Mittwoch, 17. Februar 2016

Auf zu neuen Ufern... möge das Band zwischen uns halten

Ich stand an einer Haltestelle. An einem Berliner Knotenpunkt der Öffis. Über mir die U-Bahn. Hinter mir der S-Bahn-Zugang. Ich wartete auf die Tram, die sich verspätete. 

In den letzten Tagen wartete ich dort mit dem Sohn. Er wartet gerne dort. Viele Autos fahren vorbei. Ab und an bahnt sich ein Krankenwagen seinen Weg. Fahrradfahrer. Musiker. Es gibt viel zu bestaunen. 

Diesmal stand ich alleine dort. Dachte an ihn. An seine Schwester. An meinen Herzmann. 

Und zücke doch mein Handy aus der Tasche. Und lass dann die wunderbaren Worte von Alu vom Blog "Grosse Köpfe" über Mütter und Töchter und die Zukunft. 
Mein Kind, wirst du so sein wenn du älter bist? Werde ich noch da sein und meine schrumpeligen Finger die deinen berühren?Wirst du mit beiden Beinen und wallendem Haar in der U-Bahn stehen und deinen Weg gehen? 
Und da sehe ich sie vor mir - meine Tochter mit ihrem wallenden Haar. 

Voller Inbrunst erklärt sie stets und ständig, dass sie Pippi Langstrumpf sei. Sie werde Seeräuberin. Wenn sie mal eine Omi sei, trüge sie große Schuhe. Sie möchte auf einem Pferd reiten. Der Papa darf diese Rolle gerne übernehmen. Ihr Bruder wird Herr Nilson genannt, spielt Thomas oder Papa Efraim. Ich bekomme die Rolle der Annika zugewiesen. 
Für uns alle überlegt sie sich aufregende Abenteuer. Wir sind auf den Meeren unterwegs, feiern ein Teeparty im Baum, bauen die Villa Kunterbunt, gehen in die Schule oder erleben eigene Abenteuer. Treffen die Wetterfee, suchen nach Schätzen im Sand, klettern in unbekannten Wäldern oder erschaffen Tiere. 

Immer sind wir ein Teil ihrer Erlebnisse. Wir gehören dazu. Das macht mich froh und stolz. Ich liebe ihre Geschichten und übernehme mit Freude einen Part darin. Und wie Alu wünsche ich mir:
Lass es uns so halten, lass uns das Lachen und unsere Liebe immer eine Verbindung schaffen, auch in den Momenten wenn du mich für die schrecklichste Mutter und ich dich für die streitbarste Tochter halte
Nicht immer übernehme ich meine "Figur" wie meine Pippi es möchte. Im Spiel nicht. Im Alltag erst Recht nicht. Doch immer können wir auf unsere Verbindung bauen und improvisieren. 

Nichts wünsche ich mir mehr als, dass meine Tochter, mein Wunder, mein willensstarker Wirbelwind, meine Kämpferin, als dass sie standhaft, den Kopf in den Wolken, die Haare wallend und das Herz am rechten Fleck, als dass sie ihren Platz in dieser Welt findet. Sie soll nicht hadern und frohen Mutes und mit wilden Ideen ihren Weg gehen. 

Und ich bin hoffentlich da und darf manchmal ihre Hand in meiner schrumpeligen Hände halten, einen Part übernehmen, mit ihr Lachen und ihre Tränen trocknen, wenn es sein muss. 

Gemeinsam können wir in andere Welten abtauchen. Phantasieren. Genauso wie ich mit dem Sohn Fahrzeuge bestaune, die mir vorher nur am Rande aufgefallen sind, werde ich mit meiner Pippi in See stechen. 

Auf zu neuen Ufern... 

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