Freitag, 30. Oktober 2015

Inklusion

Gestern füllte ich ein Anmeldeformular für eine Fachtagung aus. Ich war begeistert, als ich von der geplanten Veranstaltung las. Es sollte um Pränataldiagnostik und Inklusion gehen.  



Ein wichtiger Themenkomplex und ein Spannungsfeld, wie ich finde. Ganz vereinfacht ausgedrückt sind meine Gedanken dazu: Falsche "Nutzung" der Diagnosemöglichkeiten oder unempathische Aufklärung machen einen Teil von Inklusion unnötig. Eine Gruppe zu Inkludierender wäre ausradiert. Jene, die von Geburt an als behinderte Menschen gelten, gäbe es also nicht. Sie könnten nicht in den Genuss von Inklusion kommen. Oder müssten es nicht. 

Die Vorstellung, wie ein Mensch und die Gesellschaft zu sein hat, beeinflusst das Vorgehen dabei. Es fängt doch bei der Frage an, welche Untersuchungen in der Schwangerschaft angeboten werden und welche von der Schwangeren wahrgenommen werden? Wäre unsere Gesellschaft offen für Menschen, die behindert sind, die nicht der Norm entsprechen, die individuelle Bedürfnisse haben oder die Hilfsmittel brauchen, wäre jeder Mensch willkommen, so wie er ist, bräuchten wir dann Bluttests? 

Inklusion steht meiner Meinung nach für Gemeinschaftlichkeit. Es bedeutet Teilhabe. Jeder ist, wie er ist und gemeinsam wird an einem Strang gezogen. Jeder setzt seine Kräfte so ein, wie er kann. Stärken werden genutzt. Dabei muss 
ich nicht alles kennen, können und verstehen. Niemand ist ohne Fehler. Ich kann auch vorsichtig auf Neues zu gehen. Ich kann auch skeptisch sein. Grade weil ich nicht alles kennen kann. Jeder hat das Recht seine Entscheidung zu treffen. Jeder hat ein Recht auf Sein. Deswegen muss ich nicht jeden Menschen mögen. Ich muss jedoch das Sein respektieren und ein Auskommen ermöglichen. Wenn ich den pränatalen Bluttests einen selektiven Charakter unterstelle, verhindern sie Sein und Auskommen. 

Die Präntaldiagnostik kann den Beginn eines Lebens begleiten, manchmal auch retten. Vielleicht aber auch verhindern. Ich hätte gerne mehr erfahren. Ich hätte gerne Neues gelernt. Ansichten gehört. Das geht jedoch nicht, weil diese Fachtagung nicht stattfindet. Vielleicht wird sie erneut angeboten. Vielleicht. 

Warum interessieren sich nicht genug Teilnehmer dafür? Ist der Weg schon so vorgezeichnet? Gibt es keine Alternativen mehr? 

Dies ist die zweite Veranstaltung, die auf Grund von mangelnder Teilnehmer nicht stattfindet. Ich wollte ein Tagesseminar mit dem Titel "Kinder mit Behinderungen: Zwischen Teilhabe und Ausgrenzung" besuchen. In Kindergartengruppen zeigt sich die große, weite Welt im Kleinen. In einem geschützten Rahmen lässt sich lernen. Gemeinsam. Doch dabei gibt es Dinge zu beachten. Herausforderungen. Ein Austausch darüber wäre sinnvoll. Ich würde ihn mir wünschen. 

Was ist Inklusion? Was macht sie? Wofür steht sie? 


Eine gelungene Darstellung ist diese: 

Abfotografiert von Seite 7 der Ausgabe 3 2015 von "zukunft jetzt" Das Magazin der Deutschen Rentenversicherung

Was bedeutet Inklusion für euch? 

Sonntag, 25. Oktober 2015

Lebensbilder statt Krankheitsbild #21

Am Sonntag ist Badetag!

Das war schon so, als ich ein Kind war. An den anderen sechs Tagen wird mit Lappen und teilweise dem Becher- Schütt -System gewaschen. Wir Erwachsenen duschen halt. Doch sonntags wird gebadet. 

Überall Wasser, sprich in der Badewanne sitzen, war bis zum dritten Geburtstag von Krümelie kein sehr lustiges Unterfangen. Das größte Problem war das Wasser von oben bzw. das die Haare nass wurden. Eine ganze Zeit lang hat sie sich auch immer die Ohren zu gehalten, wenn die Dusche an war. Schreien, Weinen, Unwille stand auf dem Programm.

Eine müde und vom Tag geschaffte Krümelie mag zwar immer noch kein Waschen, Abseifen, Baden oder geschweigeden Umziehen, Zähne putzen oder sonst was vom abendlichen Programm. Aber im Großen und Ganzen sind die Zeiten von intensivem Weinen, wenn es um das kühle Nass geht, vorbei. 

Heute zum Beispiel wurde vormittags gebadet. Das Wetter ist nicht so doll, da bot es sich an. Und es war toll. Mit künstlerischer-naturwissenschaftlicher Erfahrung: 

Die Fliesenwand wurde zur Leinwand alias Krümelies "Seifenwand", wie sie selbst sagte. Mit Malseife hat sie sich vergnügt, während Krümel fröhlich vor sich hin spritzte. Nun musste das Kunstwerk bereinigt werden. Mit einer Spritze (einer echten aus dem Krankenhaus) wurde gezaubert. Hier wird nämlich nur mit Zauberwasser gewaschen. Und so starrten beide Kinder die Rinnsäle an, freuten sich und jeder spritzte auf seine Art. Ganz präzise fokussiert Krümelie einen Stelle und "drückte ab". Beobachtete und zog wieder Wasser ein. Krümel wurde dann vom Papa rausgeholt und Krümelie konnte noch ein bisschen weiter mischen und wundern. Unser Wasser war nämlich blau und kein bisschen grün, obwohl wir doch beide Farben genutzt haben... Ein Rätsel. 




Zum Abschluss hat sie dann das Waser in Wellen in den Abfluss getrieben und "Mama, wo geht das Wasser hin?" gefragt. Das ist aber eine andere Geschichte. 

Ich wünsche euch einen sauberen und guten Start in die neue Woche. 

Donnerstag, 22. Oktober 2015

böse und lieb - über Gefühle

"Mama, bist du böse?", fragt mich Krümelie. Es trifft mich. Ich frage mich, was mich an dieser Frage stört... 

Ich erkläre ihr, dass ich aufgebracht bin. Ich ärgere mich, bin auch traurig. Es stört mich, dass ich keinen klaren Gedanken fassen kann, wenn mir ständig eine schrille Stimme im Ohr klingt. ABER ich bin nicht böse. Ich habe Gefühle. Ich zeige sie. (Manchmal ungefiltert. Manchmal zu heftig.) Ich erkläre weiter, dass Taten böse sein können, wie mutwillige Zerstörung. Ich verweise auf "den bösen Wolf", der mit Absicht die kleinen Schweinchen schnappen will. Ich versichere ihr, dass ich, auch wenn ich aufgebracht bin, nicht böse bin und sie lieb habe. 

"Ich bin doch lieb.", beteuert Krümelie. 

Hach, der nächste wunde Punkt getroffen. Ich wäge ab. Zuviel Erklärung. Ich lasse es. Nehme Krümelie in den Arm. 

"Lieb haben" fällt in die Kategorie "Gefühle". "Lieb sein" ist eine leere Hülle von undefiniertem, eventuell antrainiertem Wunschverhalten, was nach gut Dünkel der Machthabenen Erwachsenen eingesetzt wird. Es sagt nichts aus. "Sei lieb, sonst bringt der Weihnachtsmann keine Geschenke.", fällt mir dazu ein. Es würde vielleicht bedeuten, dass der/die Angesprochene nicht laut sprechen, die Füße unter dem Tisch still halten, lächeln, knicksen, nicht rennen oder was weiß ich auch immer tun oder eben nicht tun soll. Eben so unnütz ist auch: "Benimm dich ordentlich.". Ein Satz der je nach Person mit anderem Inhalt gefüllt wird. 

Über Gefühle zu sprechen, ist nicht immer leicht. Ich lebe meine Gefühle aus. Natürlich bin ich soweit sozialisiert, dass ich mich mit anderen Menschen bzw. in der Öffentlichkeit, beherrsche und meine Befindlichkeiten gegebenenfalls verbalisiere. Krümelie und Krümel lernen das noch. 

BÖSE und LIEB SEIN im Allgemeinen sind wie Sammelbegriffe. Verhalten, was gefällt, ist lieb, was nicht gewünscht ist, ist böse. Das heißt nicht, dass ich nicht auch "böse werde" oder zu Krümelie sage: "Das ist aber lieb von dir". Aber ich generalisiere dabei nicht. Die Bandbreite an Gefühlen und Verhaltensweisen ist meiner Meinung nach größer und differenzierter. Warum können wir sie nicht nutzen und verbalisieren? 

Montag, 19. Oktober 2015

Wege des Buches - Frankfurter Buchmesse 2015

17.Oktober 2015
6 Uhr früh. 
Es ist dunkel. 
Es regnet in Berlin. 
Und eigentlich ist es viel zu früh. 
Doch mit einem wunderschönen "X-MAL ANDERS Ullrich-Turner-Syndrom! Ja, und?!"-Exemplar im Gepäck startete die Mission. Krümel und ich machten uns auf nach Frankfurt Main zur Buchmesse



Bereits am 12. Oktober bei den Lebensbildern mit 12von12 (hier zusehen) deutete ich es an und berichtete schließlich einen Tag später (hier) davon, dass ich zur Frankfurter Buchmesse will, weil mein "Buch-Baby" dort einen Auftritt haben sollte. Am Donnerstag dann der Schock (hier nachzulesen) und ich überlegte ernsthaft nicht zu fahren. Seit dem 10. August ermunterte ich euch alle ständig zu voten. Einzelheiten gibt es hier nachzulesen. Und dann das. Niemand stimmt für ein Buch, das er Vorort nicht sieht. Gefühlt alle Mühe für die Katz. Ich fühlte mich meiner Chance beraubt. Zum Trotz starte ich mit Krümel und Buch eben die Mission "X-MAL ANDERS GOES FBM15" unter dem Hashtag #xmalandersgoesfbm15.


Wir wurden nach fast 6 Stunden Reise herzlich am Frankfurter Bahnhof empfangen. Die liebe S. nahm sich unserer an. Wir konnten kurz bei ihr Durchatmen und nahmen von dort, gemeinsam mit der jungen C. und der ebenfalls angereisten B., das Ziel in Angriff. 

Frankfurter Buchmesse 


Auf dem schnellstmöglichen Weg kämpfen wir uns durch zu Halle 4.1 und erreichten 10 Minuten vor 14 Uhr unser Ziel. Dort wiederum trafen wir M., K. und R.. Wir nutzten die verbleibende Zeit und stimmten ab. Ein Etappenziel erreicht. 

Worüber ich bis dato keine Kenntnis hatte, ob meine Mühe/meine Mails von Donnerstag gefruchtet hatten. Doch die freundliche Mitarbeiterin von der Edition winterwork hatte Freitag früh ein Exemplar zum Stand gebracht. So konnten Besucher*innen der Messe, Abstimmer*innen das Werk doch zumindest geraume Zeit in echt betrachten. 



Obwohl ich felsenfest davon überzeugt bin, dass mein Buch DAS SCHÖNSTE BUCH ist, war in diesem Moment klar, dass... naja. 


Es ging erstmal weiter. M.,B., K., R. und ich (Krümel immer dabei) besuchten den Stand von winterwork. Einige Fotos entstanden, ein kurzer netter Austausch war möglich und Krümel legte eine Stillpause ein. 



Von dort aus gingen Krümel und ich kurzzeitig unserer Wege. Ganz ehrlich, ich habe vor lauter Menschen kaum ein Buch gesehen. Krümel und ich blieben nicht lange allein, da wir Mama M. und ihre Freundin kennenlernten. Bei Kuchen und Kaffee unterhielten wir uns. Liebe Mama M., es war super dich kennenzulernen. Ein bisschen mehr Zeit wäre besser gewesen, aber ich fand es toll. 

Nach einem Windelstopp kehrten Krümel und ich zur Preisverleihung zurück zur Halle 4.1. 

Um 17 Uhr wurden einige einleitende Worte gesagt und schließlich gewann ein Buch. Nur leider nicht meins. Natürlich konnte ich meine Chancen realistisch betrachten, und ich bin an dieser Stelle ein schlechter Verlierer, aber ein kleiner Teil hat doch gehofft. 

Trotzdem gratuliere ich der Gewinnerin und ihrem schönen Buch! Herzlichen Glückwunsch.




Wir verabschieden uns allesamt. B. und ich machen uns auf den Weg zur lieben S. und der jungen C. Sie hatten sich wegen der vielen Menschen früher auf den Heimweg gemacht. Zum Glück ist ihre Wohnung zu Fuß von der Messe zuerreichen. Dort tauschten wir uns aus.  Also die liebe S., B. und ich. Daher:

Lieber Veranstalter (Frankfurter Buchmesse mit starken Partnern), ich möchte an dieser Stelle meinen Unmut kundtun. 

Niemand stimmt für ein Buch, was er nicht sieht. Wenn ich nicht weiß, dass ich ein Buch zur Verfügung stellen soll, wenn ich nicht weiß (oder erst so spät davon erfahre), dass ich etwas tun soll, dann kann ich es schlicht und einfach nicht tun. Mein erklärtes und vorraniges Ziel war das Gesehenwerden auf der Messe. Diese war zwei Tage lang nicht möglich. Und es wäre möglich gewesen. Immerhin war die Edition winterwork ja in Halle 3.0 Vorort. 


Fand die Veranstaltung nicht am Standort N89 statt?

Liebe Veranstalter, der Award ist eine schöne und wirklich großartige Idee. Bücher und Schönheit gehören zusammen. Das Auge sieht, was ihm gefällt und dann wird die Entscheidung getroffen, ob ich ein Buch in die Hand nehmen und es lese. 

Wir betraten Halle 4.1 und ich meine mit Buchstabe H war die "erste" Reihe gekennzeichnet. Man konnte nun also nach links und rechts dem Alphabet folgen. Unser Ziel war N. Ganz am Ende. Gefühlt in der hintersten Ecke. Ich konnte mein Buch entdecken. Leider nicht, wozu es gehört und da steht. Drei Bücher nebst ihren Abstimmungssäulen waren durch ein Säule/ einen Betonpfeiler, oder was auch immer, auf jeden Fall ein Ding, was räumlich trennte vom Rest getrennt. Warum wurde kein anderer Ort gewählt? Wie gesagt, es ist eine klasse Idee: Warum wird sie nicht präsenter gezeigt? 

Obwohl die Verantwortlichen im Anschluss an die Preisverleihung ein offenes Ohr hatten, bleibt ein Hauch von Traurigkeit, ein Hauch Enttäuschung, ein Hauch ... ich weiß es nicht. 

Ich möchte nicht die Schuld bei Anderen suchen. Wenn ich mehr Ahnung gehabt hätte, mehr nachgefragt hätte,... 

Es ist und bleibt ein Erfolg! Am 17. Oktober befanden sich gleich drei wunderschöne "X-MAL ANDERS Ullrich-Turner-Syndrom! Ja, und?!"- Bücher auf der Frankfurter Buchmesse in Halle 3.0 und 4.1 und eins wanderte durch die Gänge! 
Wir haben dann doch angestoßen! 

Bitte entschuldigt die Qualität einiger Bilder. Die Aufregung. Das Handy. Nein ich habe nicht getrunken. 
Die liebe S., die junge C., Krümel und ich verbrauchten einen angenehmen Abend und einen sehr gemütlichen und gesprächigen Sonntagvormittag. Mit Verspätung machten Krümel und ich uns auf die Heimreise. Am Gleis am Berliner Hauptbahnhof warteten Krümelie und der Herzmann und die Freude war groß. Der Zug hatte laut Krümelie Verspätung, weil er Verstopfung hatte. Und leider hatte der Zug keine Windel. Oder der Fahrer. Man weiß es nicht so genau. 
Wir sind also wohlbehalten zurück. Und Familie macht glücklich. Der Post dazu ist untergegangen. Also wer sich überzeugen will: hier.


An dieser Stelle ein abschließender und herzlicher Dank an die Daumendrücker*innen, die Abstimmer*innen, die (Vorort) Unterstützer*innen (auch von winterwork und vom Verein) und die Gastfreundschaft von der lieben S.!!! 



So und nochmal (dann ist auch gut) das schönste Buch ist trotzdem "X-MAL ANDERS Ullrich-Turner-Syndrom! Ja, und?!"!!!

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Wanted! #fbm15 und Schönheitspreis

Es traff mich! Kurze Schockstarre. Unglaube. Der Puls steigt. Das Gehirn arbeitet. Kennt ihr diese Momente, wenn im Kopf der Alarm los geht? Der einzige Gedanke ist: "Das kann jetzt nicht wahr sein!". 

Ich schwanke. In echt. Und gefühlsmäßig. Mir schießen die Tränen in die Augen. Ich ärgere mich. 

Es ist Donnerstag. 16 Uhr. Die Messe ist in vollem Gang. 

Ich fühle mich so, wie das Berliner Wetter ist. Scheiße. Entschuldigt. Aber ein anderes Wort passt nicht. 

Die Gedanken rassen. Wenn ich vom Fach wäre... Wenn ich das gewusst hätte... Ich hätte 20 Bücher zur Verfügung gestellt. Am Liebsten würde ich hin rennen. Wenn ich in Frankfurt ankomme, ist die Votingphase fast beendet. 
Es geht nicht allein um's gewinnen. Obwohl ich es wenigstens versuchen will. Es ging hauptsächlich um's gesehen werden. Und so sieht niemand das wunderschöne Buch. Die wunderschöne Krümelie. 

Da sind sie wieder. Die Tränen. Wut. Enttäuschung. 



Das "X-MAL ANDERS Ullrich-Turner-Syndrom! Ja, und?! - Buch ist mein Baby. Für mein Baby. Dahinter steht kein "großer" Verlag. Ich bin kein professioneller Schreiberling. Ich habe keine Ahnung vom Buchwesen. Hinter der Entstehung steht der Wunsch nach einer positiven öffentlichen Wahrnehmung des UTS. Und das Buch und das Syndrom sollten in einen schönen Kontext wahrgenommen werden. Auf der Frankfurter Buchmesse. In Zusammenhang mit dem "Beauty and the Book"-Award. 

Meine Gedanken sind trüb. 



Gesucht werden Abstimmer. Liebe Messebesucher, liebe Vielleicht-Messebesucher votet für das wunderschöne "X-MAL ANDERS Ullrich-Turner-Syndrom! Ja, und?!". Es ist schön. Vertraut mir. Es soll gesehen werden. 
Bitte weitersagen! 

Danke und gute Nacht! 

Mittwoch, 14. Oktober 2015

#FamilieMachtGlücklich

Zu allerlei Gratulationsanlässen, Premieren, Prüfungen und einfach bei "großen" Momenten wird Glück gewünscht. Und eigentlich jeder möchte Glück haben. Was ist es also, was das Glück ausmacht? 

Das große Glück mag kleine Dinge!!!


Dieser Ausspruch kommt mir dazu in den Sinn. Das große Glück kann auch ganz winzig beginnen. Oder anders gesagt: es kann aus zwei Menschen Eltern machen. Unser Glück begann vor 4 Jahren mit einem positiven Schwangerschaftstest. Auf dem Weg der Pränataldiagnostik verloren wir es. Doch als unsere Krümelie im Juni 2012 das Licht der Welt erblickte, kehrte es zu uns zurück. Und auch das Ullrich-Turner-Syndrom kann es nicht trüben. Mit dieser Überzeugung betitelte ich meinen Erfahrungsbeitrag im "X-MAL ANDERS Ullrich-Turner-Syndrom! Ja, und?!"-Buch genauso: Unendliches Glück nämlich.
Mittlerweile hat sich unsere Familie vergrößert und zwei Kinder bereichern unser Leben. Da kommen die kleinen Dinge wieder zum Tragen. Familienleben ist ein Garant für Glück. Mit Herzblut verbundene Menschen. Ein Meer an Gefühlen. Kleine und große Sorgen. Streitigkeiten. Lachen. Singen. Lieben. Leben. Familienverbände sind ebenso berauschend wie das Glück selbst. Und hier sind es die Kleinigkeiten, die uns mit Liebe, Stolz und Zufriedenheit erfüllen und uns glücklich machen. Die Geburt selbst ist zwar ein großes Ereignis, aber dann ist es ein zaghaftes Lächeln, ein kleine Hand, die nach unserer greift, der Wind, der in den Bäumen weht... Ein Nachmittag im Sandkasten mit Wasser und Äpfeln (oder Keksen) wird dann plötzlich zum tollsten Ausflug, weil uns die gemeinsame Zeit so glücklich macht. 


Familie macht glücklich! 

Mit dieser Meinung bin ich nicht allein. 
Ich fragte den Herzmann. Ich fragte meine Mama. Ich fragte eine Freundin. Die Antwort war stets die selbe. Die Lieben, insbesondere die Kinder machen sie glücklich. 

Auch betreut.de  sieht das so. Sie sammeln, die einzigartigen und individuellen Glücksmomente von Familien in ihrer Blogparade. 

Weil sie wissen, dass es diese speziellen Situationen gibt, die uns dazu bringen, etwas ganz Festhalten zu wollen, die nie Enden sollen, weil sie so schön sind, weil sie uns glücklich machen. Es braucht dafür/dazu kein Brimborium. 


Mein kleinen Dinge für großes Familienglück:

* Sonntags im Schlafanzug frühstücken. 
* Kaffeekunst mit dem Herzmann genießen. 
* zusammen LACHEN. Dieses perlende Glucksen. Das Kichern. 
* Krümelie's Phantasiegeschichten lauschen
* Krümel's "mam, mam"-Laute - dazu noch ausgestreckte Ärmchen und mein Herz läuft über :-) 
* im Sand spielen 
* Zwei-, Drei-, und Vierssmkeit 
* gemeinsmes Kuscheln 
* Schattenspiele 
* ... 

Ach es gibt so viel... Nicht immer und nicht 24 Stunden jeden Tag des Jahres sind wir glücklich. Glück ist auch, sich nach einem Streit vertragen zu können. Glück ist auch, weinen zu können. Wie schwer ist es Gefühle zu haben und sie nicht zeigen zu können. Glück ist auch, dass wir einander haben und in "schlechten" Zeiten auf einander zurück greifen können. Glück zeigt sich in der Familie. 

Was macht euch glücklich? 

Dienstag, 13. Oktober 2015

Wege des Buches

Was habe ich nun gestern am Alex gemacht? 
Die gute Nachricht: Eine nette Mitarbeiterin im DB-Serviccenter hat mit mir gerechnet und mir einen angenehmen Platz im Zug gesucht. 

Das wunderschöne "X-MAL ANDERS Ullrich-Turner-Syndrom! Ja, und?!" - Buch ist mein drittes Baby. Es ist als Idee in mir gewachsen, hat mich nicht wenig Zeit, Geld und Nerven gekostet und wird nun liebevoll von mir begleitet. Mein Baby hat einen wichtigen Auftritt auf der Frankfurter Buchmesse. Mama muss da hin! Nach einigem Hin und Her steht der Plan, dass der Babyjunge und ich fahren. Samstag früh hin und Sonntag zurück! In Frankfurt werden wir herzlich aufgenommen. Das macht es möglich. Wir fahren. Ich muss da hin. Mama's sind so. Krümelie und Papa bleiben daheim. Krümel muss mit. Dank Trage hoffe ich, dass sich das Stresslevel in Grenzen hält. Ich bin gespannt. 
Wer besucht noch die Frankfurter Buchmesse? Wer votet Vorort mit? Soll ich euch via Hashtag mitnehmen und Bilder auf Facebook posten? 

Ich freu mich. Ich bin aufgeregt. 

Montag, 12. Oktober 2015

Lebensbilder statt Krankheitsbild #20 trifft 12von12

http://draussennurkaennchen.blogspot.de/p/12-von-12.html

Bei dieser Aktion werden am 12ten eines Monats 12 Bilder vom Tag gemacht. Das passt prima in meine Reihe "Lebensbilder statt Krankheitsbild", dachte ich mir. Daher gibt es jetzt 12 Lebensbilder von unserem Tag (und hier gibt´s noch mehr):


Guten Morgen! Es ist Montag. Die Freude darüber hält sich in Grenzen. Aber es hilft nichts. :-)

Krümelie schläft seit dem Umzug in einem neuen, viel größeren Bett ohne Gitter. Ich bin jeden Morgen stolz auf sie. Sie ist eben kein Baby mehr. Ich schmunzel trotzdem immer, was bzw. wer sich alles bei ihr tummelt. 
Aufstehen, waschen, Zähne putzen, anziehen - das Übliche eben. Dann gibt es Müsli zum Frühstück. Krümelie füttert heute Bara. 
Ich bringe Krümelie in den Kindergarten, spaziere ein wenig und erfreue mich an einem netten Plausch. Kalt ist es geworden. Dabei zeigt sich der Herbst von seiner goldigen Seite. 
Mit Krümel mache ich mich auf den Weg. Wir hatten einiges zu erledigen. Am S-Bahnhof frage ich mich: Was wohl aus dem Video geworden ist?  
Mein Weg führt mich auch zum Alexanderplatz. Mal ehrlich, es gibt schönere Plätze in Berlin, oder? Obwohl ich als Urberlinerin den Fernsehturm wirklich liebe... 
Was ich am Alex gemacht habe, berichte ich morgen. Es geht weiter und nach Hause zurück. Nach einer kurzen Pause hole ich Krümelie um 14 Uhr aus dem Kindergarten ab und wir flitzen los.
Sie hat einen Termin...
... zur Prophylaxe und macht ganz toll mit. Anschließend gibt es zur Belohnung einen kleinen Radiergummizahn und von mir einen blauen Lippenpflegestift. Die Freude ist groß. 
Auf dem Weg nach Hause entdecken Krümelie und ich den Herbst und bewundern diese Naturkette. Er kann nicht nur kalt, dieser Herbst.
                                  
Zuhause sind wir dann alle wieder vereint. Und Oma und Opa sind auch da. Sie waren fleißig und haben uns geholfen. Unteranderem haben sie für Krümelie gewerkelt. 
Wir spielen, quatschen, planen die nächsten Tage, trinken einen Kaffee. 
Und dann ist der Tag schon fast zu Ende. Abendessen, waschen, Zähne putzen, Schlafanzug anziehen, das Sandmännchen schauen, kuscheln und lesen, stehen auf dem Programm. 

Dieses Mal ist das letzte Bild ein Schnappschuss von meinem Facebook-Account. Ich freu mich über jede "Gefällt mir"-Angabe. Ist euch aufgefallen, dass ich dabei bin das Profil des Blogs zu wandeln? 

          Wie war euer Tag? 
Ich wünsche euch einen schönen Abend. 

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Werte an einem S-Bahnhof

Der Fahrstuhl bringt uns hoch zum Übergang . Wir gehen den Tunnel entlang.  "Ein Tunnel ; nur oben, nicht unten", stellt Krümelie immerfort fest. Dort hören wir sie schon die Frau, die gurrende, knurrende Geräusche macht, den Arm hochreißt und ein paar Schritte vor und weniger zurück macht. Sie braucht lange um vorwärts zu kommen, nimmt die Menschen um sich scheinbar nicht wirklich wahr. Sie tut uns nichts. Wir sehen sie öfters.

An einem Tag flitzen wir nun also den "Oben-Tunnel" lang, um zur S-Bahn zugelangen.  Da sehe ich sie. Zwei Jugendlich filmen via Handy die Frau. Ja, wir bemerken sie auch. Sie verhält sich anders. Macht Geräusche, die von einer Erwachsenen nicht erwartet werden. Ihre Haare sind wirr und ihre Kleidung nicht adrett. Aber warum muss das gefilmt werden? Ich frage das. Ein höhnisches Lächeln ist meine Antwort. Was kann ich tun? Ich kann kein Handy wegnehmen. Es nicht verbieten. Meine Worte bleiben ungehört. Krümelie bemerkt es nicht. Wir stören uns nicht an der Frau. Hilfsangebote nimmt sie nicht wahr. Eine friedliche Koexistenz. Wir steigen in den zweiten Fahrstuhl, der uns zum Gleis bringt. Ich möchte mir nicht vorstellen, was mit dem Video passiert.

Was war das? - denke ich. Krümelie hat nichts gemerkt. Wenn doch, hätte sie wohl noch nicht verstanden, was die Jungen tun. Die Tragweite, das Anprangern, das Bloßstellen, die Herabsetzung würde sie nicht erfassen. Zum Glück. Ich will nicht, dass sie denkt, dass es richtig und in Ordnung ist jemanden zu filmen, weil er/sie sich ungewöhnlich verhält. Wie erwähnt, ich will mir nicht vorstellen, was mit dem Video passiert. Warum muss gefilmt werden? Was ist das Ziel?

Diese Szene ist mittlerweile gut zwei Wochen her. Ich schrieb das am Abend des Tages und speicherte vorerst.

Ich freue mich dieser Tage wirklich aufrichtig über die Vorstellung des "X-MAL ANDERS"-Buches auf der Frankfurter Buchmesse im Rahmen des "Beauty and the Book"-Award. Das schönste Buch mit meiner zauberhaften Krümelie auf dem Cover - ich würde es mir wirklich wünschen zu gewinnen. Erfreue mich vorrangig trotzdem daran, dass es klasse ist, dass das UTS in einem schönen Kontext erwähnt wird. Das nimmt ihm ein bisschen Ernsthaftigkeit. Ich meine das in einem guten Sinne. Krankheiten/Syndrom gehören mehr zur den Schattenseiten des Lebens. Zu den ernsten Dingen. Auf der Frankfurter Buchmesse erfährt es einen Hauch von Unbeschwertheit. Ach und es wäre einfach toll das vor Ort zu erleben, wie sich die Menschen das Buch anschauen. Ich bin ganz aufgeregt, überlege hin und her, wie ich vielleicht doch hin komme. Schmiede Pläne. Überlege und bin froh. Yeah, Top Ten! Toll!

Und dann denke ich an diese eingangs geschilderte Szene und werde traurig. Weil ich Parallelen ziehe. Weil ich nicht möchte, dass "Anderssein" eine Koriosität ist, die gefilmt werden muss. Es gibt keinen Grund über die Frau zu lachen; sich lustig zu machen. Ich frage mich: Was sollte das? Welche Werte möchte ich meinen Kindern mitgeben, damit sie so etwas nicht tun?

Es bewegt mich. Es beschäftigt mich. Schönes und Trauriges liegen manchmal nah bei einander...

Sonntag, 4. Oktober 2015

Lebensbilder statt Krankheitsbild #19

Blau

Krümelies absolute Lieblingsfarbe ist BLAU! Das ist so. Kein Problem. Langsam nimmt diese Liebe jedoch Formen an, die uns regelmäßig und regelrecht in die Bridolie bringen. Das beginnt morgens beim Anziehen. "Aber ich möchte die blaue Hose, das blaue Kleid, die blaue Jacke... anziehen. Blau ist doch meine Lieblingsfarbe.", ertönt es. Beim Frühstück wird der blaue Teller, die blaue Tasse und die blaue Marmelade gewünscht. Ich vermag die Tragödie bei schmutzigem bzw. dann anders farbigem Geschirr kaum zu schildern. Die Schuhe, etwaige Taschen oder Assecoirs, das Laufrad und Buddelsachen sind schon in entsprechender Farbe vorhanden. Dies wird wohlwollend zur Kenntnis genommen und kommentiert mit: "Weil BLAU ist doch meine liebste Lieblingsfarbe.". Ich könnte so weiter erzählen. Ich denke darüber nach, warum nicht eigentlich alles in einer Farbe sein könnte. ??? Und die Empörung, wenn sich graue Wolken am blauen Himmel zeigen, kann ich nicht in Worte fassen. An solchen Tagen kann ich nur hoffen, dass es regnet und die - ja genau - blauen Gummistiefel angezogen werden können. Das tröstet dann etwas. Manchmal frage ich mich, woher diese Begeisterung kommt? Wo hat sie ihren Ursprung? Heute wurde mir klar, dass die Farbe präsent wurde mit/bei/durch diesen einen Satz: "Mama, ich möchte ein blaues Eis." Zum Beginn der Eissaison wurde Mango-Eis oder auch mal Schokoeis gegessen. Dann plötzlich tauchte der Wunsch nach blauem Eis auf. Heute gab es das wohl letzte Eis der Saison - ja, richtig - BLAUES. 


Was wird mit der Farbvorliebe geschehen? Zum Glück gibt es kein ROSA Eis. Oder etwa doch? Die innere Stimme stöhnt. "Bitte nicht die Klischeefarbe", hoffe ich. Wir müssen einfach weiter Eis essen. Blau ist doch schön. Und das Geschirr, die Kleidung wasche ich immer gleich... 

Welche ist eure Lieblingsfarbe? Und nimmt das Gefallen auch solch einen Einfluss auf eure Kleidung oder andere Dinge?