerstag machten Krümelie und ich uns einen entspannten Vormittag, Mutter-Tochter-Zeit de luxe und dann ging es los zur Blogfamilia, einer Elternblogger-Konferenz. 
Das Fräulein Bara musste natürlich mit. Klar, dass ich sie fast ausschließlich getragen habe...
Das Tochterkind war nach wenigen Minuten recht zufrieden. Sie hatte die Cake Pops gefunden und gönnte sich einen. Sehr lecker. 
Die ersten Panels verfolgten wir gemeinsam. 
Meine Überlegungen dazu: 
*Die Monetarisierung meines Blogs interessiert mich momentan so gar nicht. Weiterentwickeln will ich mich trotzdem. 

* Ich schreibe, weil ich es mag. Mein Blog trägt seinen langen Namen für mehr "Syndrom-Bekanntheit". Ich mache das hier also mehr oder weniger für mehr Aufmerksamkeit. Ohne Druck. Das ziehe ich als Fazit aus dem zweiten Vortrag von Herrn Buddenbohm.  


* Beim dritten Input unter der Überschrift "Wer spielt, lernt" (im doppelten Sinne genau mein Thema) schweiften meine Gedanken jedoch ab. Meine Tochter baute derweil vergnügt neben mir, war auch leicht enttäuscht, dass sie am Ende die "Vortrags-Bausteine" zurück geben musste, und ich dachte nur: Ich mag LegoDuplo nicht. Mir ist das Geräusch, wenn zwei Holzbausteine aneinander klopfen/schlagen wesentlich lieber. 


Diese Plastikbausteine sind genormte Einheitsmasse. Alle sind schön kompatibel, passen zueinander, haben glatte Oberflächen, ein ebenmäßiges Erscheinungsbild sowie eine "schöne" kräftige Farbe. Wie praktisch wäre es, wenn wir unsere nächsten Generationen auch so haben und formen könnten... 


Außerdem finde ich, dass das Bauen mit glatten Bausteinen, die nicht zusammen gesteckt werden, das Gehirn und die Kinder mehr fordert und schult.   

Während bzw. nach der Kaffeepause (wir mussten Schlange stehen) ließ sich Krümelie in einen Schmetterling verwandeln von @kikuschberlin. Sie besuchte 15 Minuten die Kinderbetreuung, währenddessen ich ein nettes Gespräch mit einer Dame von "Betreut.de" führte, bis mich ein Anruf erreichte. 

Dank gutem Wetter konnte ich noch weiteren Input sammeln und spannenden Worten folgen sowie der Award-Verleiung beiwohnen und Krümelie spielte vor dem Notausgang(?)/ Seiteneingang.  
Nach dem Abendessen, einigen kurzen und trotzdem freundlichen Gesprächen (mir ging es leider wie "Herr Pfarrfrau"), machten wir uns noch während des letzten Gesprächspanels auf den Heimweg. 
Stolz trug Krümelie ihre (logisch, oder?) Goodiebag, 
bestaunte nächsten Tag mit ihrem Bruder den Inhalt und präsentierte mir dann ihre Mitschriften. 

Auch kleine Schritte bringen uns voran. Ich nehme Einiges mit und bin um eine Erfahrung reicher. Es war eine informative Veranstaltung mit vielen Eindrücken. 
Ich sende an dieser Stelle meinen Dank an das Team hinter der #BlogfamiliaDer Dank gilt auch für die tollen Mitgebsel und richtet sich an die Sponsoren. 


Was soll das? Und wie soll das werden?


In der "Berliner Morgenpost" lass ich an diesem Wochenende
, dass besonders für Alleinerziehende via Kitagutschein eine Betreuung ihrer Kinder auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten ermöglicht werden soll. Ich bin gespannt, wie sich das in der Praxis gestalten soll. Machen die Erzieherinnen dann "Hausbesuche", übernachten bei den Kindern Zuhause oder holen sie ab? Eine flexiblere Nutzung der Gutschein-Stunden finde ich grundsätzlich richtig. Eins zu Eins - Betreuung ist im System jedoch nicht vorgesehen. Viele Kinder und wenig Erzieher ist doch die Realität. Gibt es dann kollektive Zusammenschlüsse von Eltern im Schichtdienst? Mal abgesehen davon, dass ich eigene Kinder habe, verdiene ich definitiv nicht genug Geld für Experimente. In der Regel wird "Mehrarbeit" wie beim Elternabend schon nicht bezahlt, sondern mit Freizeit ausgeglichen, das wird sich hierbei auch nicht anders gestalten. Außerdem frage ich mich: Wie sehr möchte ich in die Privatsphäre der Familien eindringen? Und umgekehrt genauso? 
Und wirklich: für Experimente, Nachtarbeit und "Umwege" bekomme ich einfach nicht genug Geld. 

Mamatag!

Besonders gefreut habe ich mich über den Besuch meiner Mama. Unser Muttertag war allerdings schon am Samstag.
Die Kinder und der Herzmann sind mindestens genauso aufgeregt wie ich, wollen gehört werden und etwas zeigen. Wie so oft, führt uns unser Weg in die Vergangenheit. Als Urberlinerin zieht mich mein Heimatkiez sowieso an und wir schlendern durch die Gegend.
Krümelie liebt es, wenn Oma von ihrer Mama als Kind erzählt. 
Für mich ist es angenehm Gedanken zu teilen und ihre Meinung zu hören, da wir doch eine ähnliche Denke haben im Sinne von "Der Apfel fällt nicht weit vom Baum.". Krümel strahlt und auch der Herzmann holt sich gerne ein bisschen Unterstützung von seiner Schwiegermutter. 

Sonne, Sand und Sommervorgeschmack

In den letzten Tagen war es herrlich warm. Wir haben uns oft planlos durch den Tag treiben lassen und waren viel draußen.
Öfters bot sich das Motiv von Kindern im Sand. Und Eis gab es auch. Und Wasser zum Planschen (später zum Baden), blauen Himmel und satte Farben. 







So lecker. Solltet ihr mal probieren!

Und? Sonst so?


Für Begeisterung sorgte diese Entdeckung. Yeah, die Erdbeerzeit beginnt! Traumhaft! 


Habt ihr den Feiertag und das Wochenende auch für Familienzeit genutzt? Immerhin standen auch Vater- und Muttertag an. 

Im Sinne der Aktion #Muttertagswunsch möchte ich nochmal betonen, dass es nötig ist, dass der politische Umgang mit vermeintlich schwachen Mitgliedern der Gesellschaft aus dem Mittelalter geholt wird. Familien sind keine armen und dreckigen Bettler und Bittsteller, die an das Tor der Regierung klopfen.
Wir sprechen hier von Menschen mit einer Menge Potenzial und der Ressource "Ideen und Arbeitskraft". Viele Familien wollen keine Almosen, sondern vernünftige Rahmenbedingungen. 

Diese müssen geschaffen werden, sodass sich auch werdende Eltern ohne Existenzängste für ein behindertes oder ein Kind mit gesundheitlichen Problemen entscheiden können. 

Ich liebe meine Familie und wünsche mir nur das Beste.

Wie waren die letzten Tage bei euch? 
Mehr Wochenenden in Bildern gibt es hier bei Susanne von "Geborgen Wachsen"

Allen Müttern und Vätern wünsche ich, dass sie sich selbst einmal auf die Schulter klopfen. Ihr rockt!


Startet gut in die neue Woche! 

Anne