Sonntag, 19. Februar 2017

Lebensbilder statt Krankheitsbild #88 mit Wochenende in Bildern

Der frühe Vogel am Samstag weckte mich vor dem Rest der Familie. Ich mag das ja, wenn alle noch friedlich schlafen und ich Zeit für mich habe. 
Nach dem Frühstück verließen Krümelie und ich die Wohnung als Erste. Unterwegs beobachteten wir Spatzen und sammelten dann eine Spielgefährtin ein. Wir kauften etwas ein auf dem Wochenmarkt. Doch das Wetter war nicht so doll, sodass wir in den "drinnen Markt", wie Krümelie es nannte, wechselten. 
Der Herzmann und Krümel erweiterten unsere Runde. Die zwei Mädels und Krümel vergnügten sich in der Spielecke. Ich trank Kaffee. Der Herzmann packte unsere Einkäufe ein. Gemeinsam schauten wir dem Treiben zu und quatschten. Zwischenzeitlich machten die Kinder eine Pause, aber ansonsten waren sie entspannt beim Spielen. 
Die Zeit verging und irgendwann erweiterte sich unsere Runde und ein Ortswechsel stand an. 
Obwohl wir uns angenehm mit der Püppi unterhielten und es echt entspannt und schön war, verabschiedeten wir uns. 
Auf dem Heimweg knurrten die Mägen, sodass wir doch nicht nach Hause gingen sondern einen Abstecher machten. 
Zuhause wartete der unendliche Wäscheberg. Die Kinder malten und bastelten ausgiebig bis es Zeit zum Schlafen war. 

Am Sonntag entdeckte ich den Frühling, der sich seinen Weg suchte. 
Ich mag das ausgiebige Sonntagsfrühstück. 
Am Vormittag musizieren die Kinder. Sie waren so niedlich dabei. Ich musste sie filmen. Dem Geschwisterplüsch folgte einiges an Gekreisch. Die Kinder beschäftigten und spielten dann getrennt. 


Mittag musste vorbereitet werden und schmeckte lecker. 
Wir sahen zum Ausruhen "Pippi". 
Am Nachmittag sind wir im Park verabredet. Nach einigem hin und her kamen wir wirklich pünktlich aus dem Haus. Einen Toilettenhalt später kamen wir dann doch zu spät. 
Das kann die Freude nicht trügen. Wir watteten durch Matsch. Es gab Stöcke, frische Luft und jede Menge Platz. 

Die Kinder spielten auf dem Spielplatz. Der Regen schaffte es uns zu vertreiben. Wir stürmten dann ein Café. 

Es war so unglaublich schön. Dir Zeit verging im Flug. 
Es war bereits dunkel als wir Daheim ankamen. Abendessen und abendliches Programm später wanderten die Kinder in ihre Betten. 

Der Montag steht in den Startlöchern. Startet gut in die neue Woche!
Mehr Wochenendeindrücke gibt es HIER bei Susanne von Geborgen Wachsen. 

Wie war dein Wochenende? 

Anne 

Donnerstag, 16. Februar 2017

'Gedanke des Tages' Nummer 10: Selbsthilfegruppe

Bei dem Begriff Selbsthilfegruppe ploppt gerne aus der tiefen Versenkung, der hintersten Schublade sozusagen, ein Bild auf von Menschen, die bemitleidenswert in einem Stuhlkreis sitzen. 

Schließen wir diese Schublade. 

Gruppen, Vereine, Vereinigungen, Zusammenschlüße, Interessensgemeinschaften, was auch immer, wenn wir uns Gleichgesinnte suchen und uns mit ihnen zusammentun, ist das großartig. 


zwischenmemschliche Vernetzung
mit oder ohne Satzung- dss ist egal

Das Gefühl von Gemeinschaft, die Möglichkeit sich auszutauschen und zusammen Stark zu sein, ist fantastisch. Dafür braucht es keinen eingetragenen Verein. Es braucht einfach Menschen und den Wunsch einander zu unterstützen, weil einen die selbe Sache bewegt. 

Eine feste Gruppierung positioniert sich. Als Mitglied bindet man sich. Das mögen nicht alle. Selbsthilfegruppe klingt für viele nach Verpflichtung oder auch Versagen, was peinlich berührt oder den Wunsch weckt, dass ein Gegenüber einen nicht für einen Schmarotzer hält. 

Für mich sind Zusammenschlüße immer die Schnittstelle der Vernetzung. Und die sozialen Medien zeigen uns, wie gerne sich der Mensch verbindet und sich austauscht. 

Und es steckt Potenzial darin. Anlässlich der heutigen Tagung des Gemeinsamen Bundesausschuss haben 20 Gruppen, Vereine bzw. Organisationen Stellung bezogen und sich gegen selektive Untersuchungen in der Schwangerschaft ausgesprochen. 

Die Stellungnahme, und wer sie unterstützt, ist HIER zulesen.

Die Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen  ist ebenfalls ein eingetragener Verein, der sich unglaublich Stark macht und Möglichkeiten bündelt. 

Selbsthilfegruppen müssen nicht antiquiert sein. Manche sind es eben doch, aber immer geht es um eine Themenspezifikation. 

Ich möchte keine Werbung machen für Selbsthilfegruppen/Vereine. Vielmehr möchte ich unterstreichen, dass ich zwischenmenschliche Vernetzung erstrebenswert finde. 
Mutmachend und hilfreich sind Erfahrungen, die geteilt werden mit Menschen, die ähnliches erleben und einen verstehen. Wenn sich über die eine Gemeinsamkeit hinaus, Themen finden, sich sogar Freundschaften entwickeln, wenn der Grund des Zusammentreffens in den Hintergrund tritt, dann ist das unbezahlbar. 

Wie ist deine Meinung? 

Anne 

Sonntag, 12. Februar 2017

Lebensbilder statt Krankheitsbild #87 mit Wochenende in Bildern und 12von12

Das Wochenende startete am Freitag mit dem Bau eines Unterschlupfes, in den wir lieben Besuch einluden
Bitte der gestreichelten Linie folgen...
Der folgende Samstag war der Tag der Fragen und Gespräche. 
Schon beim Frühstück fragte uns Krümelie nach unseren Träumen. Hatten wir uns in der Nacht getroffen? 
Noch im Schlafi gingen wir alle unseren eigenen Dingen nach. Der Herzmann und Krümelie machten sich später zur Oma des Mannes auf. Zur Freude vom Tochterkind war dort auch die Oma. 
Krümel kränkelt. Zur Sicherheit geht er die Uroma nicht besuchen. Wir machen Erledigungen und Besorgungen. Wat man halt so macht. 
Der Sohnemann hatte unterwegs ein angeregtes Gespräch mit einem "Kra-Kra" (Seine Laute.). Es sah ein bisschen aus als würden sie um die Wette hüpfen. Von Fangespielen hielt der Gefiedertefreund jedoch nichts. 
Zuhause gab es Mittagessen, Wäscheberge und jede Menge kindliches Spiel. 

Wir probierten sensorische Glitzerflaschen aus. Die Kinder trommelten dann damit. Auch ne Idee. 
Am Abend saßen wir am Esstisch und führten eins der schönsten Gespräche. Ich hätte meinem vergangenen Ich gerne davon erzählt. Mein zukünftiges Ich darf diesen Familienherzmoment nicht vergessen. 

Wer mehr erfahren möchte klickt sich HIER zum Text rüber

Der Samstagabend verging mit weiteren wichtigen Eltern- und Pärchenunterhaltungen. 



Samstag, 11. Februar 2017

an einem Samstagabend - Gespräch mit Krümelie - Familienmoment

Zahlen. Buchstaben. Wissenserweiterung. 
Im Moment sind Planeten interessant. Das Tochterkind freut sich auf die Schule. Sie zählt praktisch schon die Tage. 

Beim Abendessen kamen wir von einem Thema zum Nächsten.

Begonnen hatte alles mit den Wochentagen. Es ist Samstag. Dann kommt Sonntag. Das Wochenende besteht aus zwei Tagen. Das kindliche Wissen wird stetig auf Richtigkeit überprüft. Krümelie will es genau erklärt haben. Papa erläuterte Werk- und Arbeits- und Wochentage. Wir blieben bei den Arbeitstagen hängen. 

Ich fragte Krümelie, was sie den später an den Arbeitstagen machen will? 

Sie wolle mit Oma bei den Blumen arbeiten. Dann kann sie sich immer mit ihr unterhalten. Ich erklärte ihr, dass Oma nicht mehr arbeitet, wenn sie in meinem Alter wäre. Oma bekäme dann Rente.

Mein Tochterkind überlegt. 

Sie verkündete: Wenn sie in meinem jetzigen Alter sei, dann arbeitet sie bei "Blaue Bohnen". Sie röstet dann und wir Eltern können JEDEN Tag vorbei kommen. Sie kocht uns dann Kaffee. Für ihren Bruder brächte sie immer Süßigkeiten von "Herr Nilsson" mit. 

Gedanklich und in Worten klapperten wir noch einige Orte und Läden ab, wo sie einkaufen oder Eis essen könnte. Auch Gesprächspartner wie die Mädels von "Püppikram" wären in der Nähe und sie könne samstags auf den Boxi gehen. 

Es wäre eine tolle Arbeit. 

Wir können ihr nur zustimmen. Es ist eine wundervolle Vorstellung.


Mein Herz ist in diesem Moment voller Liebe und Zuversicht. Ein wunderschöner Familienmoment. 

Ich möchte meinen früheren ICH's, der traurigen Schwangeren, der müden und angestrengten Neumama und auch der fast Zweifachmama, von diesem Abend erzählen. 

Sie können alle Zweifel über Bord werfen. Dieses fordernde und bezaubernde Mädchen ist perfekt. Sie ist mitfühlend, fürsorglich, fantasievoll, wissbegierig, schlau, beharrlich, hartnäckig und fantastisch. 

Ich musste - angesichts meines mütterlichen "Boyband - Fan - Gehabes" - betonen, dass ich davon überzeugt bin, dass sie eine Arbeit findet, die zu ihr und ihren Interessen passt. Wir werden sie unterstützen. 

Sie könnte sich vorstellen Planeten zu erforschen oder Königin zu werden. Auch Tanz wäre klasse oder Lehrerin. 

Die Möglichkeit sind unendlich. 

Wir beendeten unser Runde. Die Betten warteten. Krümelie beschließt das Gespräch: Wenn sie fünf Jahre alt wird, kommt sie in die nächste Gruppe. Sie ist dann ein Vorschulkind. 

An diesem Tag lässt mich diese Einschulungsvorstellung auch gar nicht so erzittern. 

Tiefes Seufzen meinerseits.

Anne 

Donnerstag, 9. Februar 2017

Lesezeit #5 - "Elmar" - Pixi

Gemeinsame Lesemomente mit meinen Kindern schätze ich sehr. Außerdem lese ich gerne vor. 

Für die Kinder schaue ich nach Büchern, die ihnen ein Thema oder eine Botschaft näher bringen könnten, die einen Gesprächsanlass bieten und unseren Horizont erweitern. Diese stelle ich in der Reihe "Lesezeit" vor. 

Diesmal gilt die Leseliebe einem Bücherhelden, der im handlichen Pixi-Gewand bei mir einzog. 


Elmar 

Pixi Buch Ausgabe 


David McKee • Carlsen

So gar nicht Elefantengrau sondern auffällig bunt und dazu noch kariert lebt Elmar in seiner Herde. Er ist ein "Quatschkopf" sagte meine Tochter. Die anderen Elefanten lachen mit und über ihn. Das Lachen begleitet ihn. Das macht ihn aus. 

Elmar wollte nicht mehr anders sein und passte sich farblich an. In seiner neuen - grauen - Erscheinung mischte er sich wieder unter seine Artgenossen. Er fiel nicht auf. Und es war ihm schrecklich langweilig. 

Daran änderte Elmar etwas, trompetete ganz laut und musste über den Überraschungsmoment lachen. An seinem Lachen erkannten ihn die anderen. 

Durch das allgemeine Gelächter zog eine Regenwolke auf, welche Elmar von dem tristen Grau befreite. Zukünftig würden sich an einem Tag im Jahr alle Elefanten färben. Elmar wäre der Graue. 

Aussehen ist nicht alles. 

Natürlich ist mir der buntkarierte Elefant schon mal begegnet. Nicht nur durch die Optik stach er im Buchladen ins Auge. Beim Thema "Anders-Sein" steht er oft ganz oben auf der Liste "Literatur für Kinder" - Empfehlungen. 

Ich kaufte das Pixi-Heftchen, weil es empfohlen wurde und es bereits einiges an (Mal-)Vorlagen und Materialien zur Thematik des Inhaltes gab. Der Preis eines Pixis ist super, das Format handlich und für einen ersten Eindruck war es, noch bevor ich Kinder hatte, eine gute Investition. 

Das Pixi ging in den Besitz meiner Tochter über, wurde jedoch nicht weiter beachtet. Meinen Sohn sprach nun beim Aufräumen der "Ele" auf dem Cover an. 

"Bunt ist schön." stellte meine Tochter fest. Schwarz und Weiß gehören nicht zu ihren Lieblingsfarben. Die Illustrationen sind also bei beiden Kindern gern gesehen. 

Tja Elmar wollte sich durch die Veränderung seines Aussehens der Gruppe zugehöriger fühlen. Langeweile war das Ergebnis. Ein anderes wahrscheinlich als erwartet. Aussehen ist eben nicht alles. Sein Lachen und Lebensfreude machen ihn aus. 

Ob die Botschaft im Ganzen angekommen ist, kann ich nicht ssgen. Aber wir haben über das neue Mädchen in der Gruppe meiner Tochter gesprochen und darüber, was sie gerne spielt. Über das Mädchen sagte Krümelie: "Sie ist anders, aber auch nur ein Mädchen. Und sie war die Tage ein Mittagskind und musste gar nicht schlafen."

Auf Elmar würde das wohl auch passen. Er ist bunt, aber trotzdem nur ein Elefant. Und vielleicht will er auch nicht schlafen. Ist ja auch ziemlich langweilig. 


Kennt ihr Elmar?
Habt ihr Erfahrungen mit dem Buch gemacht?

Und kann mir jemand ein Buch empfehlen?

Anne


Weitere Lesezeiten: 
Lesezeit #4 - das Magazin "Momo" 
Lesezeit #3 - Esst ihr Gras oder Raupen? Ein Buch über Familien
Lesezeit #2 - NICHT ZU GROß... NICHT ZU KLEIN... SONDERN GENAU RICHTIG
Lesezeit #1 - Alina und die Farben (ein blindes Mädchen begreift Farben)

Sonntag, 5. Februar 2017

Lebensbilder statt Krankheitsbild # mit Wochenende in Bildern

Unser erstes Wochenende mit Zweijährigem liegt hinter uns. Gefühlsduselig war ich und hing viel meinen Gedanken nach. Aber das ist okay. Gehört ein bisschen auch dazu. 
Geburtstag am Freitag 
Den Samstagvormittag verbrachten wir mit Kuschelein, Spiel und eben Erinnerungen, Babyfotos und Geschichten. Um 14 Uhr fiel mir ein, dass ich noch nicht ein Bild gemacht hatte. 

Das erste Bild zeigt unser Mittagessen beim Möbelschweden.
Nebelig war es den ganzen Tag. 

Für mich war es ein Tag mit vielen Gedanken, sodass ich das Bedürfnis hatte, wenn schon nicht in meinem Kopf, dann wenigstens so etwas zu ordnen. Einkauf sei Dank konnte ich strukturieren. 
Oft verschwinden Kleber und Schere zwischen den Stiften. Nun nicht mehr. Krümelie und ich hatten da eine Idee. 
Wir waren irgendwie alle geschäftig am Werk. 
Am Nachmittag machten wir ein gemütliches Picknick und ließen uns die Reste vom fast veganen Kuchenfreund schmecken. Die Schokolinsen waren der Knackpunkt. 
Kuchen im Ganzen am Freitag- so toll
Am Abend bastelte ich noch ein wenig. 


Der Sonntag begann ähnlich flockig. Doch dann machten wir uns fix auf den Weg. Dem Herzmann ging es zum Glück wieder besser, sodass wir noch einen Geburtstagsfamilienausflug machen konnten. 
Der Schnee ist verschwunden. Sehr schade. 

Wir gingen ins Naturkunde Museum, bestaunten Tristan, die anderen Dinosaurier, Planeten und Gestein. Die präparierten Tiere sind nicht so meins und besonders der Sohn hat angesichts der Flut an Eindrücken geschwächelt. Wir streiften sie nur kurz und staunten lieber nochmal über die Saurier. 





Die Mägen knurrten, sodass wir Essen gingen. 
Am Nachmittag stand Zuhause die Geburtstagsmalerei auf dem Programm. Immer kurz nach einem Kindergeburtstag werden Hand- und Fußabdrücke gemacht und archiviert. Danach begann die große Malerei. Auch das gehört dazu. 
Schnurstracks ging es für die Kinder mit und von der Farbe in die Badewanne. Es gab dann noch Abendessen, Vorlesezeit und den Sandmann.

Bereits im Schlafi war Krümelie noch so freundlich als Glücksfee in Aktion zu treten. 

Die üblichen Vorbereitungen für Montag werden erledigt und mit dem folgenden Bild wünsche ich euch eine sonnige und angenehme neue Woche! 

Mehr Wochenendeindrücke gibt es HIERbei Susanne von Geborgen Wachsen. 

Wie war dein Wochenende?

Schönen Abend!

Anne 


Mittwoch, 1. Februar 2017

Gedankenpotpourri aus meinem Kopf - von Entscheidungen, Warten und Wollen

Versuchen oder doch lieber lassen? 

An Ideen festhalten oder lieber loslassen? 

Ein Gedanke: 
Die Oma von meinem Mann hatte früher einen Garten. Sie musste ihn aufgeben. Zu teuer. Das Alter. Der Weg. Die Anstrengungen. Traurig war, dass sie ihre Pflanzen und die Gartenarbeiten vermisste. Also bepflanzte sie ihr Berliner Grün vor dem Haus. Der Herzmann und ich schüttelten darüber die Köpfe. Wieviel abschreckende Beispiele hatten wir schon gesehen? Noch heute denke ich ab und zu an den traurigen "Kindergarten - Garten" eines Kinderladens in einer bekannten Berliner "Cocktail-Straße". Viele Bars. Müll. Ausscheidungen. Betrunkene, die auf das Zäunchen stürzen und das hübsche Schild zerstören. Ein Gedanken im Gedanken. Besagte Oma jedenfalls pflanzte und freute sich. Ab und zu ärgerte sie sich über Unachtsamkeiten und Müll, aber im wesentlichen glückte die blühende Verschönerung und die Gartenarbeit war erbaulich. 

Obwohl wir abgestorbene und/oder zugemüllte Grünflächen und damit abschreckende Bilder, im Kopf hatten und es nicht gemacht hätten, war es für die Oma genau die richtige Entscheidung es trotzdem zu versuchen. Und blühende Blumen sollten ihr Recht geben. 

Je länger wir nachdenken, desto mehr mögliche Szenarien spinnen wir. Das Leben besteht aus Entscheidungen. Ja. Wir müssen aber nicht jedesmal wie Sherlock Holmes alle möglichen Konsequenzen und Abläufe durchgehen. Ein grobes Abwägen reicht. Und manchmal können wir auf unser Gefühl hören, obwohl der Verstand sein Veto einlegt. 

Nehmen wir das Kinderwunsch-Thema. Im besten Fall stehen sich beide wohlwollend gegenüber und wollen das Gleiche. Die Fragen bohren trotzdem. Wann ist der richtige Zeitpunkt? Haben wir genug Geld? Was wäre, wenn wir unsere Arbeit verlieren? Wo und wie wollen wir leben? Was ist, wenn.... das Babay viel weint? Was ist, wenn..... 

Einfach machen? Auf das Gefühl hören? Vernünftig Vorgehen? 
Und dann treffen wir Entscheidungen für unsere Kinder. Fragen uns noch mehr, ob dieses oder jenes das Richtig ist. 

Und nicht sie sind es, die anstrengend sind. Vielmehr sind wir es, die angestrengt sind. Und wir grübeln, welche Entscheidungen sollten wir treffen...

Als Eltern entscheiden wir nicht mehr nur für uns. Manchmal treffen wir Vernunftsentscheidungen, obwohl das Gefühl sein Veto einlegt, weil es für alle Familienmitglieder passen muss. 

Wir sollen uns nicht für die Kinder bzw. das Kind aufgeben. Eine Mama/ ein Papa hat genauso das Recht darauf glücklich zu sein. Selbstbestimmt. Doch das Bedürfnis nach existenzieller Sicherheit wiegt schwer. Bei mir jedenfalls. Der Verstand gewinnt oft. Nur ich kann etwas in meinem Leben ändern. Ich weiß das. Manchmal jedoch muss jammern und stöhnen und vielleicht ein bisschen träumen ausreichen, weil ich mich dafür entschieden habe. Als Ventil. 


Manchmal muss ich auch Durststrecken aushalten, weil ich meinen Partner unterstützen will, weil ich eine Idee nicht aufgeben will. Oft ist das Ganze auch gar nicht das Problem. Der Teufel steckt im Detail. Mehr Ruhe und Freiraum zum Durchatmen reichen manchmal schon.

Ich blogge. Also bin ich?

Allzu oft frage ich mich, was das hier soll...
Stiefmütterlich behandelt strahlt der Blog nicht in vollem Glanze. Da geht noch einiges. Doch ich stelle ihn immer und immer wieder hinten an. Meine Kinder, meine Familie, die Arbeit und auch abendliches Buch lesen für mich gehen vor. Meine Entscheidung. Die Konsequenz bleibt: Es ginge mehr. Also warum nicht aufhören? Ich kann sehr gut ohne das Hobbybloggen leben. Will ich aber nicht. 

Und wie einst bei der Buchentstehung, motiviert mich meine Tochter. 

Der Mensch strebt nach Ordnung. Nach System. Wir geben uns alle Mühe und erstellen Regelmäßigkeiten. Wir bilden Gruppen, Schemata und stellen Verbindungen her. Wir suchen nach Punkten, die sich gut erfassen und vergleichen lassen. Wir sammeln Werte und begrenzen einen Toleranzraum. Die Schubladen in unserem Kopf bringen die Welt ins Gleichgewicht, ordnen, verhindern Überlastung und Chaos. 

Und für meine Tochter will ich, dass das Ullrich-Turner-Syndrom in die passenden Schubladen kommt. Mich motiviert das innere Bedürfnis etwas für die Bekanntheit des Syndroms zu tun. 

Ich zeige die Wochenenden in Bildern, die 12von12-Tage, weil sie (unseren) "normalen" Alltag zeigen. Die Diagnose verhindert kein freudiges, anstrengendes, alltägliches Familienleben. 

Leben ist, was wir daraus machen. Es könnte aufregender sein. Wir könnten mehr reisen, mehr Aktivitäten verfolgen, mehr Bücher lesen. Wir könnten... Doch wir dürfen nicht übersehen, dass wir ein gutes Leben haben. Ein Zuhause. Essen. Kleidung. Wir haben uns.

 Ich bin dankbar dafür. 

Meine Bilder, das Buch und der Blog sollen ein Gegengewicht sein zur medizinischen Darstellung. Sie sollen (Achtung Kitsch) wie Blumen oder Lichtstrahlen auf dem Weg aus dem Dunkel sein. 

Jeder Mensch trifft seine eigenen Entscheidung. Und immer und immer wieder (Jene, die hier schon lange lesen: Ich weiß, dass ich mich ständig wiederhole) betone ich, dass ein Leben mit UTS nicht mehr oder weniger lebenswert ist als alle anderen. Das Syndrom muss nicht automatisch ein Abtreibungsgrund sein. Es muss kein Grund für schwerwiegende Entscheidungen sein. Eine Diagnose im Kindesalter kann vielleicht auch eine Erklärung sein. Vielleicht wird es nie diagnostiziert, weil es keine gravierenden Probleme gibt. 

Ich teile das als Antwort auf Unsicherheiten und Unwissenheiten. Pränatale Bluttest in der Schwangerschaft sind weiterhin auf dem Vormarsch. Wie bohrend und ungewiss nagen "Was wird werden? und Was ist das?" - Fragen bei einem Ungeborenen mit 45, XO unter dem Herzen an der guten Hoffnung. Banal wirken die Szenen des Alltags. Unbedeutend. Langweilig. Meine Gedanken und unser Familienleben füllen diesen meinen kleinen Raum im großen Internet. Mut sollen sie genau dadurch machen. 

Es geht nicht um Perfektes. 

Nichts tun und Aufhören wäre die falsche Entscheidung. 

Doch in und mit all meiner Unvollkommenheit will ich nicht nur die Suchmaschinenergebnisse für diese eine chromosomale Gegebenheit bereichern. Unerlässlich will ich über meinen Tellerrand schauen. Deswegen gibt es zum Beispiel die Buchvorstellungen. Inklusion, "seltene Erkrankungen", Pränataldiagnostik und Anderssein sind Themen, die mich bewegen, berühren, wo ich mehr erfahren und lernen möchte. Input dazu ist immer erwünscht.  

Wir wollen alle "Gut sein", wenn wir etwas anpacken. Aber grade Kinder zeigen uns, dass das Schöne, Richtige und Voranbringene nicht im Ergebnis perfekt sein muss. Dass wir überhaupt wollen, denken und tun, ist das entscheidende. 

Ich wollte den Vertrag für das Buch eigentlich nicht verlängern. Es sind immer mal ein paar Bücher verkauft worden, aber so wirklich berauschend ist der Absatz nicht. Doch durch viele kleine Vorkommnisse, Zufälle und gute Worte, ist es nun doch so, dass "X-MAL ANDERS SEIN" aus Blog&Buch besteht. Wer weiß, was noch kommt. 

Ich bin nicht vollkommen, mein Leben ist es nicht, Blog&Buch nicht, genauso wenig wie meine Partnerschaft und die Kinder. 

Und trotzdem ist mein Sohn einmalig, wenn er "Schneemann, Schneemann" singt. Meine Tochter ist großartig, wenn sie mutig und mit ein bisschen Überwindung ihre Einkäufe selbst bezahlt, obwohl der Menschen auf der anderen Seite sie kaum sieht. Liebenswert ist mein Mann, wenn er verschmitzt hinter seiner Tasse hervorschaut und eine Idee hat. Und dann ist irgendwie doch alles perfekt. Ich muss es nur merken. 

Anne