Dienstag, 29. Dezember 2015

Jahresende

Rücklick. Ausblick. Der Jahreswechsel wird bevorzugt genutzt für ein Resümee. Der Januar ist schon eine ganze Weile her und es macht Sinn sich Erfolge, Erlebnisse, Geschehnisse und ebenso Unschönes in Erinnerung zu rufen und bewusst zu machen. Für das neue Jahr können Pläne geschmiedet werden. Für Verbesserungen. Für Wiederholungen. Ein Blick zurück. Ein Blick nach vorn... 


Meine Highlights 2015: 

Ganz klar gehört dazu die Geburt von Krümel im Februar. 
Er hat viel bewegt. Er ist ein Geschenk gewesen. Genau zur richtigen Zeit. Er hat das Buch möglich gemacht, unsere Familiendynamik geändert und bezaubert mit seinem Lächeln. 
Auch in diesem Jahr ist der Juni ein besonderer Monat. Krümelie wird 3 Jahre alt und der Herzmann und ich feiern unseren zehnten Kennlern- und den vierten Hochzeitstag. Musik und Liebe liegen im Juni in der Luft.

Die Leipziger sowie die Frankfurter Buchmesse gehören zu meinen bedeutenden 2015-Momenten, genauso wie manch anderes Buch- und Bloggeschehen. 

Worauf ich in Zukunft verzichten kann: 

Mangelndes Vertrauen - in die Kinder, ihr und unser Können und uns als Eltern und Personen. Außerdem kann ich ganz klar auf Krankheiten, stressige Arztbesuche und "genormte" Kontrollen verzichten. 

Was ich definitiv nicht mehr hören mag, sind Bemerkungen zu Krümels "schneller" körperlicher und motorischer Entwicklung und zu Krümelies Größe und in diesem Zusammenhang das Wörtchen "klein". 

Zum Einen versteh ich nicht, warum mein Baby für seine Schnelligkeit gelobt wird - für eine grundsätzlich evolutionstechnisch vorprogrammierte Entwicklung. Überschwängliche Begeisterung schlägt mir entgegen, wenn seine wackeligen Schritte zur Sprache kommen oder ersichtlich sind. Ich freu mich mit ihm, aber sonst bin ich nicht sehr euphorisch. 
Zum Anderen finde ich es traurig, dass Krümelie zu mir sagt, dass sie nicht klein ist. Fremde Frauen auf der Straße, Verkäufer oder Bekannte äußern sich "über die Kleine". "Klein" bedeutet jung. Bedeutet weniger Können. Und ja bald wird die GROßE Schwester KLEINER sein. 

Kinder lernen und entwickeln sich - in einer verhältnismäßig kurzen Zeit - sehr schnell. Grade das Licht der Welt erblickt und schon kann das Baby laufen. Aber da passiert doch noch so viel mehr, was vielleicht nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, aber doch trotzdem geschieht. Und meine Kinder sind einfach mehr als die offensichtlichen Körperlichkeiten. 

Worauf ich 2016 auch verzichten kann, sind Hundehaufen. Als Urberlinerin richtet sich mein Blick, grade in bestimmten Bezirken, gekonnt auf den Boden und ich bin gut im Slalomlauf. Doch leider ist das mit Kind und Kinderwagen kaum zu meistern. Von Kür sind wir weitentfernt. Mal ehrlich: Warum muss ein Hund mitten auf den Weg machen? Warum kann man das nicht wegmachen? Echt, ey! 


Was wird das neue Jahr bringen? 

Auch 2016 werden die Kinder sich entwickeln und verändern. Zuallererst werde ich mich von meinem Baby verabschieden müssen. Der erste Geburtstag von Krümel will gefeiert werden. Schaut mal (ja, ja Werbung; ist aber mein Baby, ich teile das Video freiwillig und dieser Tag gehört definitiv auch zu den Highlights 2015): 

Wenn ich mein Baby da so sehe. Hach. Schnief. Hallo? Kann mal bitte jemand die Zeit anhalten? Ich mag noch ein bisschen Babyduft richen... Und wie bitte kann es sein, dass Krümelie schon vier Jahre alt wird? 

Anfang 2016 werde ich dann auch das Abenteuer Kind und Beruf angehen. Es wird bestimmt einige abenteuerliche Momente geben mit 2 Kindern und 2 arbeitenden Erwachsenen und diesem Vereinbarkeitsding. Wir werden sehen. Ich freue mich auf die neue Stelle, habe aber auch Respekt vor dem Neuen auf Arbeit, im Alltag und der Zeitorganisation. 

Gespannt bin ich auch, was sich hier im Blog und drumherum tun wird und welche Wege das Buch nehmen wird. 

Wünsche für 2016: 

Ich wünsche mir ein bisschen Schnee, dann bald leckere Erdbeeren, schöne Sommertage, Buddel- und Spielplatzzeit und Kastanienmännchen. Zum Ende des nächsten Jahres wünsche ich mir dann gute Ideen. Der Vertrag für das Buch läuft nämlich nur 2 Jahre. Was wird dann mit der Druckdatei? Ein E-Book? Eine neue und verbesserte Auflage? Gäbe es dafür Abnehmer? Drucke ich nochmal - vielleicht mit Spendengeldern eine Summe X an Exemplaren für Bibliotheken oder Praxen? Ich wünsche mir die Möglichkeit mit lieben Freundinnen Kaffee zu trinken. Ich wünsche mir, dass alle Lebensbereiche im Gleichgewicht sind. Das wird nicht immer möglich sein, aber einen Versuch ist es wert.  

Euch, ihr lieben Leser*innen, wünsche ich einen guten Start ins neue Jahr. Möge 2016 euch bringen, was ihr euch wünscht!!!

Habt ihr Pläne? Nutzt ihr den Jahreswechsel für eine Rückschau? Welche Highlights gab es bei euch? 

Guten Rutsch allerseits!!! Wir lesen uns dann im Januar 2016. 
Eure Anne 

Freitag, 25. Dezember 2015

Weihnachten 2015 - Krankheit, Dankbarkeit und Überraschungen - Lebensbilder statt Krankheitsbild #26

Da war er also: DER vierundzwanzigste Dezember. 4 Adventssonntage, 24 Tage, fast einen ganzen Monat mussten wir auf ihn warten. Das ist es also: Weihnachten 2015! Ich mag Weihnachten. Nicht auf eine überkandierte Art, nicht romantisch verklärt, sondern ich mag es auf eine wohlwollende Art. Es ist ein Fest für die Familie mit Weihnachtsmusik, Kerzenschein, Weihnachtsgeschichte, Basteleien, Plätzchen, geschmücktem Tannenbaum, Weihnachtsmarktbesuch, Punsch und auch Geschenken. Ich mag all diese Dinge. 
Vierter Advent! Nachmittags mit meiner Oma und veganem Stollen vom Herzmann
Doch in diesem Jahr tat und tue ich mich schwer mit der Weihnachtsstimmung. Und eigentlich denke ich: Wo kann ich mich krank melden? In einen Schonraum übersiedeln? Mich ausruhen und gesunden? Nein, ich verfalle oder verfiel nicht in den gefürchteten Weihnachtsstress. Ich bin schlichtweg erschöpft. Für "richtige" Bettruhe geht es mir nicht schlecht genug. Und die Kinder husten und husten und schnupfen. Fieber haben sie keins; mehr Energie als ich hingegen sowieso. Die Krankheitswelle schwappte über uns. Seit Wochen ist es ein gesundheitliches auf und ab. Es schlaucht und ich hab keine Lust mehr. Allgemein machen beide Kinder eine Entwicklung durch und sind im seelischen Ungleichgewicht. Das fordert zusätzlich. 

Krankheit bedeutet immer Planänderung. Bedeutet Sparprogramm. Bedeutet Abwägen. Bedeutet Absagen. Da ist es auch fast egal, ob die Kinder oder wir Erwachsenen krank sind. So sollte eigentlich eine Uroma mit uns am heiligen Abend zusammen sein. Doch die Gesundheit geht vor. So waren spontan zwei Oma's, der Opa und wir am Abendbrottisch. 
Plätzchen - gebacken von Oma und Krümelie
Weihnachten. Das Fest der Feste. Und Krümelie ist 3 Jahre und 6 Monate und sie soll den Zauber der Weihnacht spüren. Die Kinder sollen Liebe spüren. Ihre Augen sollen strahlen, wenn und weil sie Geschenke auspacken dürfen. Sie sollen genießen können und sich freuen. Und die eingangserwähnten Dinge, die ich mit Weihnachten verbinde, sollen umgesetzt werden und machen einen Großteil des weihnachtlichen Zaubers aus. Die Kinder sollen ihn auch erfahren.
Obwohl ich mir angenehme Tage wünsche, ob Weihnachten oder nicht, muss ich doch feststellen, dass ich für die Gestaltung und das Angenehme verantwortlich bin. Ich. Wir. Auch wenn wir das Essen am ersten Feiertag bei den Großeltern genießen. 

Nach dem wir in diesem Jahr das vierte Mal als Familie mit Kind bzw. mit Kindern feiern, sind meine Erwartungen und Pläne für die Festtage selbst doch recht minimalistisch. (Obwohl die Hoffnung zuletzt stirbt.) Das hat natürlich Gründe.

Als Krümelie 6 Monate alt war hatte sie eine gefürchtete Mittelohrentzündung. Ein Jahr später war es eine Blasenentzündung. Letztes Jahr machte uns "nur" Schnupfen zu schaffen. In diesem Jahr also was mit den Bronchien. Naja Schnupfen erwähne ich schon nicht mehr. Der ist hier ein Dauergast.
Krümelie schmückt unseren Baum
Trotz Sparprogramm und krankheitsbedingtem "Gang runter schalten", manche Sachen wie Tannenbaum schmücken müssen dann doch sein. Wir waren auch eine Stunde auf dem Weihnachtsmarkt (für Abwechslung und "bessere" Stimmung) am Mittwoch. Macht ja auch Spaß. Besonders in netter Gesellschaft. Und trotz einiger Aktivitäten, die (schweren Herzens) abgesagt wurden, werden mussten, wegen der Ansteckungsgefahr, müssen wir Notwenidges erledigen, Lebensmittel kaufen und die Wohnung muss gesäubert sein. Es hilft nichts. Es gibt viel zu tun. Und sind wir mal ehrlich, auch Familienzeit ist anstrengend. 

Ich sehne mich nach Ruhe und Weihnachtsstimmung. Kind müsste man sein. Damals musste ich mir keine Gedanken um Essen, Putzen und Co machen. Vielleicht wünsche ich mir Einfachheit, die Konzentration auf eine Sache und Weihnachtsfreude- ohne diesen verantwortungsvollen Blick in die Zukunft. Ich möchte an das magische Weihnachtswunder glauben und ehrlich gesagt, würde ich mich auch über Schnee freuen.  
Mama's Überraschungen
Das Kind in mir konnte sich freuen. Jubeln. Sich im Kreis drehen. Erwartungsvoll klatschte es in die Hände, wollte das Papier aufreißen und Päckchen auspacken. Diese brennenden Fragen: "Was ist da drin?"; "Was wird es sein?". Kreischen wollte das Kind in mir. Auf der Stelle hüpfen, die Neugier stillen und staunen. 

Unter unserem Tannenbaum lagen in diesem Jahr Geschenke, die für mich einen Hauch von früher erweckten. Zum Einen habe ich beim Adventsgewinnspiel auf dem Blog "GROSSE KÖPFE" ein Überraschungspaket gewonnen.
Zum Anderen hat mir die liebe Janet vom Blog "Kinderbuchlesen.de" ein Päckchen zukommen lassen. 

Herzlichen Dank für die Überraschungen. 

Die Weihnachtszeit und der Jahreswechsel lassen mich und uns alle vielerorts dorthin "schauen", wo Mensch, Tier und/oder die Natur in Nöten sind. Wir stellen fest (meist im Vergleich zum Leid), dass es uns Gut geht und wir dankbar sein können. Sein sollten. 
Wie auch schon im letzten Jahr habe ich innegehalten und meine ersten Gedanken waren:

Ich bin dankbar für meine Lieben. An dieser Stelle sei ausnahmsweise mal nur Krümel erläuternt genannt. Mein Sohn ist wie die aufgehende Sonne mit seinem strahlenden Lächeln. Herzerwärmend. Einnehmend. Das schönste und ehrlichste Kinderlächeln zeigt er. Ich bin dankbar für sein 2-Zahn-Lächeln und für die tollen Menschen in meinem Leben. 

Ich bin dankbar für Kaffee am Morgen und für Ruhe in der Nacht. 

Ich bin dankbar, dass IHR hier lest. Ich bin dankbar für die tollen, lehrreichen und bereichernden Momente und Erfahrungen, die mir Buch und Blog beschert und ermöglicht haben. 

Weihnachtliche Dankbarkeit bedeutet auch, dass ich das Bedürfnis habe etwas zurückzugeben. Ich möchte meine Dankbarkeit ausdrücken. Ich will wertschätzen und würdigen. Daher möchte ich an dieser Stelle all den lieben UNTERSTÜTZER*INNEN, WEITERSAGER*INNEN, HELFER*INNEN, KOMMENTARSCHREIBER*INNEN, 
HOFFNUNGSSCHENKER*INNEN, MUTMACHER*INNEN,LESER*INNEN, WEGBEGLEITER*INNEN, FREUND*INNEN, BUCHKÄUFER*INNEN meinen DANK und die besten Wünsche aussprechen.



Wie ist euer Weihnachten 2015? Singt ihr lauthals und euphorisch unter dem Baum? 
Was bewegt euch? Wofür seit ihr dankbar? War ein Geschenk besonders schön? 
Ich bin neugierig.

Macht es euch gemütlich.
Eure Anne 

Sonntag, 20. Dezember 2015

Lebensbilder statt Krankheitsbild # 25 - Gemeinsamkeiten

Gemeinsamkeiten verbinden. Es ist schön, wenn wir jemanden kennen lernen, der die gleichen Interessen, Vorlieben oder auch Probleme hat, wie wir selbst. Gesprächsstoff findet sich. Zusammen können Aktivitäten unternommen werden. Wir fühlen uns bestätigt. Manchmal unterstützt. Es entsteht ein "Ich bin nicht alleine"-Gefühl. Menschen sind nun mal Herdentiere. ;-) Wir leben von, mit und in Gesellschaft. Das macht das Leben leichter, lustiger. Nicht immer. Aber im Großen und Ganzen schon. Sonst müsste jeder seine eigene Kuh haben, handwerkliches Geschick an den Tag legen und sich in der Natur auskennen. Ihr versteht, was ich meine. 

Das Internet als Kommunikationsmittel, genauer dieser Blog, bietet mir die Möglichkeit Kontakt mit andere Menschen aufzunehmen, die eine Gemeinsamkeit mit mir und meiner Familie haben. Obwohl meine/ unsere Heimatstadt wirklich groß ist und viel Einwohner zählt, ist die Menschenzahl, also jene, die auch mit dem UTS leben und, die wir kennen, doch sehr gering. Es ist daher wunderbar auf dem digitalen Weg ein Verbindung herzustellen. Ich als Schreiberin gebe etwas Preis von mir, lasse meine Gedanken ins www, sende Informationen. Und freue mich über eine Rückmeldung. Da reicht schon ein "Toll!" und ich weiß, dass jemand Anteil genommen hat. Das bestärkt mich. Austausch erweitert auch immer den Horizont und eröffnet neue Möglichkeiten. Das ist wichtig. 

Jetzt ist es so, dass manchmal mehrere Gemeinsamkeiten bestehen. Und das ist dann richtig klasse. So schrieb mir eine Mama mit 3-Jähriger Tochter. Genau genommen haben mir mehrere Mamas mit Töchtern in etwa dem gleichen Alter geschrieben. Mit Töchtern, die eben auch UTS haben. Die uns verbindende Gemeinsamkeit untermauert und bestärkt meine Überzeugung. Es mag nicht immer alles perfekt sein (wann, wer, was ist das schon?), aber Mädchen mit UTS sind einfach nur Mädchen. Sind einfach nur Kinder. Kinder, die spielen. 


Happy Birthday im Advent 

Die zur Geburtstagssause verloste Torte hat eine neue Heimat gefunden. Und die 3-jährige Gewinnerin liebt die Torte und Rollenspiele genauso, wie Krümelie. Mich erreichten dazu folgende Worte: 

Hallo liebe Anne,

seit heute morgen habe ich, außer dem momentan ständigen "In der Weihnachtsbäckerei" (ja, hier auch!! :-) ) noch einen anderen Ohrwurm: "Hääääppy Böööhrsdääy tuuu juuuh" - gefühlte 3 Millionen mal bisher.
Das liegt an der tollen "Geburtstags"-Torte die ich gestern spät abends vom Postboten angenommen habe und meiner Tochter morgens auf ihren Spieltisch gestellt habe, der bei uns im Wohnbereich steht. Was soll ich sagen... sie liebt die Torte! Ich hatte es ja geahnt. Ihre Puppe hat den lieben langen Tag Geschenke auszupacken, die sie vorher liebevoll verpackt. Und die Kerze muss ausgepustet werden, damit die Torte serviert werden kann! Volltreffer! Selbst ihr großer Bruder war voller Bewunderung! Das heißt schon was, denn mit fast 9 Jahren findet er "Babyspielzeug" und "Mitspielen müssen" normalerweise nur noch so mittel gut. ;-)
Danke noch einmal für die schöne Verlosung. Sehr detailreich und niedlich ist das gute Stück.
Man kann sich das Szenario sicher vorstellen.

[..]

Ich kann mir das sehr gut vorstellen. Ich höre praktisch das Geburtstagslied und kann die Geschäftigkeit und Bedeutungsschwere bei den Vorbereitungen nachspüren. Ich stelle mir aber auch die Bestimmtheit vor, welche die Puppe erfährt, wenn sie die Kerze auspusten soll. 




Vielen Dank für dieses Lebensbild, zeigt es doch eindrucksvoll, wie "normal" Mädchen mit UTS sind. Sie feiern, sind fürsorglich, machen sich Gedanken, leben, lernen und spielen. 

"Wie schön, dass du geboren bist..." - ein Lied und gleichzeitig eine Überzeugung, die eine verbindende Gemeinsamkeit darstellt... 

Dienstag, 15. Dezember 2015

Mutterschaft, Familienglück und Ullrich-Turner-Syndrom

Für den Abend des 14.Dezember wurden "Sternschnuppen" vorausgesagt. Wird eine erspäht, kann sich etwas gewünscht werden. Es klingt so leicht. Doch manche Wünsche brauchen mehr als Sternschnuppen. 

Ab und zu wird mir das Herz schwer. Ich schaue mein wunderbares Kind an, wie sie liebevoll ihre Puppe Bara stillt. Wie sie sich um sie kümmert. Wie sie erzählt, dass in ihrem Bauch ein Baby gewachsen ist. 

Ich war ein Einzelkind. Mein Mann auch. Wir wollten beide kein Einzelkind. Es war also schnell klar, dass wir zwei Kinder möchten. Und, dass wir überhaupt Eltern sein wollen. Gemeinsam. Eine mir helfende Frau sagte einmal zu mir: "Sie haben auch Liebe für Vier.". Sie hat damit einen Samen gesetzt. Ich hätte gerne noch ein bzw. zwei Kinder. 

Das wir überhaupt ein Baby bekommen haben, war zum Anfang gar nicht so selbstverständlich. Es wollte einfach nicht klappen, obwohl wir beide Anfang Zwanzig waren. 
Erste Tests waren gemacht. Die Bedingungen nicht ideal, aber alle Zeichen deuteten auf machbar. Mittlerweile haben wir zwei Kinder. Vielleicht die Hälfte. Vielleicht genug. Ich weiß es nicht. 

Worauf ich hinaus will. Ich kenne dieses Gefühl "Kinder zu wollen" und eine gefühlte Ewigkeit keinen Erfolg zu haben. Diese neidvollen Blicke auf Schwangere. Dieses Unverständnis, wenn Kinder getötet oder verletzt wurden und die Meldungen in den Nachrichten kamen. Ich kenne diesen von Innen kommenden Kinderwunsch. 

Mein Wunsch hat sich erfüllt. Doch für Krümelie lässt er sich nicht so selbstverständlich erfüllen. Sie wird nicht einfach selbst entscheiden können. Unter'm Strich und ganz platt ausgedrückt, beteutet "UTS haben" auch: "Ohne Eizellen keine eigenen Kinder". Sicherlich gibt es mittlerweile Mittel und Wege. Anfang des Jahres veröffentlichte ich dazu einen Erfahrungsbericht von Daniela, die ihr Mutterglück über eine Eizellenspende fand.
Wenn Krümelie eigene Kinder möchte, die körperlichen Bedingungen es zu lassen, würden wir sie unterstützen, sodass sie ihre Möglichkeiten ausschöpfen kann. 



Eine Freundin meinte zu mir, wie schön es sei, dass das zweite Baby ein Junge geworden ist. Welch Glück. Er wird keine Kinder gebären. Und ich sollte keine weiteren Kinder bekommen. Es könnte ja nochmal ein Mädchen werden, was dann wächst, größer und schwanger wird. 

Zum Einen finde ich es schwierig mein Glück vom UTS bestimmen zu lassen. Zum Anderen möchte ich, dass auch das imaginäre dritte (weibliche) Kind und Krümelie eine gute Verbindung haben. 

Unerfüllter Kinderwunsch ist ein emotionales Thema und kann schwer belasten. 

Es kann. Muss es aber nicht. Es wäre wünschenswert und unproblematischer, wenn Krümelie entscheiden könnte, ob, wann, wie sie Kinder auf die Welt bringt. Ich bin davon überzeugt, dass eine Familie mehr ist als Mutter, Vater und leibliches Kind. Das zwei Menschen, die sich lieben, auch eine Familie sein können, wenn sie es wollen. Und obwohl es egal ist wie ein Kind in die Familie kommt, durch Pflegschaft, Adoption oder Geburt, es braucht Kinder für Elternschaft. 

Wir reden jetzt noch nicht mit unserer Tochter darüber. In mir kam das Thema schon öfter hoch. Krümelie, die vorzeige Puppenmama, wie wird es für sie sein?
Doch in gewisser Weise fand es jetzt zufällig in unser Bücherregal. 




Das wunderschöne Buch "Der Junge, der von den Sternen kam" kauften Krümelie und ich auf der Berliner Buchmesse. Die sehr sympathische Aquarellmalerin sprach uns an und erzählte uns die Geschichte von dem traurigen Jungen auf dem weitentfernten Stern. Er konnte sich alles zum Zeitvertreib wünschen. Das Spielzeug erschien, wenn er es wollte. Doch er war einsam. Mit einem Zauberroh entdeckte er dann die Erde und weihnachtliche Stimmung in Häusern. Nur in einem herrschte keine Ausgelassenheit. Der Mann und die Frau dort waren traurig, weil sie keine Kinder hatten. Der Sternenjunge sollte das aber ändern. 



Ein Kind kann auch auf anderem Wege aus zwei Liebenden Eltern machen. Und Kinder sind ein Geschenk. Ebenso wie Liebe. Und beides ist nicht selbstverständlich. Das Buch bietet uns eine Gesprächsgrundlage. Und berührt mich. Ich glaube Krümelie hat das gespührt. "Was macht der Sternenjunge?", fragte sie mich. Es war keine übliche Warum-Frage. 
Vielfältige Familienformen. Zwei Mütter, zwei Väter, verschiedene Erziehungspartner und Familienerweiterungen durch selbstgewählte Familienmitglieder wie Patentanten, Leihomas und Freundinnen. Familien entstehen. Ich hoffe, dass meine Kinder, ob diese zwei oder vielleicht doch irgendwann mehr, passende und glücklichmachende Familienkonstellationen finden.  

Ich wünsche mir, dass Krümelie nicht krankmachend mit ihrem Schicksal hadert. Ich hoffe, wenn Krümel Vater wird, dass Krümelie sich mit Freuen kann. Ich hoffe, dass sie als Erwachsene auch so herzhaft gemeinsam Lachen können, wie jetzt. 

Ergänzung 
Wir schreiben mittlerweile das Jahr 2016. Die Themen "Kinderwunsch", "Schwangerschaft" und "Familienplanung" sind in aller Munde. Im Privaten ebenso wie im Netz. Ich möchte mit diesem Post an der Blogparade von Mama on the rocks teilnehmen. Ich möchte betonen, was mich dabei bewegt.

Eine Frau mit UTS sagte einmal sehr treffend zum Kinderwunsch-Thema: "Ich hätte gerne die Wahl gehabt." Für sie war klar, dass sie keine Kinder gebären kann. Sie konnte nicht entscheiden. Eine Kinderwunschbehandlung ist sicher kein leichter Weg, aber es ist ein Versuch, der unternommen werden kann. Es ist eine Entscheidung, die getroffen werden kann. 

Unsere Familienplanung ist noch nicht abgeschlossen. Und ich bin dankbar dafür, dass wir die Wahl haben. 

Herzlichen Glückwunsch an alle Schwangeren. Herzlichen Glückwunsch an alle, die ihre passende Form der Familie gefunden haben. 

Samstag, 12. Dezember 2015

"Lebensbilder statt Krankheitsbild" #24 trifft 12von12

http://draussennurkaennchen.blogspot.de/p/12-von-12.html

Bei dieser Aktion werden am 12ten eines Monats 12 Bilder vom Tag gemacht. Das passt prima in meine Reihe "Lebensbilder statt Krankheitsbild", dachte ich mir. Daher gibt es jetzt 12 Lebensbilder von unserem Tag (und hier bei "Draußen nur Kännchen" gibt´s noch mehr):

Guten Morgen! 
Der Tag startet kurz nach acht Uhr. Die Nacht war unruhig. Der Babyjunge kränkelt. Es fühlt sich an als ... ach, was weiß ich. Ich bin müde und morgenmuffelig. Die Kinder spielen ein bisschen im Bett. 
Zum Frühstück gibt es eine Kaffeeparade. Der Herzmann und Krümelie kauften kürzlich extra Kinderkaffee. Da wir ausgesproche Kaffeejunkies sind, wollte das Tochterkind auch unbedingt welchen. Leider schmeckt er ihr so gar nicht. Die mittlere Tasse ist ihre. 
Anschließend werden alle schick gemacht. Seit Montag mit noch mehr Begeisterung.
Es wird gespielt, gestillt, getrullert. Der Tag plätschert so dahin. 
Gewissenhaft wird ein Platz für das Teil aus dem Adventskalender gesucht. 
Und wir schnippeln ein wenig. 
Der Herzmann und Krümel sind schon los. Krümelie und ich machen uns langsam fertig. Ich bin immer noch müde. Oder schon wieder. Beim veganen Markt ist die Familie wieder zusammen. 
Wir, also der Herzmann und ich, essen ganz leckere Sachen.
Krümelie ist nicht sonderlich angetan gewesen. Die Waffel sah zwar appetitlich aus, war aber auch so gar nicht unsers. 
Leider ist es doch ziemlich kalt und laut. Mir persönlich gefiel es in Treptow besser. Nun ja. Bevor wir den Heimweg antreten, laufen wir noch über den benachbarten Weihnachtsmarkt. 
Krümelie ist hoch erfreut über die fliegenden Geschenke...
...und fasziniert vom Licht. 
Wir kaufen noch Lebensmittel ein und hoffen auf einen ruhigen Abend. Die Müdigkeit, ihr versteht. Dann steht nur noch Abendessen und das abendliche Programm an, dessen Höhepunkt und Ende das gemeinsame Lesen ist. 
Ich wünsche euch einen schönen Abend und morgen einen besinnlichen dritten Advent. 

Donnerstag, 10. Dezember 2015

veganes Weihnachtsgebäck bei "Lebensbilder statt Krankheitsbild" #23

"Ein Kekshaus! WOW! Toll!", die 3-Jährige ist begeistert vom Knusperhäuschen ihrer Freundin. Sie will auch in der Küche werkeln. Und obwohl das Ullrich-Turner-Syndrom ein Teil unseres Lebens ist, macht es sich im Alltag nich sonderlich "breit". Es behindert Krümelie nicht. Mit der Reihe "Lebensbilder statt Krankheitsbild" will ich zeigen, dass das Leben mit dem Syndrom soviel mehr ist, als ein Karyogramm ausdrücken oder aussagen kann. Dahinter steckt soviel mehr als die Definition hergibt. Dahinter steckt LEBEN. GANZ "NORMALES" LEBEN. Und dieses - unseres - Familienleben zeige ich euch. Und da Weihnachten das Fest der Familie ist, rücke ich erneut unsere vorweihnachtlichen Aktivitäten in den Fokus. 

Hier wird nämlich "besinnlich" gebastelt. Und ignoriere ich die Ausbreitung des Klebers (Wieviel bitte ist in so einem kleinen Stick eigentlich drin?), bin ich einfach beeindruckt, wie konzentriert Krümelie "werkeln" kann. 
Na klar, auch bei uns wurden fleißig die Schuhe geputzt und aufgreiht. Dank Nikolaus können wir nun Abwechslung ins abendliche Vorleseritual bringen und gleichzeitig den Zauber von Weihnachten ergründen. 
Eine besondere Freude fand sich in unserem Briefkasten. Der Weihnachtsmann hat geantwortet. Auch diese Lektüre bereichert unser abendliches Vorleseritual. 
Neben Weihnachtsliedern (die mir auch im Sommer in den Kopf komme, weil sie sich so einbrennen) gibt es eben noch diese Sache mit dem Backen, die im Dezember unbedingt gemacht werden muss. Was wäre die Vorweihnachtszeit ohne Kleckerei in der Weihnachtsbäckerei? 


In unserer Weihnachtsbäckerei 

Bei uns in der Familie übernimmt der Herzmann mit Leidenschaft das Kochen und Backen. (So viel zur Normalität?!) Er achtet auf die Lebensmittel, informiert sich über Produkte und ernährt sich vegetarisch. Immer  mehr vegetarische und vegane Mahlzeiten finden auf unseren Tisch. Viele Sachen sind lecker. Manche nicht. 
Weihnachten hin. Weihnachten her. Auch jetzt wird auf die Zusammensetzung des Essens geachtet. Wodurch sich der Herzmann und Krümelie an veganem Backen probiert haben. 

Vegane Weihnachtsstollen 

Begeistert hat Krümelie alles Stehen und Liegen gelassen als der Herzmann die Zutaten und Utensilien fürs Backen zusammen suchte. Schwups stand ein Stuhl vor der Arbeitsfläche. Es konnte also losgehen. 
Kokosdrink und Pflanzenmargerine wurden abgemesen, in einen Topf gegeben, erwärmt und mit Hefe gemischt. In einer separaten Schüssel wurden Mehl, Zucker, Kardamom, Nelken (beides gemörsert) und Salz vermengt. Die warme Flüssigkeit kam in eine größere Schüssel und unter rühren gab Krümelie nach und nach die Backmischung dazu. "Mehlmatsche. Mehlmatsche"- Gesang begleitete den Vorgang. Dann konnte das ausgiebige (10 Minuten) Kneten losgehen. Der Teig konnt dann über eine Stunde gehen. 
Der Herzmann schnitt Trockenfrüchte (Aprikosen), hackte Nüsse und musste dabei auf Krümelies Finger aufpassen. Nach einem Ausflug wurde der Backofen auf 135 Grad vorgeheizt und der Teig ausgerollt. Krümelie konnte die Nüsse und Früchte verteilen und gemeinschaftlich wurde der Teig gerollt. Auf Backpapier plaziert, kam er für 60 Minuten (bei Ober/Unterhitze) in den Ofen. 
Nach dem Abkühlen konnte die junge Helferin sich wieder ausleben mit flüssiger Pflanzenmargarine und Puderzucker spritzen und kleckern. "Schneeflöckchen, Weißröckchen..." oder auch "Es schneit, es schneit..." hatte Krümelie wohl im Kopf... 
Obwohl der Herzmann nicht so zufrieden war (die Hefe weggekocht, zu viel Flüssigkeit), der fertige, vegane, laktosefreie und selbstgemachte Weihnachtsstollen schmeckte klasse. "Klitschig" in der Mitte und mit Kruste und Kaffee super lecker. 

Zum eigenen Ausprobieren braucht ihr: 
  • 500 g Mehl
  • 1 Packung Trockenhefe
  • 100 g brauner Zucker
  • 1 Kardamomkapseln
  • 2 Nelken
  • eine Prise Salz
  • 250 g Trockenobst 
  • 165 g Pflanzenmargarine 
  • 220 ml Madeldrink oder Kokosdrink 
  • 3 Tropfen Bittermandelöl
  • 1/2 TL Zimt 
  • Nüsse und Vanille nach Belieben
  • Margarine zum Bestreichen 
  • Puderzucker zum Bestäuben 
Und vom Ehrgeiz gepackt, versuchte mein Herzmann es nochmal. Bittermandelöl und Zimt waren beim ersten Versuch nicht dabei. Auch die Mengenangaben wurden optimiert. Und an den Seiten wurde das gute Stück vor dem Besuch im Ofen eingeschnitten. Wer genauere Angaben zu Vorgängen alla " eine Mulde ins Mehl drücken" haben möchte, schreibt mir das bitte. Das zweite fertige und fluffige Ergebnis: 

Wer hat jetzt Lust auf Backen oder Plätzchen ausstechen? Was macht/backt ihr gerne in der Adventszeit? Bekommt ihr auch ständig einen Ohrwurm? "In der Weihnachtsbäckerei, gibt's so manche Kleckerei..."... 

Und weil Mehlwolken, Teigklumpen und Weihnachtsbacken überhaupt einfach zur festlichen Adventszeit gehört, steht auch auch die Serie "Kleine Genießer", die monatliche und themenbezogene (Kinder-)Rezeptsammlung von Mama Mia, in diesem Monat unter dem Motto: In der Weihnachtsbäckerei. Dort finden sich weitere und bestimmt leckere Anregungen. 

Guten Appetit! 
Eure Anne 

Samstag, 5. Dezember 2015

Haare - diese Haare! Rapunzels (Alp-)Traum

Foto aufgenommen von Matthias Friel
Krümelie fast 2 Jahre
"Diese Haare..."; "Diese Löckchen..."; "Von wem hat sie den diese Löckchen?" - dazu kommen "Ahh's" und "Ohh's" - und Krümelies Haare werden bestaunt wie ein Feuerwerk. Früher sagte Krümelie immer "Öckchen", ich fand das mindestens genauso cool, wie die Haare selbst. Wenn ich für jedes Kommentar zu Krümelie's Lockenpracht Geld bekommen hätte, wir wären Milliardäre. Selbst wenn ich die Fragen zur Haarpflege, Mitleidsbekundungen zum Kämmen und Kommentare alla "Sie wird später glatte Haare haben wollen." abziehe, wären wir immer noch Millionäre. 
Und in aller Deutlichkeit: Ich find ihre Locken (auch) klasse. Nein, von mir hat sie die nicht und natürlich kämme ich ihre Haare. Die Antworten auf die Top 3 der Fragen und Anmerkungen zur kindlichen Lockenpracht. 


HAARE SCHNEIDEN - AAAHHHHHHHH

Bis jetzt ist es so, dass ich als Krümelie fast 2 Jahre war, das erste Mal ihr einen Pony geschnitten habe. Genau genommen, habe ich die Haare gekämmt, versucht möglichst viele zu fassen und habe einmalig geschnitten. Dazu saß Krümelie bei Papa auf dem Schoß und zitterte. Alle guten Worte brachten nichts. Krümelie fand es furchtbar und schüttelte von da an stetig den Kopf sobald das Thema "Haare schneiden" aufkam. Wir haben mit viel Aufwand und guten Worten unserer Tochter vielleicht fünf oder sechs Mal die Haare vor den Augen entfernt. Das wars. 

Im Sommer 2015 waren wir bei einer speziellen Kinderfriseurin, um dem Gewusel auf dem Kopf Einhalt zu gebieten. An Schneiden war nicht zu denken. Krümelie schluchzte, klammerte sich an mich und begann zu zittern als die Frau ihr durch die Haare ging. Die Haare sein okay, so das Urteil. Wir legten das Thema ad acta. 


Schöne Haare 

Je mehr und intensiver sich Krümelie mit dem Mädchensein auseinandersetzete, desto wichtiger wurden Frisuren. Seit Pippi Langstrumpf sollen es am Liebsten 2 Zöpfe sein. 

Wenn die Geduld nicht für zwei und schon gar nicht für geflochtene Zöpfe reicht, gibt es eben keine gemachten Haare. Dann sind sie wild. 
Ich bürste Krümelies Haare nur nass. Sind sie doll zerzaust, darf sie dabei eine Folge "Der kleine Maulwurf" oder "Löwenzähnchen" schauen. Oder zwei, drei, vier... "Entlockt" sind ihre Haare schon sehr rapunzelig. 
Haare waschen ist auch eine Sache für sich. Zumal UTS-bedingt auch immer unterschwellig die Angst da ist, dass Wasser in den Ohren Probleme und Schmerzen hervorrufen kann. Und ich glaube, dass Krümelie auch stark laufendes Wasser als unangenehmes Geräusch wahrnimmt. Mit unserem Alltagstrick klappt es zum Glück ohne Schwierigkeiten, da das Wasser dosiert ist. 

Püppikram

In verschiedenen Posts, besonders wenn es um Äußerlichkeiten und Feminität geht, erwähnte ich bereits den Beautysalon Püppikram und die liebe Silke. 
Nicht nur, dass seit dem 12. Mai diesen Jahres bei Püppikram ein "X-MAL ANDERS Ullrich-Turner-Syndrom! Ja, und?!"-Buch in die Hand genommen werden kann, nein auch so schätzen und mögen wir Silke sehr. Neuerdings sitzen ihre Tochter und Krümelie auch gemeinsam im Schrank und kichern. Aber nicht nur diese gemeinsame Erfahrung, nein, Silke's Handeln allgemein wirkte sich auf Krümelie aus. Sie spielt nämlich, dass sie selbst Silke ist. Der Spiegel wird dann auf den Tisch gestellt, die Bürste bereit gelegt und meist stellt mir die freundliche junge Dame noch einen Becher "Kaffee" hin. Diesen nehme ich dankend an. Ich soll mich dann setzen und in den Spiegel schauen, bekomme die Haare gekämmt und anschließend werde ich geschminkt. Wird das Rollenspiel nicht (durch den Babyjungen) gestört, müssen anschließend auch noch Fotos gemacht werden. Die Vorbildwirkung ist enorm. Sie lächelt mich auch professionell an, versieht meine Haare mit Spangen und steichelt mir ähnlich wie Silke zur Hautprüfung über die Wange und pinselt mir im Gesicht rum. "Du wirst schick gemacht, Mama. Weil ich bin die Silke", erklärt mir Krümelie dabei voller Inbrunst. An manchen Samstagen gehen wir auf den Wochenmarkt. In unmittelbarer Nähe befindet sich der Püppikram-Laden und auf ein kurzes "Hallo" gehen wir gerne vorbei. 

In letzter Zeit häuften sich die (ungefragten) Anmerkungen zur krümelieschen Lockenpracht: "Die Haare müssen geschnitten werden, damit sie kräftiger werden."; "Das Kind braucht einen ordentlichen Haarschnitt."; "Wenigstens Spitzen schneiden, um das Kämmen zu erleichtern.". 
Die Pflege bzw. das Kämmen sind manchmal eine Geduldsprobe. Wie das mit Kindern eben so ist, erkennt Krümelie auch nicht immer die Notwendigkeit des Waschens und Kämmens an. An manchen Tagen lasse ich die Haare völlig unberührt. Sie sind dann einfach ungezügelt. Wild. Mich stört das nicht. Gelegendlich frage aber auch ich mich, wo das Enden soll...

Der Herzmann und ich beschlossen: das "arme" Kind muss in professionelle Hände. Wir trauen uns da nämlich nicht ran. Was meint ihr, welcher Ort uns dafür in den Sinn kam? Genau! Wir wählten den vertrauten Püppikram-Salon. Das "arme" Kind soll ja nicht traumatisiert werden. Ein Termin fand sich und... 

Am Montag (7.Dezember) war es also so weit. Die Begeisterung von Krümelie hielt sich in Grenzen, war aber nicht von Angst begleitet. Doch im Ergebnis ist das Geschehen schnell erzählt. Die junge Dame hat neuen Nagellack auf den Fingern 
und Mama hat ein paar Haare da gelassen. 
Bild aufgenommen von Silke und hier bei Facebook  veröffentlicht 

"Locken sind eine Laune der Natur. Sie zeigt uns damit, was sie noch alles Schönes kann.", so die Aussage des Friseurmeisters. 
Krümelie hat klar gesagt, dass sie die Haare nicht geschnitten bekommen möchte. Und wenn wir die Haare nicht radikal kürzen, würde das mit dem Kämmen so oder so nicht einfacher. Nun gut. Wir warten jetzt bis Krümelie von sich aus zum Friseur und Haare lassen möchte. 

Wie handhabt ihr das mit den Haaren? Beim Waschen und Schneiden? Beim Frisurenzauber? 

Und für alle die nicht bei Facebook sind (was wirklich Zeit spart), erzähle ich es hier nicht ohne Stolz. Matthias aka Matthias Friel Photography macht einen Adventskalender bei Facebook. Hinter dem siebenten Türchen verbarg sich gestern etwas x-mal anderes... 

Mit Püppikram besteht keine Kooperation. Ich habe ganz regulär für den Haarschnitt bezahlt.